Eine innovative Trainerwahl, die Perspektiven bietet
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Trotz Abstiegsgefahr: FCL-Sportchef Remo Meyer (links) hat sich mit Fabio Celestini für einen Trainer entschieden, der den FCL langfristig weiterbringen kann. (Bild: Martin Meienberger/ freshfocus)

FCL-Sportchef Remo Meyer bleibt seiner Linie treu Eine innovative Trainerwahl, die Perspektiven bietet

3 min Lesezeit 5 Kommentare 03.01.2020, 15:12 Uhr

Selbst in Zeiten sportlicher Not wird Remo Meyer nicht zum Hasardeur: Der Sportchef will den FC Luzern in eine sportlich bessere und fürs zahlende Publikum attraktivere Zukunft führen. Darum hat er nicht irgendeinen Nothelfer, sondern den charismatischen Fabio Celestini als nächsten Trainer verpflichtet. Eine Analyse.

Den Vorwurf, als Sportchef wie ein bloss der Macht verpflichteter Politiker zu handeln, muss sich Remo Meyer spätestens seit der Freistellung von Thomas Häberli zum Ende der Vorrunde gewiss nicht gefallen lassen (zentralplus berichtete). Mit der Verpflichtung von Fabio Celestini als neuem Übungsleiter macht der 39-Jährige definitiv klar: Es geht ihm nicht um seine eigene Jobsicherheit, sondern einzig und allein um das sportliche und wirtschaftliche Wohl seines Arbeitgebers.

Warum? Bei bloss vier Punkten Vorsprung der Luzerner auf den von Xamax belegten Barrage-Platz 9 wäre es opportun gewesen, einen Trainer zu verpflichten, der für Maloche und Motivation steht. Und sich dergestalt auch schnell wieder verbraucht hätte. Widerspruch in der Öffentlichkeit hätte es kaum gegeben.

Eine Symbiose aus Weiler und Häberli

Aber Meyer widerstand dieser Versuchung, wenn sie denn überhaupt je eine war. Stattdessen blieb er sich und seiner Linie treu, behielt das grosse Ganze im Blick und entschied sich jüngst für eine Symbiose aus seinen beiden vorangegangenen Trainerverpflichtungen, die vorab aus zwischenmenschlichen Gründen gescheitert waren.

Fabio Celestini vereint die Persönlichkeit, das Charisma und eine konkrete Spielidee, für die der im Februar 2019 gefeuerte René Weiler stand. Und mit seinem Mitte Dezember entlassenen Vorgänger Thomas Häberli verbindet Celestini die Hoffnung, ein Trainerversprechen für die Zukunft zu sein.

Der Zuschlag für den 44-jährigen Romand, der zuvor noch nie bei einem deutschsprachigen Verein gearbeitet hat, ist Ausdruck für das Selbstverständnis und das Selbstvertrauen Meyers. Dieser will nicht einfach bloss den Klassenerhalt schaffen. Sondern Fussball mit hohem Unterhaltungswert in der Swissporarena bieten – und damit einen wichtigen Beitrag gegen den anhaltenden Zuschauerschwund auf der Allmend (zentralplus berichtete) und für eine weiterhin positive Transferbilanz leisten.

Die richtigen Schlüsse gezogen

Sein Handeln zeugt dergestalt von Weitsicht und Verantwortungsbewusstsein. Mit Fabio Celestini hat er einen Cheftrainer verpflichtet, der seinen eigenen Vorstellungen von attraktivem Fussball entspricht und dem FC Luzern spannende Perspektiven für die Zukunft bietet. Der ehemalige Schweizer Internationale kann eine Mannschaft als auch deren Einzelspieler weiterentwickeln. Celestini hat Lausanne in die Super League und Lugano in die Gruppenphase der Europa League geführt.

Meyer hat aber auch die richtigen Schlüsse aus der jeweils vorzeitig beendeten Zusammenarbeit mit Weiler und Häberli gezogen: Ab sofort wird der neue Cheftrainer mit Genesio Colatrella und Claudio Lustenberger durch Assistenten in der täglichen Arbeit betreut, die die Funktionsweise des FC Luzern in- und auswendig kennen.

Das ist gewiss noch keine Garantie für gutes Gelingen in den nächsten Wochen und Monaten. Aber es erhöht zumindest die Chance, dass Fabio Celestini unter Erfolgsdruck die passenden Lösungen findet.

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5 Kommentare
  1. dolfino, 04.01.2020, 19:12 Uhr

    Meyer hat nicht alles falsch gemacht. Aber seine Kommunikation ist einfach katastrophal. Es könnte aber auch sein, und diesen Eindruck habe ich, dass er gar nicht immer so entscheiden kann wie es eigentlich möchte. Der VR ist halt immer im Hintergrund und muss alles absegnen obwohl diese Herren was das Fussballgeschäft angeht nicht über alle Zweifel erhaben sind. Schade diese Machtkämpfe müsste nicht sein. Diese Herren sollten eigentlich wissen, wer in den Fussball investiert kann nicht mit einer Rendite rechnen. Hoffentlich hat das bald ein Ende. Anscheinend ist Herr Eleke immer noch demotiviert. Also gehört der Herr mal auf die Tribüne bis er kapiert dass der Trainer der Chef ist, wie in der privaten Arbeitswelt. Ansonsten könnte seine Karriere schneller vorbei sein als im lieb ist, um sich so zu verhalten ist er noch eine Spur zu jung und hat noch kein glänzendes palmares vorzuweisen. Für die Rückrunde hopp Lozärn

  2. frapfo6162, 03.01.2020, 23:18 Uhr

    Mann oh Mann, der Autor Andreas Ineichen ist anscheinend ein richtig gehend treu ergebener Busenfreund Meyers, anders lassen sich die mehr als fragwürdigen Lobhudeleien für R.M. sicher nicht erklären!
    Eine differenziertere und kritischere Haltung und demzufolge Berichterstattung wäre mehr als angebracht!
    Finde eine solche journalistische Schreibarbeit der letzten Wochen bis zum heutigen Tag durch eine offensichtlich einseitig schön gefärbte Brille in einem bisher glaubwürdigen Medium wie „zentralplus“ unerträglich!
    Schönes Wochenende trotzdem noch!

    1. Curt, 04.01.2020, 00:57 Uhr

      Könntest du mir mal sagen was Meyer alles schlecht und gut gemacht hat. Insbesonders würden mich folgende Punkte interessieren:
      -Trainer (bitte detailliert)
      -Transfers im Bereich Verkauf
      -Transfers im Bereich Kauf
      -Vertragsverlängerungen
      -Vertragsauflösumgen
      -Kommunikation
      -Schlussrang in den letzten Jahren im Vergleich mit dem Budget anderer Vereine in der Super L.

      Auch wenn ich R. Meyer ich nicht als Charmebolzen ansehe, finde ich, dass er tolle Arbeit leistet

  3. Herbert, 03.01.2020, 16:02 Uhr

    Der Mediensprecher des FcL Markus Krienbühl sagte am Schluss der Pressekonferenz auf Wiedersehen und bis bald, was meinte er wohl damit die Entlassung von Meyers, Hoffnung darf man ja immer haben. Sowieso ist eine Pressekonferenz mit Meyer die Höchststrafe die man als Fernsehzuschauer bekommen kann.

    1. Surry, 04.01.2020, 20:32 Uhr

      Ich find Remo verdient Respekt für seine Arbeit. Dani Wyrsch von der NLZ lässt keine Gelegengeit aus um schlecht über Remo zu reden. Daher finde ich es gut und fair wenn einer dem Remo auch mal gur gesinnt ist! Er macht meiner Meinung nach vieles richtig!

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