Es geht los

Kameras und grössere Terrasse: So wird die Lozärner Määs

Das Riesenrad kündigt die Määs bereits an. Rico De Bona, Präsident der IG LHMM, freut sich auf eine «normale» Ausgabe. (Bild: mik)

Ab diesem Wochenende heisst es wieder: «S’esch Määs z’Lozärn». Nach Corona und der drohenden Strommangellage erwartet die Luzerner wieder eine relativ «normale» Määs. Abgesehen von Kameras an den Eingangsbereichen.

Wenn das riesige Rad über dem Luzerner Seebecken thront, ist für die Luzerner Bevölkerung klar: Bald ist wieder Määs in Luzern. Oder wie Raoûl Mumenthaler, Määs-Verantwortlicher der Stadt Luzern, an der Medienkonferenz im Määs-Chalet am Dienstagvormittag sagt: «Wenn es auf dem Inseli wieder nach Holz riecht, ist das für mich der Geruch der Määs.» Denn rund um das Chalet reihen sich Häuschen an Häuschen, in denen ab Samstag Waren wie Socken, Küchenutensilien, Lebensmittel und weiteres feilgeboten werden.

Hierbei dürfen sich die Warenmarkt-Bummlerinnen auf «das Übliche» freuen, wie Mumenthaler sagt. «Die Warenmesse lebt von der Stammkundschaft. Die erwartet das normale Sortiment.» Analog zu den Vorjahren präsentierten rund 90 Markthändler ihre Waren. Einzig der Lavendelverkäufer von letztem Jahr habe neu einen doppelten Stand, da er im letzten Jahr so gut angekommen sei.

Steak statt Schweinshaxen im Määs-Chalet

Angepasst hat die Stadt aber das Konzept des Määs-Chalets. Dieses wurde im letzten Jahr erstmals aufgestellt und bot etwas Oktoberfest-Stimmung inmitten der Herbstmesse (zentralplus berichtete). Heuer erwarten die Besucher aber keine bayrischen Spezialitäten wie Brezen oder Knödel. Sondern schweizerische Küche und Tagesmenüs.

Nicht nur am kulinarischen Angebot, auch an den Öffnungszeiten hat die Stadt geschraubt. Im letzten Jahr war das Restaurant noch eine Stunde länger offen als der Warenmarkt. In diesem schliesst das Restaurant zeitgleich wie die Marktstände seine Läden. «Wenn Marktbesucher nach Verkaufsschluss ins Restaurant kamen, konnten sie zwar bestellen, hatten aber wenig Zeit zum Essen und Verweilen. Das war etwas unangenehm», begründet Mumenthaler den Schritt. Dafür hat die Stadt die Terrasse des Määs-Restaurants erweitert. «An der Määs will man sich sehen und Kontakt mit anderen Besuchern haben, die auch hier sind.»

Quasi-Botschafter der Määs: Das Riesenrad auf dem Europaplatz. (Bild: mik)

Das Besondere? Normalität …

Auch der Luna-Park warte mit viel Bewährtem auf. An rund 60 Fahrgeschäften und Ständen können sich die Luzernerinnen vergnügen. Als besonderen Höhepunkt hebt Mumenthaler dabei den «Hip Hop» hervor, ein 19-Meter-hohes Überkopf-Fahrgeschäft für Adrenalin-Junkies. Wer es etwas gemächlicher angehen will, wird stattdessen bei Klassikern wie dem Kettenkarussell, dem Riesenrad oder bei «Putschi-Autos» fündig.

Zudem feiert die Familie Zanolla ihr 100-Jahr-Jubiläum (zentralplus berichtete). Die ersten 15 Minuten morgens fahren Besucher auf ihren Bahnen kostenlos. Abgesehen davon erwarte die Luzernerinnen die «normale» Määs. Am Samstag um 10 Uhr wird die Messe mit Böllerschuss und Fahrchips-Regen durch Stadtrat Adrian Borgula eröffnet. Am Donnerstag, 12. Oktober, ist wieder Familientag, an dem Besucher auf den Bahnen zum halben Preis fahren dürfen. Das dürfte vor allem die Jüngsten freuen, die dieses Jahr besonders viel Zeit für die Määs haben: Die Herbstferien liegen genau auf den zwei Wochen der Määs.

Das Besondere an der diesjährigen Ausgabe sei die Normalität, wie Rico De Bona, Präsident der IG Luzerner Herbstmesse und Märkte, betont. «Wir hatten zwei schwierige Corona-Jahre und im letzten Jahr noch die Strommangellage, wegen der wir öffentlich in der Kritik standen. Jetzt haben wir wieder eine ganz normale Määs.»

… abgesehen von Kameras

Mit einer Ausnahme: In diesem Jahr führt die IG LHMM eine Besucherstrom- und Dichtemessung durch. Hie und da dürften die Luzerner deshalb Kameras entdecken. Das letzte Mal seien die Besucher vor 25 Jahren manuell gezählt worden, wie De Bona ausführt. «Wir haben ein Interesse daran, zu wissen, ob unsere kommunizierten Zahlen noch aktuell sind.»

Hinzu kämen Sicherheitsbedenken. Mit den ungefähren Besucherzahlen und -strömen wolle die IG wissen, ob die Besucherdichte und Fluchtwege noch den Sicherheitsvorschriften entsprechen. Basierend darauf könnten sie Änderungen für künftige Jahre ableiten. Gemessen würde vor allem bei den Eingangs- und Ausgangsbereichen. Sprich: beim Bahnhofplatz und an beiden Enden des Inselis.

Wie viele Besucher treten durch diesen Eingang? Das will die IG LHMM dieses Jahr messen. (Bild: mik)

Wie De Bona betont, würden dabei nur die Bewegungen der Besucherinnen, aber keine personenbezogenen Daten erfasst. Auch Videoaufnahmen würden keine gemacht. Ihr Vorgehen sei bereits datenschutzrechtlich abgeklärt worden und sei so ähnlich etwa auch schon beim Luzerner Stadtfest gemacht worden. Die Besucher würden zwar nicht aktiv mit Flyern darauf hingewiesen, jedoch werde die IG LHMM dies an der Eröffnung kommunizieren, so De Bona.

Das Ganze lässt sich die IG LHMM 5000 Franken aus der Vereinskasse kosten. Zwar ist die offizielle Veranstalterin die Stadt Luzern und die IG nur für die Vermarktung zuständig. Doch der Entscheid musste schnell gehen, wie De Bona erklärt. «Die Messung war im Budget der Stadt Luzern nicht vorgesehen und der politische Weg hätte etwas länger gedauert. Als pragmatische Lösung hat der Vorstand der IG deshalb entschieden, die Messung zu bezahlen.»

Abstimmungskampf bleibt Määs (fast) fern

Kurz nach dem Vergnügen auf dem Inseli stimmen die Luzernerinnen am 26. November über die Määs-Initiative ab. Doch der Vorstand des Initiativ-Komitees habe entschieden, an der Määs die Füsse stillzuhalten statt die Werbetrommel zu rühren. «Wir wollen eine saubere Abstimmungskampagne machen und die Öffentlichkeit nicht extra provozieren», so De Bona. Im Vordergrund stünden die Familien und die Luzerner, die sich an der Määs vergnügen können.

Er fügt jedoch an, dass für die Standbesitzer und Schaustellerinnen selbstverständlich Rede- und Meinungsfreiheit gelte. Zudem würden die Initianten die Gelegenheit nutzen, um mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Gänzlich fern bleibt die Initiative der Määs also nicht.

Die Lozärner Määs findet vom Samstag, 30. September, bis Sonntag, 15. Oktober, statt. Der Warenmarkt und das Määs-Restaurant auf dem Inseli sind täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Luna-Park von 10 bis 22 Uhr, freitags und samstags bis 23 Uhr.

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Verwendete Quellen
  • Teilnahme an Medienkonferenz
  • Website der Määs
  • Persönliches Gespräch mit Rico De Bona, Präsident der IG LHMM
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