Umzug ein paar Häuser weiter

Im Gameorama in Luzern wird jetzt auf zwei Etagen gezockt

Mitgründerin Angela Vögtli vor einem der Wandgemälde im neuen Gameorama. (Bild: cbu)

In Luzern wird neuerdings auf zwei Etagen gezockt, geflippert und gespielt. Das Gameorama eröffnet nach einem Umzug demnächst seine Türen. zentralplus hat im Vorfeld vorbeigeschaut.

Knapp drei Jahre nach der Eröffnung des ersten interaktiven Spielemuseums und Brettspielcafés in Luzern stockt das Gameorama auf. Buchstäblich. Im November 2022 gab Co-Inhaberin Angela Vögtli bekannt, dass der Platz am Standort Hirschengraben knapp werde und man deswegen eine grössere Location suche. Und diese auch fand – zwei Häuser weiter im alten Postgebäude am Hirschengraben 49 (zentralplus berichtete).

«Ursprünglich war geplant, nur einen zusätzlichen Raum für Anlässe zu mieten», sagt Angela Vögtli zu zentralplus. Mit den zwei Etagen in den Räumlichkeiten am Hirschengraben 49 habe man aber genug Platz gehabt, um gleich das ganze Gameorama umzusiedeln und auszubauen – die neue Grundfläche sei mehr als dreimal so gross.

Grösseres Café mit kleiner Speisekarte

Das kommt auch dem Café im Erdgeschoss zugute, wo Gäste verweilen und Brettspiele spielen können. Neu finden hier 45 Personen Platz. Oder 90, wenn man den angrenzenden Eventraum noch hinzuzählt. Serviert werden nebst dem bereits bekannten «Level Up»-Bier neuerdings auch kleine Speisen wie Pastagerichte oder Chili con Carne – und «frischer Hipsterkaffee», wie Vögtli amüsiert sagt.

Grundsätzlich gibt es am neuen Ort von allem ein bisschen mehr. Mehr Räume, mehr Spiele, mehr Ausstellungsstücke fürs Museum und mehr Stationen, an denen sich Besucher durch die Weltgeschichte zocken und flippern können. Mehr kostet auch der Eintritt ins Museum. Das Gameorama erhöht die Eintrittspreise für Erwachsene von 18 auf 20 Franken und für Kinder von 12 auf 15 Franken.

Bei einem Augenschein vor Ort zeigt sich, dass der Neueröffnung am 29. November kaum noch etwas im Weg steht. An manchen Orten wird noch geschraubt, an anderen fehlen noch die Beschriftungen, ansonsten ist alles soweit bereit. «Wir sind am finalen Feinschliff», sagt Angela Vögtli während einer Führung durch die Räumlichkeiten.

Nebst dem Café und dem Eventraum befindet sich im Erdgeschoss eine Sonderausstellung zum Thema Spielsucht. Diese haben die Verantwortlichen in Zusammenarbeit mit der Suchtberatungsstelle Akzent realisiert. Geplant ist, die Ausstellung im Halbjahrestakt zu wechseln.

Schweizerhaus und VR-Ecke

Im oberen Stock befindet sich das erweiterte Museum. Besucherinnen finden hier eine vergrösserte Anzahl moderner und historischer Spielgeräte. Einige davon hat das Museum selbst gekauft, andere geliehen oder geschenkt bekommen.

Eines der Herzstücke ist das hölzerne Schweizer Chalet, das im generellen Industrielook des Museums heraussticht wie Pac-Man in seinem schwarzen Labyrinth. «Hier legen wir den Fokus auf die Schweizer Spieleindustrie», erklärt Vögtli. Denn viele wüssten nicht, wie viele teils international bekannte Spiele – digital und analog – hierzulande produziert würden.

In einer anderen Ecke hat das Gameorama-Team eine VR-Ecke eingerichtet, die zusätzlich gebucht werden kann. Hier tauchen bis zu vier Spieler mit einer VR-Brille in virtuelle Welten ab und kochen um die Wette oder knallen – mit einer Weste und Plastikwumme ausgerüstet – anstürmende Zombies über den Haufen.

Gameorama ist vom eigenen Erfolg überrascht

Das Gameorama-Team ist von seinem eigenen Erfolg nach wie vor überrascht. «Ich hätte nicht gedacht, dass wir nach drei Jahren schon umziehen werden», sagt Vögtli. «Aber diese Gelegenheit war zu gut, um sie nicht zu nutzen.»

Selbst mit dreifacher Grösse bleibt die Teamgrösse aktuell bei 24 Personen. «Viele Teilzeitangestellte haben aber ihre Pensen erhöht», erklärt die Co-Gründerin. Und sollte es doch irgendwann mehr Mitstreiter brauchen, dürfte das Gameorama kein Problem mit Interessenten haben. «Wir sind in der absoluten Luxusposition, dass hier mehr Leute arbeiten wollen, als wir Stellen anbieten können.» Darum gebe es eine Warteliste für interessierte Bewerber.

Verwendete Quellen
  • Persönliches Gespräch mit Angela Vögtli
  • Augenschein vor Ort
  • Website Crowdfunding 2.0
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