Gastronomie
«Taste of Mykonos» expandiert

Zuger will mit griechischer Küche die Schweiz erobern

Hat grosse Pläne mit seinem griechischen Restaurant: Der Zuger Unternehmer Dimitris Margetas. (Bild: zvg)

Der Zuger Unternehmer Dimitris Margetas ist ein Visionär. Mitten in der Pandemie hat er drei griechische Restaurants eröffnet. Dabei soll es aber nicht bleiben.

Erst Zug, dann die ganze Schweiz. In etwa so lautet der ambitionierte Expansionsplan des Zuger Gastronomen Dimitris Margetas. Angefangen hat der kulinarische Feldzug des gebürtigen Griechen im Februar 2020. Nach rund 20 Jahren in der Marketingbranche reizte ihn eine neue Herausforderung, die er in der Gastronomie fand. Im Freiruum in Zug hat er mit «Taste of Mykonos» einen Essensstand eröffnet, der sich auf griechische Spezialitäten spezialisiert.

Die Freude über die Eröffnung war jedoch nur von kurzer Dauer. «Einen Monat später legte die Pandemie den Betrieb für mehr als drei Monate lahm», erzählt er gegenüber zentralplus. Auch im Folgejahr hat die Pandemie den Betrieb für weitere fünf Monate verunmöglicht.

Kein Typ, der aufgibt

Die Zeit und die Aussichten für die Branche seien «entmutigend» gewesen, erinnert sich der Gastronom. Obwohl ihm Freunde und die eigene Familie geraten haben, über einen Rückzieher nachzudenken, hielt Margetas an seiner Idee fest. «Ich bin nicht ein Typ, der aufgibt.»

Die kommenden Monate sollten ihm recht geben. «Taste of Mykonos» fand in Zug Anklang. Und zwar einen so guten, dass er im Februar 2021 in der Mall of Switzerland in Ebikon einen zweiten Standort eröffnen konnte. Ein dritter in Basel folgte vor wenigen Wochen. Gemäss Margetas sind fürs nächste Jahr bereits zwei weitere Eröffnungen in anderen Kantonen geplant. Welche das sind, behält er aber noch für sich.

Die Filiale in der Mall of Switzerland profitiert gemäss Margetas enorm vom Standort direkt neben der Migros.
Die Filiale in der Mall of Switzerland profitiert gemäss Margetas enorm vom Standort direkt neben der Migros. (Bild: zvg)

Kaum Konkurrenz für griechische Küche

Das Geheimnis des Erfolgs? «Griechisches Essen ist sehr beliebt. Aber in der Umgebung gibt es kaum Restaurants, die es anbieten», sagt Margetas. «Das erstaunt mich, denn die griechische Küche ist international sehr angesehen.»

In der Stadt Luzern gibt es mit dem «Ammos» und dem «Syrtaki» zwei Betriebe, die sich der griechischen Küche verschrieben haben, in Zug mit dem «Olive & Oregano» nebst «Taste of Mykonos» nur eines. Darum will Dimitris Margetas das Angebot weiter ausbauen. «Das Essen in meinen Betrieben ist für alle gedacht und darum auch günstig im Preis.»

Margetas setzt auf authentische Küche

Auf der Speisekarte stehen nebst klassischen Gerichten wie Gyros und diversen Salaten griechisches Bier und vegane Optionen – als Antwort auf aktuelle Foodtrends, wie Margetas sagt. «Wir verkaufen populäre Gerichte, solche, die man aus dem Griechenlandurlaub kennt und liebt.» Die Speisen hat er in Zusammenarbeit mit Profigastronomen kreiert, denn Margetas sagt von sich selber: «Ich bin kein gelernter Koch.»

«Wenn griechisches Essen im Ausland einem Griechen schmeckt, hat man vieles richtig gemacht.»

Dimitris Margetas, Gastronom

Das Wichtigste ist für ihn Authentizität. Mit den Köchen hat er so lange an den Rezepten gefeilt, bis es an die Geschmäcker aus der Heimat erinnert hat. Die Frage, die er sich bei jeder Degustation stellt: «Schmeckt es so gut wie bei meiner Mama?» Denn: «Wenn griechisches Essen im Ausland einem Griechen schmeckt, hat man vieles richtig gemacht.»

Die Speisekarte in Margetas Betrieben ist bewusst klein gehalten. «Ich will nicht 20 Gerichte anbieten. Lieber nur eine Handvoll, die dafür sehr gut.» Ziel ist es, in allen Betrieben dieselbe Karte anzubieten – analog zu einem Franchiseunternehmen. Dies, damit Gäste die Gerichte, die ihnen besonders schmecken, in allen Lokalen bestellen können.

«Taste of Mykonos» ist noch in der Findungsphase

Seine drei bisherigen Lokale bezeichnet er als Experiment. «Ich teste gerade den Markt», erklärt Dimitris Margetas. Während das Lokal im Freiruum ein Essensstand ist, hat er in der Mall of Switzerland einen Take-away aufgebaut und in Basel ein bedientes Restaurant. «Ich schaue, welches Konzept gut funktioniert und wende dieses Wissen dann auf die kommenden Betriebe an.»

«Es ist sehr viel Arbeit für eine One-Man-Show. Viel Schlaf bekomme ich nicht mehr.»

Denn mit drei bestehenden und zwei geplanten Lokalen gibt sich der Gastronom nicht zufrieden. «Meine Vision ist es, bis 2030 in allen Kantonen des Landes präsent zu sein.» Für seinen Traum nimmt Dimitris Margetas viel in Kauf. «Es ist sehr viel Arbeit für eine One-Man-Show. Viel Schlaf bekomme ich nicht mehr», erzählt er gut gelaunt. «Aber wenn man etwas erreichen will, muss man viel Liebe und harte Arbeit investieren», ist der Unternehmer überzeugt.

Das finanzielle Risiko bleibt

Personal zu finden ist – wie für die ganze Branche – eine grosse Herausforderung (zentralplus berichtete). Für Margetas vielleicht sogar noch etwas mehr. Er sucht nämlich nicht einfach Leute, die ihren Job erledigen, sondern nach Menschen, die «helfen, meinen Traum mit aufzubauen» und die er später als «Regionalmanager» einsetzen kann.

Das finanzielle Risiko trägt Margetas bisher auf seinen eigenen Schultern. Kredite hat er für seine Betriebe keine aufgenommen. Der Gastronom ist aber zuversichtlich, dass seine Rechnung aufgeht. «Wenn man während einer Pandemie drei erfolgreiche Lokale eröffnen kann, zeigt mir das, dass man fast alles schaffen kann.»

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Verwendete Quellen
  • Telefongespräch mit Dimitris Margetas
  • Website «Taste of Mykonos»
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