Abstimmungskampf in der Stadt Zug: So warben Gegner (links) und Befürworter (rechts) für ihre Standpunkte. (Bild: dm)
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Abstimmungskampf in der Stadt Zug: So warben Gegner (links) und Befürworter (rechts) für ihre Standpunkte. (Bild: dm)

Stadtzuger wollen ein liberales Hochhausreglement

2min Lesezeit

Die Stadt Zug hat das Hochhausreglement mit einem deutlichen Ja-Stimmenanteil von 56,4 Prozent angenommen. Die Stimmbeteilligung betrug 44 Prozent. Das Ja ist ein Sieg für die Bürgerlichen. Die Stimmbürger teilen die Ängste der Gegner offenbar nicht und sehen das Reglement nicht als Freipass für einen Hochhaus-Wildwuchs.

Die Stadt Zug sagt klar Ja zum Hochhaus Reglement: Die gültigen Ja-Stimmzettel sind 4121 (56,4%), die gültigen Nein-Stimmzettel 3182 (43,6%). Nur 25 leere und 3 ungültige Stimmzettel wurden eingereicht, teilte die Stadt Zug mit. Damit haben die Stimmberechtigten grünes Licht für das vom Grossen Gemeinderat (GGR) genehmigte Hochhausreglement gegeben.

Umstrittene Änderungen im GGR

Der Hintergrund: In der Stadt Zug soll es nur noch in bestimmten Gebieten Hochhäuser geben. Dies hat das Zuger Stadtparlament Ende August mit der Genehmigung des Hochhausreglements entschieden.

Weil die Bürgerlichen (CVP, FDP, SVP) in der zweiten Lesung eine Ausweitung der Hochhauszone und einen Verzicht auf die Grundflächen verlangten und die Mehrheit das wollte, ergriffen 14 Gemeinderäte das Behördenreferendum. Die SP- und die ALG-Fraktion, der parteilose Gemeinderat Willi Vollenweider und eine ausscherende CVP-Gemeinderätin verlangten eine Urnenabstimmung, die nun am Sonntag stattgefunden hat.

Alle bürgerlichen Stadtzuger Parteien empfahlen ein Ja zum Hochhausreglement. Das von Willi Vollenweiter angeführtes Nein-Komitee war gegen das seiner Meinung nach verwässerte Hochhaus-Reglement und empfahl ein Nein. Seine Angst-Kampagne hat aber nicht verfangen (siehe Bild unten).

Die Zuger haben offenbar keine Angst vor grossen Bauten. Schon beim Unterfeld-Projekt hatte die Stadt Zug Ja knapp gestimmt. Im Gegensatz zu den Baarern, welche den gemeindeübergreifenden Bebauungsplan ablehnten.

Zug hat bereits 50 hohe Häuser

Auf dem Gemeindegebiet der Stadt Zug gibt es schon heute über 50 hohe Häuser. Die meisten von ihnen sind weniger als 35 Meter hoch. Abgesehen von den neusten Bauten – Uptown (63 Meter), Parktower (81 Meter), Hochhaus des Obstverbands (50 Meter) und jenem an der Baarerstrasse 125 (56 Meter) – sind die bisherigen Hochhäuser im Maximum 45 Meter hoch.

Für die Rechts- und Planungssicherheit in der Stadt Zug sei es deshalb von Bedeutung, für den Bau von Hochhäusern grundeigentümerverbindliche Rahmenbedingungen zu schaffen, was mit dem vorliegenden Reglement geschieht.

Die bürgerlichen Gegner, allen voran Willi Vollenweider, mit seiner «Buergerbewegung.ch», malten dieses Szenario an die Wand.

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