Nächste Runde im FCL-Poker um Ugrinic ist eingeläutet
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Er hat sich gegenüber zentralplus bereits für eine weitere Zusammenarbeit mit dem Cupsieger FC Luzern bekannt: Steht Filip Ugrinic zu seinem Wort? (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Millionen stehen auf dem Spiel Nächste Runde im FCL-Poker um Ugrinic ist eingeläutet

5 min Lesezeit 8 Kommentare 06.08.2021, 05:00 Uhr

Es war ein für den Cupsieger ernüchternder Abend: Gleich mit einem 0:3 stapften die Luzerner nach den ersten 90 Minuten gegen Feyenoord Rotterdam in der 3. Qualifikationsrunde zur European Conference League vom Platz. Aber einen Lichtblick gibt es: Juwel Filip Ugrinic (22) spielte nicht so, als ob er den FC Luzern unbedingt verlassen wolle.

Das Gerücht, dass FCL-Antreiber Filip Ugrinic den FC Luzern in Richtung Basel verlassen wolle, elektrisierte am Tag vor dem Duell gegen die favorisierten Holländer die Gemüter im und rund um den FCL. Der wichtigste Baustein in der FCL-Offensive soll sich mit dem Super-League-Konkurrenten über einen sofortigen Wechsel einig sein, hiess es.

Weil wir aus dem Umfeld der Luzerner Hinweise darauf erhielten, dass die Geschichte nicht ganz mit der Realität übereinstimmen soll, verzichtete zentralplus darauf, beim nationalen Wirbel um Ugrinic mitzumachen. Die Mär sei gestreut worden in der Absicht, um den Druck auf den smarten FCL-Sportchef Remo Meyer mittels Öffentlichkeit zu erhöhen.

Quasi in der Hoffnung, dass der so in die Defensive gedrängte Meyer die Konditionen für eine Vertragsverlängerung von Ugrinics Berater vollumfänglich akzeptieren wird. Diese sollen eine kräftige Lohnerhöhung und eine festgeschriebene Ablösesumme beinhalten. Money talks, bullshit walks! Dieses Vorgehen bezeichnet man gemeinhin als «Vertragspoker».

Meyer legt Veto gegen Wechsel in der Schweiz ein

Die Ausgangslage ist diese: Der aktuelle Vertrag von Filip Ugrinic mit seinem Stammklub ist bis zum Ende der laufenden Saison gültig. Die in seiner Entwicklung auf Umwege geratene Hochbegabung gilt als nächster Millionentransfer des FC Luzern. Aber eine Verlängerung der Zusammenarbeit ist bis dato nicht über die Bühne gegangen (zentralplus berichtete) – und diese müsste höchste Priorität haben bei all den Personalien, die Remo Meyer noch zu klären hat (zentralplus berichtete).

Der FCL-Sportchef ist seit dem Transfer von Stammgoalie Jonas Omlin nach Basel im Sommer 2018 nicht bekannt dafür, dass er seine besten Einzelspieler an die finanzkräftigere Liga-Konkurrenz verkauft. Darum passt es ins Bild, dass er am Abend des 0:3 gegen Feyenoord Rotterdam klar Position bezogen hat: «Filip Ugrinic wird diesen Sommer nicht innerhalb der Schweiz wechseln.»

Damit spielt der ehemalige Defensivstratege aus dem Luzerner Hinterland den Ball gekonnt zurück. Frei nach dem Motto: Nur wenn die Kasse für den FCL klingelt, lässt Remo Meyer bis zu dem Ende August offenen Transferfenster mit sich reden. Die Schmerzgrenze der Luzerner Vereinsverantwortlichen dürfte in der Gegend von mindestens drei Millionen Franken Ablöse für Ugrinic liegen.

Die Signale von Ugrinic

Klar: Mit seinen Karten in diesem Vertragspoker gehen Remo Meyer und mit ihm sein Arbeitgeber ein gewisses Risiko ein, Filip Ugrinic nach Vertragsende im nächsten Sommer ablösefrei ziehen lassen zu müssen. Aber es gibt eindeutige Hinweise darauf, dass die Geschichte heisser gekocht als letztlich gegessen wird.

Wollte Ugrinic unter allen Umständen weg vom FCL, wäre er kaum in der Startaufstellung gegen Feyenoord gestanden. FCL-Trainer Fabio Celestini wäre nicht darum herumgekommen, sein spannendstes Projekt per sofort aus seinen Plänen für diese Saison zu streichen, hätte er entsprechende Hinweise aus dem Büro seines unmittelbaren Vorgesetzten erhalten.

«Viele Spieler sind aktuell noch nicht bei 100 Prozent ihres Leistungsvermögens.»

FCL-Trainer Fabio Celestini

Aber dem war nicht so. Sonst hätte Fabio Celestini wohl seine Autorität gegenüber jenen Spielern aufs Spiel gesetzt, die sich für ihn und den FCL in der laufenden Meisterschaft zerreissen wollen.

Filip Ugrinic spielte. Und wie! Nur ihn und den in rund einer Woche 36 Jahre alt werdenden Bundesliga-Titanen Christian Gentner hätte man sich von ihrem Leistungsvermögen her im Kader von Feyenoord Rotterdam vorstellen können.

Das Herz, der Kopf und der Rhythmus des FCL

Ugrinic war die treibende Kraft in der FCL-Offensive beim ersten Auftritt seit 2019 auf europäischer Bühne (zentralplus berichtete). Er legte sich ins Zeug, um eine Vorentscheidung bereits im Hinspiel zu verhindern. Mit seiner Dynamik, seiner Technik und Wucht hatte er die besten Aussichten auf einen FCL-Torferfolg. Aber das Abschlussglück war ihm nicht hold.

Darüber hinaus nahm Filip Ugrinic körperlich keine Rücksicht auf Verluste. In der 72. Minute wurde er bei einem Zweikampf von Feyenoords Österreicher Gernot Trauner derart abgeräumt, dass einem nur schon das Zuschauen weh tat. Später über Ugrinic gar die Captainbinde, als FCL-Captain Dejan Sorgic Feierabend hatte.

Ugrinic und Gentner sind in diesen Tagen und Wochen das Herz, der Kopf und der Rhythmus des FC Luzern. Sie sind die Hoffnungsträger des Cupsiegers auf bessere Zeiten. «Wir haben offensiv schlechte Entscheidungen getroffen und defensiv zu viele Fehler gemacht. Viele Spieler sind aktuell noch nicht bei 100 Prozent ihres Leistungsvermögens», fasste Fabio Celestini den jüngsten Auftritt seiner Mannen zusammen.

Bei dieser Aussage wird er weder Ugrinic noch Gentner vor seinem geistigen Auge gehabt haben. Am kommenden Sonntag wird der in drei Pflichtspielen bislang sieglose FCL den ungeschlagenen FC Zürich auf der Allmend zum dritten Meisterschaftsspiel empfangen.

Die zusätzliche Würze

Nicht auszudenken, was aus dem FCL ohne Ugrinic (im Falle eines Transfers) und Gentner (im Falle einer Verletzung) in dieser Saison werden könnte. Träfe bloss der eine Fall ein, stünde der Cupsieger sportlich schlagartig noch schlechter da als letzte Saison. Und da wurde Glanz und Gloria erst mit einem fulminanten Schlussspurt bewerkstelligt.

Selbst bei einem Millionendeal für den FCL: Wer könnte die offensive Feuerkraft von Filip Ugrinic gleichwertig ersetzen? Eine Neuverpflichtung bräuchte bei der vom Stapel gelaufenen Meisterschaft der Super League eine gewisse Zeit, um sich im Team von Fabio Celestini zu integrieren.

Es ist diese sportliche Komponente, die dem derzeit laufenden Vertragspoker zwischen dem FCL und Ugrinic eine zusätzliche Würze verleiht.

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8 Kommentare
  1. vasco10, 06.08.2021, 16:54 Uhr

    @Mäsi: vielleicht besser ausgesehen, aber ein Weiterkommen halte ich für ausgeschlossen!

    @Herr Wieser, da waren zugegebenerweise 2 oder 3 Vereine gegen die man weiterkommen hätte müssen, aber sonst….keine Chance! Viele vergessen wie klein die Brötchen in Luzern gebacken werden (müssen), europäisch gesehen ein kleiner Dorfverein!

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  2. Karl Ottiger, 06.08.2021, 12:12 Uhr

    Ob der FCL gewonnen oder verloren hat spielt keine rolle nur wie der FCL verloren hat spielt eine rolle wenn du ein spiel spielen willst das du nicht kannst siehe zusammenschnitte im YouTube dann musst du dir überlegen Cupsieg hin oder her hab ich wirklich den richtigen Übungsleiter oder spielt es keine rolle ob es punkte gibt oder nicht aber in der höchsten liga musst du punkte holen egal wie und sonst bist du unten

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    1. vasco10, 06.08.2021, 16:55 Uhr

      Der Herr Ottiger weibelt wieder für René van Eck 😉

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  3. Karl Ottiger, 06.08.2021, 12:02 Uhr

    Für die Lebensversicherung Ugrinic müsste mir der FCBasel über 10Millionen hinlegen sonst sitze ich nicht einmal sn einen Tisch mit Ihnen aussergewöhnliche Transfers kosten aussergewöhnlich viel Geld auch in der Schweiz ist das so

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  4. Marc Wieser, 06.08.2021, 07:06 Uhr

    Der FC Luzern beweist ein weiteres Mal seine internationale Klasse. Als Aushängeschild erkämpfen sie solidarisch die für die Super League so wichtigen Punkte im Rennen um den Uefa-Koeffizienten. Chapeau FC Luzern!

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    1. vasco10, 06.08.2021, 08:44 Uhr

      Danke für Ihren Sarkasmus Herr Wieser, der angesichts der Tatsache, dass der teuerste Feyenoord-Spieler etwa den höheren Marktwert hat als das gesamt FCL-Kader völlig unangebracht ist. Oder denken Sie der FC St.Gallen hätte gegen das 100-Millionen-schwere Holländer-Kader eine Chance gehabt?

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      1. Mäsi, 06.08.2021, 11:45 Uhr

        Wohl nicht das Problem von Herr Wieser – er ist ja wohl kaum für die Kaderzusammenstellung verantwortlich! Ich selbst teile die Meinung von Herr Wieser – es wäre wohl das 1. Mal gewesen, dass Luzern mal etwas für den wichtigen Koeffizienten gemacht hätte. Ich selbst hoffe jedes Jahr, dass sich Luzern nicht für die Quali qualifiziert – wie es ausgeht, weiss man ja schon im Voraus!
        Und ganz ehrlich, St. Gallen hätte wohl besser ausgesehen als die Luzerner!

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      2. Marc Wieser, 06.08.2021, 15:16 Uhr

        Entschuldigen Sie bitte, wenn ich Sie mit meinem sarkastischen Post gekränkt habe.

        Wenn Sie sich jedoch die Resultate der letzten dreissig Jahre unseres FCL im internationalen Fussball zu Gemüte führen, werden Sie bemerken, dass es echt keine Rolle spielt, wer der Gegner ist (Osjek, Piräus, Sassuolo, Espanyol, St Johnstone, Utrecht, Spartak, Slavia, Fiorentina, Admira Wacker, Eindhoven, Genk – Aufzählung nicht vollständig), das Resultat ist immer dasselbe: Der FCL verliert.

        Da ist ein wenig Sarkasmus schon angebracht.

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