Gesellschaft

Die wichtigsten Neuerungen beim Herti-Ausbau
Wo in Zug günstiger Wohnraum entsteht

  • Lesezeit: 3 min
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Es ist das grösste Zuger Quartier. Und wird weiter wachsen: Ladenflächen werden verdoppelt, Altersheime aufgemotzt und viele neue Wohnungen kommen dazu. Wir haben die fünf wichtigsten Veränderungen zusammengetragen, die der geplante Herti-Ausbau mit sich bringt. Gute, aber auch weniger schöne.

Nein, Shoppinggelüste überkommen einen nicht, wenn man momentan durchs Hertizentrum schlendert. Das kleine Einkaufszentrum und deren bauliche Umgebung bedürfen einer Gesamtüberholung. Und die ist in der Pipeline. Die wichtigsten Änderungen haben wir für Sie zusammengetragen.

1. Die Shoppingmeile wird aufgebrezelt

Alle Quartiereinwohner, denen der Weg zum Metalli zu mühsam ist, dürften sich freuen. Die Migros Genossenschaft, welche die Betreiberin des Hertizentrums ist, plant nicht nur eine Modernisierung der bestehenden Anlage, sondern auch eine Erweiterung. So soll die Shoppingfläche deutlich vergrössert werden. Derzeit sind es 6’000 Quadratmeter, welche für Dienstleistungen genutzt werden. Nach dem Umbau sollen es rund 8’700 Quadratmeter mehr werden.

2. Mehr Wohnraum – auch günstigen!

Verdichtung ist ein wichtiges Stichwort in der Neuüberbauung Herti. Denn liegt die Ausnützungsziffer derzeit bei 1,05 soll diese quasi verdoppelt werden auf 2,1. Auf rund 23’000 Quadratmetern existieren derzeit Wohnungen. Dazu kommen 18’000 Quadratmeter mehr. Ein Drittel der 44’600 Quadratmeter Mehrnutzung des Hertizentrums muss laut den Vorgaben preisgünstiger Wohnraum sein. Im Rahmen der Neugestaltung soll zudem ein 15-geschossiges Hochhaus entstehen. Zum Vergleich: Das «Uptown»-Hochhaus beim Stadion misst 60 Meter. Laut neuem Hochhausgesetz dürfen in der Zone des Hertis Häuser künftig vereinzelt bis zu 50 Meter hoch sein (zentralplus berichtete).

3. Alter vor Schönheit

Es ist kein Geheimis. Wir werden alle älter. Auch in Zug. Daher ist es kein Wunder, dass die Korporation das Alters- und Pflegezentrum, welches sich im Hertiquartier befindet, ausbauen will. Zudem sollen weitere altersgerechte Wohnungen entstehen. So ist geplant, dass die Geschossfläche für Wohnen im Alter um rund 4’000 Quadratmeter grösser wird. Heute liegt sie bei fast 10’000 Quadratmetern.

4. Schönheit und Alter!

Das neue Hertizentrum soll aber nicht nur nutzen, sondern auch freundlich gestaltet werden und viel Freiraum bieten. So soll laut Planungsbericht Fokus gelegt werden auf grosse Bäume, welche wichtig seien «für die Quartieridentität». Insbesondere der künftige Haupteingang des Zentrums an der Allmendstrasse soll durch Gestaltungselemente wie Brunnen «städtisch akzentuiert» werden. Einige der Flachdachbereiche sollen Aufenthaltsmöglichkeiten bieten.  Zudem wird es neue, offene Innenhöfe geben, welche durch Bepflanzungen einen gartenartigen Charakter erhalten sollen.

5. Mehr Verkehr!

Zwar hat sich der Zuger Grosse Gemeinderat im Dezember einstimmig für eine Verdoppelung der Nutzfläche im Hertizentrum ausgesprochen. Wenn es um den Verkehr geht, scheiden sich jedoch die Geister (zentralplus berichtete).  Denn klar ist: Obwohl das Herti keine Ebikoner Mall-Ausmasse annehmen wird, dürfte der Verkehr durch die Vergrösserung der Ladenfläche zunehmen. Und dieser Verkehr soll über die Allmendstrasse geführt werden. Dazu soll ein dritter Kreisel auf einer Strecke von 200 Metern entstehen.

Die Frage, ob das der Velo-Sicherheit zuträglich ist, wurde im GGR bereits aufgeworfen. Weiter wurde dort gewarnt, dass sich die Verkehrssituation mit der künftigen Überbauung der Wiese beim Stierenmarktareal zusätzlich verschlechtern könne. Die Verkehrsproblematik dürfte noch für einige Diskussionen sorgen.

Derzeit liegt der Zonen- und Bebauungsplan der Herti-Erweiterung im städtischen Baudepartement auf. Im Februar werden allfällige Einwände behandelt. Im Mai 2018 folgt im GGR die zweite Lesung, danach wird das Geschäft ein weiteres Mal für dreissig Tage öffentlich aufgelegt. Laut Plan dürfte die Genehmigung des Zuger Regierungsrates im September dieses Jahres erfolgen.

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