Naturschutz an der Reuss

Aargau darf Zug bei Hochwasser nicht fluten

Letzten Sommer gab es zuletzt ein Hochwasser im Kanton Zug. (Bild: Kanton Zug)

Im Fall eines Hochwassers droht im Kanton Aargau ein Dammbruch. Um dies zu verhindern, prüften die Behörden, ob das Wasser in den Zugerischen Reussspitz abgeleitet werden könnte. Diese Idee ist jetzt aber vom Tisch.

Nicht nur dem Kanton Luzern bereitet der Hochwasserschutz an der Reuss Bauchweh (zentralplus berichtete). Der Kanton Aargau kämpft mit ähnlichen Problemen. Im Oberen Reusstal von Dietwil bis Bremgarten sind die Dämme in einem schlechten Zustand. Bei Hochwasser könnten sie brechen.

Um dies zu verhindern, hatten die Aargauer Behörden eine freche Idee: Sie prüften, ob sie bei einem Hochwasser den Reussspitz fluten könnten. Dieses Gebiet liegt bei der Mündung der Lorze in die Reuss – und damit auf Zuger Boden.

Auch bei Hochwasser gilt Naturschutz im Reussspitz in Zug

Der Kanton Zug ist denn auch alles andere als begeistert. Er lehnt das Vorhaben klar ab. Hinzu kommen rechtliche Hürden, wie ein Gutachten zeigt. Von den baulichen Massnahmen wären nämlich «ein verfassungsrechtlich geschütztes Flachmoor und eine Moorlandschaft von nationaler Bedeutung» betroffen.

Die Umsetzung erweist sich damit «sowohl rechtlich als auch politisch als nicht machbar», wie der Kanton Aargau mitteilt. Er muss sich also was anderes einfallen lassen. In einer vertiefenden Studie werden weiteren Varianten unter Berücksichtigung von bestehender Infrastruktur, Landwirtschaft, ökologischen Aspekten, Schutzgebieten erarbeitet.

Der Kanton Zug selber ist ebenfalls mit Hochwasserschutz beschäftigt. Er beabsichtigt, den Reussdamm in Hünenberg instand zu stellen. Allerdings stösst auch dieses Projekt auf Widerstand. (zentralplus berichtete)

Verwendete Quellen
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