Umwelt
Mensch und Natur

Hochglanz-Filme zeigen, wie der Klimawandel Luzern verändert

Oben in den Wipfeln wird der Baumbestand des Kantons gepflegt. (Bild: Kanton Luzern)

Luzern hat vier aufwendig produzierte Kurzfilme veröffentlicht. Sie haben eine klare Botschaft: Der Klimawandel wird den Kanton verändern. Wir müssen lernen, damit umzugehen.

Musik setzt ein, leicht melancholisch und tragend. Dann folgt die Aufblende. «Hitzetage und Tropennächte, Starkniederschläge und Trockenperioden werden immer häufiger und extremer», erscheint in weisser Schrift. Der Schriftzug verblasst, und es erscheinen neue Worte: «Die Anpassung an den Klimawandel fordert auch den Kanton Luzern.» So beginnt jeder der vier Kurzfilme, die Luzern vor einigen Tagen ins Internet gestellt hat.

Gestochen scharf sind die etwa fünfminütigen Filme und aufwendig produziert. Die Kamera rauscht über dunkelgrüne Wälder und steinige Zacken, durch Hügellandschaften bis hinein ins Bachbett. Beobachtet unter Wasser, wie die Bachforellen ihre Bahnen ziehen und filmt aus den Wipfeln der Fichten das Pilatus-Gebiet.

An das neue Klima in Luzern anpassen

Ihre Botschaft: Auch wenn wir bis zum Jahr 2050 das Ziel von «Netto-Null»-Emissionen erreichen, wird sich das Klima verändern. Für uns bedeutet das, wir müssen uns anpassen. Jeder Film stellt konkrete Projekte vor, wie das klappen kann. Sie widmen sich dem Wassermanagement in der Landwirtschaft, dem Wald, dem klimaangepassten Bauen und dem Hochwasserschutz.

«Ob wir alles richtig machen, sehen wir in 100 Jahren.»

Experte des Kantons Luzern

Die Filme hat Sooli Film aus Stans produziert, ihre Produktion hat den Kanton knapp 100'000 Franken gekostet. «Das Ziel ist, möglichst eine breite Bevölkerung mit unseren Filmen zu erreichen. Sie sind authentisch, informativ und professionell gemacht», schreibt Andrea Muff von der Kommunikation des Kantons. Gedreht wurde im Hitzesommer 2022, dem wärmsten und sonnenreichsten Jahr seit Messbeginn 1864.

Schon im Herbst werden die vier Kurzfilme im Rahmen der «Roadshow Klima und Energie» in verschiedenen Gemeinden gezeigt. Ab 2024 ist das Angebot dann für Schulen buchbar. Zudem verbreitet Luzern die Filme auf seiner Website und via Social Media. zentralplus hat sie sich angeschaut.

Wassermanagement auf den Feldern

Sommerhitze, Neophyten, Hitzestress bei den Tieren und Erosion durch Starkniederschläge: Die veränderten klimatischen Bedingungen machen Landwirten das Leben schwer. Doch es gibt Lösungen.

Im Film «Slow Water – Wassermanagement in der Landwirtschaft» wird ein Projekt vorgestellt, das mittels Gräben und Becken das Wasser nach starken Regenfällen verteilt und speichert. Getestet wird unter anderem in einem Pionierbetrieb im Richenthal. Der Kanton will damit eine «Entwicklung initiieren, für die ganze Landwirtschaft».

Der Wald ist in Gefahr

Das veränderte Klima in Luzern gefährdet auch den Wald. Denn die Fichte, auch Rottanne genannt, wird immer weiter in höhere Lagen verdrängt. Der Grund: Der Nadelbaum ist sehr hitzeempfindlich, und die Temperaturen steigen. Wenn die Rottanne dann schwächelt, wird sie leichte Beute für den Borkenkäfer.

Um die Entwicklung zu verlangsamen, wird der Kanton aktiv. So soll der Wald als Lebensraum und Erholungsort erhalten bleiben. Eine Schwierigkeit ist dabei der Zeithorizont. «Ob wir alles richtig machen, sehen wir in 100 Jahren», sagt der kantonale Experte im Film «Bäumig angepasst – Unser Wald wird klimafit».

Klimakarten sollen helfen

Der Kurzfilm «Frischer Wind – Klimaangepasstes Bauen für die Zukunft» sticht heraus, denn anstatt Wäldern und Wiesen zeigt er einen Stadtluzerner Innenhof und spielende Kinder. Wir müssen «Siedlungen und Städte bauen, damit sie dem Klima der Zukunft gerecht werden», lautet die Botschaft.

Dabei helfen kann die öffentliche Klimakarte des Kantons Luzern. Denn sie zeigt, wo es besonders heiss ist. Sie kann die Gemeinden unterstützen, neue Bauprojekte so zu planen, dass sie nicht zur Aufheizung beitragen. So wie an der Kantonsschule in Sursee: Die Planer setzten dabei auf helle Oberflächen, Schatten und Entsiegelung gegen das neue Klima in Luzern.

Tiefe Wasser erhalten Leben

Der letzte Film taucht ab in die Bäche und Flüsse des Kantons. Denn seit die Sommer heisser werden, sterben die Fische reihenweise. Entweder, weil das Wasser zu warm wird oder die Bäche zu flach sind. Der Kanton setzt dagegen mit «naturnahem Wasserbau».

Vor 50 Jahren noch sei die Devise im Hochwasserschutz gewesen, das Wasser möglich schnell wegzuleiten. Heute soll das Wasser möglichst lange bleiben, damit Fische und Lebewesen einen Lebensraum erhalten. Die entsprechenden Massnahmen tragen Früchte, denn schnell kommen die Fische zurück. Davon erzählt der Film «Natur nah – Revitalisierung mit Hochwasserschutz».

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