Nach Rekord im Vorjahr nun Verlust

Schlechter Winter setzt Bergbahnen Sörenberg zu

Die neuen Kabinen für die Pendelbahn auf das Brienzer Rothorn machten einen Abstecher durch die Stadt Luzern. (Bild: Kommunikation Bergbahnen Sörenberg AG)

Die Bergbahnen Sörenberg schliessen das Jahr 2022/23 wesentlich schlechter ab als im Vorjahr. Wegen des schlechten Winters und den hohen Energie- und Zinskosten verzeichnen sie dieses Jahr einen Verlust.

Die Bergbahnen Sörenberg schliessen mit einem Jahresverlust von 740'000 Franken deutlich schlechter ab als im Vorjahr. Damals verzeichnete das Unternehmen einen Gewinn von 940'000 Franken (zentralplus berichtete). Wie die Bergbahnen am Montag mitteilen, sind dafür vor allem das schlechte Wintergeschäft und die hohen Zins- und Energiekosten verantwortlich.

«Die für die Jahreszeit ungewöhnlich hohen Temperaturen und der wenige Naturschnee machten den Bergbahnen Sörenberg nach einem erfolgreichen Saisonstart Mitte Dezember während vier Wochen so richtig zu schaffen», heisst es im Geschäftsbericht. Per Ende März lagen die Ersteintritte 40 Prozent hinter dem Vorjahr zurück – diesen Umsatzverlust konnte das Unternehmen bis Ende Saison nicht mehr wettmachen. Und dies obwohl der Verwaltungsrat im Frühling Sparmassnahmen verhängte. Mit einem Nettoerlös von knapp 12 Millionen Franken nahmen die Einnahmen um rund 3,4 Millionen ab.

«Ein weiterer schlechter Winter kann immer wieder eintreten und da muss man rechtzeitig Massnahmen treffen», wird Verwaltungsratspräsident Theo Schnider zitiert. Nur weil die Bergbahnen Sörenberg ihr Sommergeschäft stärkten, könnten sie nicht plötzlich die Winterausfälle kompensieren. Die Geschäftsmodelle müssten deshalb laufend angepasst und die Angebote neu justiert werden.

Dynamic Pricing wird angepasst

Dies tun die Bergbahnen beispielsweise beim Dynamic Pricing. Dabei beeinflussen verschiedene Faktoren wie die Saisonphase, der Wochentag, das Buchungsdatum, die Buchungsstände und auch die Wetterprognose die Ticketpreise (zentralplus berichtete). Neu gewährt das Unternehmen den Familien 10 Prozent Rabatt. Zudem soll die 3-Stunden-Karte neu zum gleichen Preis vier Stunden lang gelten.

Wie das Unternehmen weiter mitteilt, befände sich das Projekt Rothorn Retrofit auf Kurs. Bei diesem Projekt will das Unternehmen die Pendelbahn auf das Brienzer Rothorn ersetzen und die Berg- und Talstation sanieren. Die neuen Kabinen seien Anfang September nach Sörenberg geliefert worden, die Arbeiten an der Talstation seien auch weit fortgeschritten. Die Abnahme durch das Bundesamt für Verkehr sei auf Ende November vorgesehen.

Verwendete Quellen
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