Melanie Setz und Marco Baumann im Whatsapp-Chat

Luzerner Stadtratskandidaten chatten um eure Gunst

Wieso sollen die Luzerner Melanie Setz oder Marco Baumann wählen? Die Kandidaten antworten im Whatsapp-Chat. (Bild: Montage: mik)

Die Luzerner wählen bald ihre Stadtregierung neu. Zur Wahl stellen sich unter anderem Melanie Setz und Marco Baumann. zentralplus hat sie im Whatsapp-Chat getroffen und ihnen eure Fragen gestellt.

Der fünfköpfige Luzerner Stadtrat wird bald deutlich anders aussehen. Von der heutigen Exekutive treten nur zwei Stadträte – Finanzvorsteherin Franziska Bitzi (Mitte) und Stadtpräsident Beat Züsli (SP) – erneut an. Am 28. April entscheiden die Stadtluzernerinnen, wer für die nächsten vier Jahre die Geschicke der Stadt leitet (zentralplus berichtete).

13 Kandidaten bewerben sich um einen Sitz. Um dir die Entscheidung zu erleichtern, hat zentralplus den Favoriten auf den Zahn gefühlt – unter anderem mit Fragen, die aus der Leserschaft kommen. Im Whatsapp-Chat versuchen die Kandidatinnen, mit ihren Standpunkten zu überzeugen. Den Anfang machen Melanie Setz (SP) und Marco Baumann (FDP).

Einen Sitz verteidigen, einen Sitz erobern

Mit der SP-Kantonsrätin und Pflegefachfrau Melanie Setz versuchen die Sozialdemokraten, neben Züsli einen zweiten Sitz zu erringen. Ein Plan, den Politologen für die eher linksgerichtete Stadt als durchaus realistisch beurteilen (zentralplus berichtete). Es wäre das erste Mal, dass die SP zwei Sitze in der Stadtregierung besetzt. Setz’ Nomination sorgte für eine kurze Kontroverse, da die 44-Jährige erst kurz vor ihrer Nominierung wieder nach Luzern zurückzog. Gemäss ihr war dies jedoch schon länger der Plan ihrer Familie (zentralplus berichtete).

Der 32-jährige Marco Baumann soll hingegen für die Freisinnigen den Sitz des abtretenden Sozial- und Sicherheitsvorstehers Martin Merki verteidigen. Er politisiert seit 2019 im Grossen Stadtrat und ist Fraktionschef der FDP.

Wie ticken beide bei Fragen, die euch interessieren? Der Whatsapp-Chat gibt Auskunft:

Dialog und Grünräume

(Bild: Screenshot)
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Dialog mit der Bevölkerung und Grünräume – klingt für Luzern beides erstrebenswert. Doch wie gehen die Kandidaten mit den Problemen in der Stadt Luzern um? Beispielsweise mit der Wohnungsnot? Zwar hat sich die Situation in Luzern seit dem vergangenen Jahr bereits etwas verbessert. Trotzdem waren im Juni 2024 nur 1,14 Prozent aller Wohnungen frei.

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Melanie Setz erwähnt die Volksinitiative, die die städtische SP Mitte März lanciert hat. Sie will der Stadt Luzern ein «Vorkaufsrecht» für Grundstücke ermöglichen, damit Liegenschaften nicht «zu Spekulations- und Renditeobjekten verkommen» (zentralplus berichtete). Mit dem Bevölkerungsantrag soll wiederum ein altes Gesetz aus den 90er-Jahren «reaktiviert» werden. Damit dürften Räume, die fürs Wohnen genutzt werden, nur noch mit Bewilligung der Gemeinde abgerissen, umgebaut oder umgenutzt werden (zentralplus berichtete).

Für Marco Baumann wenig überzeugend: Der Bevölkerungsantrag verlängere bloss den Baubewilligungsprozess, durch die SP-Initiative werde kein neuer Wohnraum gebaut. zentralplus hakt nach: Beide erwähnen den Nutzen von gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaften. Wo hapert es da?

(Bild: Screenshot)
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Mehr Platz fürs Velo

Bei Wohnraum haben SP und FDP also – für einmal – das Heu auf derselben Bühne. Doch wie sieht es beim Thema Mobilität aus? Eine Leserin wollte wissen: Wie steht es um die Velo- und ÖV-Förderung?

(Bild: Screenshot)
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Auch hier scheint wieder Einigkeit zu herrschen. Zumindest was Velos und Busse angeht. Beim Auto und dem Bypass gehen die Meinungen diametral auseinander (zentralplus berichtete): Für Marco Baumann gehört dieser dazu, um das Zentrum von privaten Autofahrerinnen zu entlasten. So würden auch Busse weniger im Stau stehen. Zudem werde es auch in Zukunft Autos und Individualverkehr geben und brauchen.

Für Melanie Setz ist hingegen klar: «Je mehr Strassen, desto mehr Verkehr.» Eine autofreie Stadt sei möglich, wenn es Arbeitsplätze in der Stadt gebe und Wohnen und Arbeiten näher zusammenrücken würden.

80 Millionen Franken Überschuss – wohin damit?

Nächster Konfliktpunkt: Geld. Die Stadt Luzern hat «wider Erwarten» 2023 ein Plus von fast 80 Millionen Franken verzeichnet (zentralplus berichete). Was wollen die Kandidaten mit der prall gefüllten Stadtkasse anstellen?

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Marco Baumann wiederum kritisiert: Wegen der limitierten Ressourcen bei der Verwaltung und in der Baubranche könnten gar nicht mehr Projekte auf einmal umgesetzt werden. Das Parlament beschliesse aus seiner Sicht immer wieder «nicht notwendige» Ausgaben.

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Dem schliesst sich Melanie Setz an. Bei «notwendigen» Investitionen sind die beiden Politiker wieder fast auf einer Wellenlänge.

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Was tun gegen die Crack-Welle?

Eine letzte Frage aus dem zentralplus-Publikum. Verschiedentlich hat zentralplus darüber berichtet, dass der Drogenkonsum in der Stadt wieder sichtbarer wird (etwa hier). Was wollen die Kandidatinnen dagegen tun?

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Beide setzen also auf Bestandteile der Vier-Säulen-Politik des Bundes (zentralplus berichtete): Während Marco Baumann auf Prävention und Repression setzt, bevorzugt Melanie Setz Therapie und Schadensminderung.

Die nächste Frage wollte FDP-Fraktionschef Marco Baumann unbedingt seiner Konkurrentin stellen:

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Melanie Setz stärkt ihrer Parteikollegin und Regierungsrätin Ylfete Fanaj den Rücken:

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Ihre «Werbeslogans» – warum genau Sie?

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Wir könnten zwar jetzt bereits aufhören, aber zuerst testen wir noch, wie kollegial die beiden Kandidaten sind:

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Ein Brückenbauer, der über die Parteigrenzen als solcher geschätzt wird, oder eine erfahrene Politikerin, die viele neuen Perspektiven in den Stadtrat tragen würde – ihr habt die Wahl!

Verwendete Quellen
  • Whatsapp-Chat mit Melanie Setz und Marco Baumann
  • Medienarchiv zentralplus
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