Luzern, wie es siegt und lacht
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Sie lassen sich nach dem Heimsieg über Leader St. Gallen feiern (von links): Shkelqim Demhasaj, Torhüter Marius Müller, Silvan Sidler, Lucas Alves und Francesco Margiotta. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Standing Ovations für das heisseste Team der Liga Luzern, wie es siegt und lacht

3 min Lesezeit 2 Kommentare 16.02.2020, 20:27 Uhr

Ist es der langersehnte Aufbruch in eine sportlich bessere Zukunft? Mit dem fünften Sieg in Serie reitet der FC Luzern unter seinem neuen Trainer Fabio Celestini auf einer Welle des Erfolgs. Und das Beste daran: Die Siegesserie gegen die Titanen der Liga ist gewiss nicht einer guten Laune des Fussball-Gottes geschuldet.

Zuerst erwischte es den FC Basel im letzten Spiel 2019. Einen Tag später musste FCL-Trainer Thomas Häberli trotzdem gehen. Wie zwingend diese vom umsichtigen Sportchef Remo Meyer initiierte Trennung war (zentralplus berichtete), zeigt sich in den ersten Tagen und Wochen eines neuen Jahrzehnts: Jetzt engagiert der FC Luzern einen Trainer, der gegen jeden Gegner für jeden seiner Spieler einen Plan hat, der Charisma besitzt, der Spieler, Staff und Umfeld begeistern kann und so alles aus den Möglichkeiten herausholt (zentralplus berichtete).

Das Resultat? Die Mehrheit der gut 11’400 Zuschauer steht im Spiel gegen Leader St. Gallen in den Minuten vor der Pause von den Sitzen auf und spendet den leidenschaftlichen Luzernern herzlichen Applaus. Der FCL führt zu diesem Zeitpunkt nach einem Penalty-Tor von Francesco Margiotta 1:0.

Der FCL hatte sich gut verkauft, das Spiel mit verlagernden Bällen in die Breite gezogen, um gegen das hohe Pressing der Ostschweizer die freien Räume zu finden. Und er zeigte in seinem Passspiel und im Zweikampfverhalten das in den letzten Wochen gewonnene Selbstvertrauen.

Wenn Müller nach Bällen segelt

Auch dank drei herausragenden Paraden von Goalie Marius Müller brachten die Luzerner den Vorsprung über die Zeit. Nach dem FC Basel (1:2) und Titelverteidiger YB (0:2) musste auch Leader St. Gallen (0:1) feststellen, dass der FCL die Swissporarena zu einer Festung ausbaut. Dazwischen haben Celestinis wackere Mannen auch noch die volle Punktzahl in Zürich (3:2) und Neuenburg (1:0) abgeholt und dafür gesorgt, dass Abstiegsangst in Luzern nur noch eine verblasste Erinnerung ist.

«Ich glaube, dass ich noch nie in meiner Karriere fünf Spiele in Folge gewonnen habe und die letzten drei sogar alle zu null.»

FCL-Goalie Marius Müller

Die Frage lautet vielmehr: Ist der FCL die momentan beste Mannschaft im Land?

Müller sagt zu zentralplus: «Punktemässig auf jeden Fall. Und wenn wir spielerisch vielleicht nicht besser waren, so haben wir uns das Glück erkämpft.»

Und dann platzt es aus ihm heraus: «Ich glaube, dass ich noch nie in meiner Karriere fünf Spiele in Folge gewonnen habe und die letzten drei sogar alle zu null.» Dabei steht Müller ja auch schon in seinem 27. Altersjahr. Aber unter Celestini sind sie alle im FCL daran, ihre eigenen Fähigkeiten auszuloten und neu zu definieren.

Worauf Celestini stolz ist

Celestini verwarf im Verlaufe der zweiten Halbzeit die Hände und schüttelte bisweilen den Kopf, wenn seine Spieler bei gegnerischen Druckphasen zu wenig Sorge zum Ball trugen oder nicht wussten, was sie mit dem Ball anfangen sollten, wenn sie angespielt wurden. «Das sind Informationen, die man sich vorher beschaffen muss. Darum kamen wir gelegentlich in Stresssituationen», sagt Celestini.

«Meine Mannschaft hat mit Mentalität und Ehrgeiz gespielt.»

FCL-Trainer Fabio Celestini

Aber er kann damit getrost leben. Seine Mannschaft hat geliefert und zum vierten Mal gesiegt. Und wer erwartet nach noch nicht einmal zwei Monaten der Zusammenarbeit, dass schon alles klappt? Vieles ist ja auf einem guten Weg.

Celestini betont darum immer wieder, wie stolz er auf seine Mannschaft sei. «Meine Mannschaft hat mit Mentalität und Ehrgeiz gespielt», hält er fest. Es sind Eckpunkte seines Wesens und Wirkens, die er bei jeder Gelegenheit festhält (zentralplus berichtete).

Celestinis Ehrgeiz, immer gewinnen zu wollen

Doch wie vermittelt er diese Werte seiner Mannschaft? Er habe schon als Spieler und Captain immer gewinnen wollten, hält er fest (zentralplus berichtete). «Und als Trainer besitze ich diesen Ehrgeiz noch immer.»

Der Funke ist am Sonntag vor den Tagen, die in Luzern wegen der Fasnacht zum «Narrischwerden» sind, aufs Publikum übergesprungen.

Hat der FCL unter Celestinis Leitung gar die Chance, wie die St. Galler eine innovative Kraft im Schweizer Fussball zu werden?

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2 Kommentare
  1. Herbert, 17.02.2020, 18:16 Uhr

    Der Fc Luzern ist nicht so stark wie er jetzt in den Medien hochgejubelt wird, man hat einfach mehr Glück als unter Trainer Thomas Häberli, die letzten vier Spiele hätten auch mit Niederlagen enden können. Kommt dazu dass der FcL immer Mühe hat mit Spielern wie Eleke die ein Spiel alleine entscheiden können aber etwas schwieriger im Umgang sind, darum hat man auch einen pflegeleichten Trainer verpflichtet und nicht Rene van Eck. Ich denke der Alltag wird bald wieder einkehren in Luzern, wenn das Glück aufgebraucht ist.

    1. Hans H. Buff, 19.02.2020, 00:37 Uhr

      An Herbert, Sie sind ein totaler Neider oder haben keine Ahnung vom Fussball. Hoffentlich gewinnt der F.C.L noch viele Spiele, das macht Ihnen am meisten Freude. Und dann verstummen Sie mit Ihren Kommentaren. Einer der viel vom Fussball versteht. Gruess Hans.l

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