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Wohnung über Internet gemietet – dann Bordell betrieben?
  • Gesellschaft
Das Haus an der Rigistrasse 32. Vier Wohnungen werden über die Internetplattform booking.com angeboten. (Screenshot: Google Maps)

Luzern: Mieter sind sauer Wohnung über Internet gemietet – dann Bordell betrieben?

2 min Lesezeit 15.10.2019, 12:49 Uhr

Die Mieter eines Hauses an der Rigistrasse in Luzern sind wütend. Es sei ein «Kommen und Gehen», Müll liege herum und regelmässig komme die Polizei. Grund: Mehrere Wohnungen werden über eine Internetplattform angeboten. Und das lockt nicht nur Touristen an, sondern auch Prostituierte.

In einem Wohnblock an der Luzerner Rigistrasse 32 ist die Polizei öfters vor Ort. Wie der «Blick» am Dienstag berichtete, werden mehrere Wohnungen des Mietshauses über die Internetplattform booking.com angeboten.

Die Bewohner müssten regelmässig die Polizei informieren. Christian Bertschi, Kommunikationschef der Luzerner Polizei, bestätigt im Medienbericht, dass die Polizei im April dieses Jahres einen Hinweis wegen Ruhestörung und die Meldung erhalten habe, dass an der Rigistrasse 32 ein Bordell betrieben werde.

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24-Stunden-Massageservice

Nur zwei Tage nach der ersten Meldung ging ein erneuter Hinweis betreffend Ruhestörung ein. Als die Polizei ausrückte, sei sie auf einen Mann getroffen, der an der falschen Wohnungstür geklingelt habe. Die Polizei habe daraufhin die Wohnungsmieterin kontrolliert, zu welcher der Mann wollte. Sie betrieb dort einen 24-Stunden-Massageservice, wie die Frau selbst sagte.

Die Ferienwohnungen werden über eine Buchungsplattform im Internet vermietet.

Hans P. Wanner bietet die Ferienwohnungen zwischen dem Hotel Montana und der Klinik St. Anna über die Seite www.booking.com an. «Sobald ich von der Prostitution in meiner Wohnung erfahren habe, stoppte ich diese», wird er im Artikel zitiert. Mit dem horizontalen Gewerbe wolle er nichts zu tun haben. Wanner ist der Hotelier, der vor einem Jahr im einstigen Stripclub Du Pont an der Reuss ein Fondue House eröffnete (zentralplus berichtete).

Vermieter distanziert sich

Wanner sagte zum «Blick», dass er nur zwei Ferienwohnungen an der Rigistrasse 32 anbieten würde. Laut booking.com seien es aber vier Wohnungen und 14 Betten, die er über die Internetplattform anbiete. Ab zehn Betten brauche es eine Bewilligung.

Die Gewerbepolizei «interessiere» sich nun dafür, ob die Vermietungen Wanners an der Rigistrasse 32 tatsächlich gesetzeskonform sind, heisst es weiter. Urs Renggli, Chef Gastgewerbe und Gewerbepolizei sagt, dass die Gewerbepolizei und das Bauamt der Stadt Luzern mit dem Betreiber in Kontakt stünden.

Stadtrat will gegen kommerzielle Anbieter vorgehen

Ferienwohnungen wurden bereits zum Politikum in Luzern. SP-Kantonsrat David Roth und Cyrill Studer, sein Parteikollege im Stadtparlament, befürchten, dass kommerzielle Airbnb-Anbieter Wohnraum zerstören und Steuerausfälle verursachen (zentralplus berichtete).

Der Luzerner Stadtrat plant deshalb, das kommerzielle Anbieten von Wohnraum für Touristen einzuschränken (zentralplus berichtete).

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