Politik
Zivilschutzanlage wird vorbereitet

Flüchtlinge aus der Ukraine kommen nach Dagmersellen

Der Kanton Luzern schafft eine Notunterkunft für Flüchtlinge in der Zivilschutzanlage Dagmersellen. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Noch immer flüchten viele Menschen aus der Ukraine in die Schweiz. Vorsorglich bereitet der Kanton Luzern deshalb in Dagmersellen die Zivilschutzanlage für die kurzzeitige Notunterbringung vor.

Aktuell leben bereits 2470 Ukrainerinnen mit Status S im Kanton Luzern. Davon sind rund 1655 in kantonalen Unterkünften untergebracht, rund 815 Personen leben bei Gastfamilien.

Obwohl der Kanton laufend neue Plätze schafft, sind die kantonalen Unterkünfte bereits zu über 90 Prozent ausgelastet. Und ein Ende der Flüchtlingswelle aus der Ukraine ist nicht in Sicht. Nicht zu vergessen ist dabei: Die ordentlichen Asylverfahren laufen weiter wie vor dem Kriegsausbruch in der Ukraine. Das heisst: Es werden dem Kanton weiterhin auch Flüchtlinge aus anderen Ländern zugewiesen, die ebenfalls eine Unterkunft brauchen.

Notunterkunft in der Allmend Luzern fällt im Winter weg

Für die Dienststelle Asyl- und Flüchtlingswesen ist deshalb klar: Es braucht mehr Platz. Der Kanton Luzern bereitet sich deshalb darauf vor, die Zivilschutzanlage Dagmersellen als Notunterkunft mit 80 Plätzen in Betrieb zu nehmen. Dies auch im Hinblick darauf, dass die Mehrzweckhalle in der Luzerner Allmend mit 200 Plätzen aus bautechnischen Gründen nicht über den Winter betrieben werden kann.

«Wir sind weiterhin daran, mit der Unterstützung der Gemeinden die erforderliche Anzahl Plätze zu schaffen, um die uns zugewiesenen Menschen unterbringen zu können. Die Situation ist und bleibt aber eine enorme Herausforderung, weil wir aufgrund des grossen und raschen Zustroms an Schutzsuchenden aus der Ukraine die neu geschaffenen Plätze vorweg sofort wieder belegen müssen», wird Sozialdirektor Guido Graf in einer Medienmitteilung zitiert.

Gastfreundschaft der Gastfamilien ist zeitlich beschränkt

Die Dauer der Unterbringung in Gastfamilien sei in vielen Fällen befristet, sodass in den nächsten Wochen und Monaten sehr wahrscheinlich weitere Personen aus Gastfamilien in den kantonalen Unterkünften untergebracht werden müssen. «Daher ist es unumgänglich, weitere Zivilschutzanlagen zur Notunterbringung vorzubereiten. Ohne diese können wir die Aufgabe nicht bewältigen», so Graf weiter.

Dass Flüchtlinge in unterirdischen Bunkern leben müssen, wird von linker Seite her scharf kritisiert (zentralplus berichtete). Aus Sicht von Guido Graf gibt es jedoch keine Alternative (zentralplus berichtete). «Die Notunterkünfte dienen der kurzfristigen Unterbringung», wird er weiter zitiert.

Gemeinde müssen Unterkünfte suchen

Die zuständige Dienststelle nutze die Zeit, um abzuklären, welche Nachfolgeunterkunft für die Flüchtlinge aufgrund ihres Gesundheitszustands geeignet sei.

Der Kanton Luzern hat seit Beginn des Ukraine-Konflikts mehr als 1900 Plätze geschaffen. So unter anderem rund 810 Plätze in temporären Unterkünften, rund 170 Plätze in grösseren Wohngemeinschaften, rund 200 Plätze in Notunterkünften und rund 740 Plätze durch die Anmietung von Wohnungen.

Seit der Umsetzung der Gemeindezuweisung per 20. Juni 2022 konnten mit Hilfe der Gemeinden rund weitere 300 Plätze geschaffen werden. Doch auch sie haben teils Schwierigkeiten, geeignete Wohnungen zu finden (zentralplus berichtete).

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