Celestini signalisiert Baustelle bei FCL-Aussenverteidigern
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Er macht bisher keine gute Figur im FCL-Dress: Marco Bürki (rechts) im Kopfball-Duell mit Lausannes Christian Schneuwly. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Kehrt Christian Schwegler je zurück? Celestini signalisiert Baustelle bei FCL-Aussenverteidigern

4 min Lesezeit 3 Kommentare 05.10.2020, 11:30 Uhr

Mit dieser Woche beginnt die wohl wichtigste Phase für den FCL in der laufenden Vorrunde. Trainer Fabio Celestini bleibt bis zum Heimspiel am 18. Oktober gegen St. Gallen Zeit, der von ihm neu zusammengestellten Mannschaft ein Gesicht zu geben. Zudem erwartet er noch weitere Verstärkung.

Drei Spiele, ein Punkt: Der Saisonstart der Luzerner ist mit der jüngsten 2:3-Niederlage in Basel definitiv missglückt (zentralplus berichtete). Handlungsbedarf ist im Defensivverhalten angezeigt: Sieben Tore hat der FCL in dieser Saison bereits kassiert. So wird es schwierig mit regelmässigen Punktgewinnen.

Trainer Fabio Celestini will den FCL von einer Fussball arbeitenden zu einer Fussball spielenden Mannschaft machen. Darum kamen bei dieser Transferkampagne nur technisch beschlagene Spieler in die Kränze (zentralplus berichtete).

«Die vielen Wechsel fühlten sich für uns in der täglichen Arbeit wie eine Revolution an.»

Fabio Celestini

Bis dato hat Fabio Celestini im Training nur mit zwei von fünf Verstärkungen arbeiten können: mit Spielgestalter Louis Schaub und dem stürmenden Perspektiv-Spieler Yvan Alounga (18).

Der neue Mittelstürmer Dejan Sorgic traf erst am letzten Freitag in Luzern ein; Mittelfeldspieler Samuel Alabi kam am Samstag aus der Quarantäne und Alex Carbonell wird am Mittwoch soweit sein.

Zeit für eine neue Geschichte

Nach dem Eklat mit Margiotta hat es bereits sieben Abgänge beim FCL über den Sommer gegeben (zentralplus berichtete). Fünf Neue sind gekommen – und vielleicht werden es noch drei mehr werden.

Fabio Celestini sagt freimütig: «Die vielen Wechsel fühlten sich für uns in der täglichen Arbeit wie eine Revolution an. Es bedeutete Stress für alle.»

Nun hat er bis zum Heimspiel gegen St. Gallen zwei Wochen Zeit, um «das Schreiben einer neuen Geschichte mit einer neuen Mannschaft zu beginnen», wie sich Celestini ausdrückt.

Es geht nicht auf Knopfdruck

Das ist und bleibt in dieser relativ kurzen Zeit eine grosse Herausforderung. Schliesslich bedeutet mehr Qualität in der FCL-Offensive nicht automatisch auch mehr Erfolg. Das passiert nicht auf Knopfdruck.

Der Saisonstart hat vor Augen geführt: Der neue FCL lässt zu viele Gegentore zu. Und er hat ein Problem in der Spielauslösung. In der Verteidigung fehlen technische Qualität und Mut – das macht die Luzerner für jeden Gegner berechenbar.

«Unsere Probleme beim Spielaufbau liegen bei den Aussenverteidigern.»

Innenverteidiger und Captain Lucas Alves ist ein Mann fürs Rustikale – technischer Fussball und Spielübersicht werden in diesem Leben nicht mehr seine Stärke. Gut, dass Fabio Celestini dessen Partner Stefan Knezevic diese Qualitäten attestiert.

Ohne Zweikampf kein offensives Glück

Aber dann gibt er gegenüber zentralplus zu: «Sie haben mit ihrer Einschätzung recht, was die Aussenverteidiger anbetrifft. Marco Bürki und Silvan Sidler haben bislang fast nichts provoziert, sie vermieden in der Vorwärtsbewegung jeden Zweikampf.» Aber wer keinen Zweikampf suche und stattdessen den Ball nur immer zurückschiebe, werde auch kein offensives Glück finden.

Darum signalisiert Fabio Celestini die noch zu behebende FCL-Baustelle gleich selber: «Unsere Probleme beim Spielaufbau liegen bei den Aussenverteidigern.»

Für jeden Mannschaftsteil hat er zwei Verstärkungen bekommen: Zwei für den Sturm, bis es zum Eklat mit Francesco Margiotta kam, zwei fürs Mittelfeld – nur in der Verteidigung hat sich noch nichts bewegt.

In der Konsequenz heisst das: Fabio Celestini erwartet bis zum Schliessen des Transferfensters am 12. Oktober noch zwei für sein Projekt taugliche Aussenverteidiger auf der Luzerner Allmend.

Bisherige bieten keine Perspektive

Das ist gleichzeitig ein Misstrauensvotum an das aktuelle Personal: Marco Bürki und Silvan Sidler sind der Aufgabe kaum gewachsen. Bürki, gut einen Monat nach Celestinis Engagement Anfang 2020 verpflichtet, geht immer mehr in die Richtung des überflüssigsten Transfers unter FCL-Sportchef Remo Meyer. Und Sidler läuft Gefahr, ein ewiges Talent zu bleiben – mit selten guten und mehrheitlich ungenügenden Auftritten.

Ihre derzeitigen Stellvertreter eröffnen auch keine Perspektive: Christian Schwegler, der eigentliche FCL-Captain, hat sich im Juni am Knie verletzt und arbeitet nach seiner Innenband-OP am Comeback. Mittlerweile mehren sich selbst im FCL die Zweifel, ob der 36-jährige Leader vor Ablauf seines Vertrags zum Saisonende überhaupt zurückkehren wird.

Der zurzeit an einer Adduktoren-Entzündung leidende Simon Grether ist ein fleissiger Fussball-Arbeiter vor dem Herrn – aber eben auch kein Techniker. Und der erst 19-jährige Ashvin Balaruban noch nicht in der Lage, die Verantwortung übernehmen zu können.

Ohne neue Aussenverteidiger droht das neue Konstrukt der sportlichen FCL-Führung in sich zusammenzufallen.

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3 Kommentare
  1. Mac Tanner, 06.10.2020, 07:34 Uhr

    Sorry, aber die Person, welche Marco Bürki nach Luzern holte und ihn mit einem 2,5 Jahresvertrag ausstattete, hat von Fussball definitiv keine Ahnung und sollte sich täglich in Grund und Boden schämen müssen. Kaum ist man Alibifussballer wie Affolter, Rodriguez, Juric, Demhasaj, Schindelholz, Follinier etc. los, holt man sich für viel Geld neue Probleme ins Haus. Unverständlich!

  2. Julia_92, 06.10.2020, 00:54 Uhr

    Baustellen gibts scheinbar ja auch in der obersten Clubführung, der Holding. Wie ich den Stelzblog (stelzblog.usl.lu) entnommen habe. Von daher passt die Aussenverteidigung eigentlich ganz gut zum FCL. 🙂

  3. Karl Ottiger, 05.10.2020, 16:36 Uhr

    Baustelle ist gut wenn die zwei Aussenbilli zum flanken ansetzen ist eher ein Meter unter dem Boden eine Maus tot als das der Ball zwischen 5er und 11er kommt die Stellungsfehler noch nicht gerechnet aber was soll’s wichtig ist der Lohn kommt Ende Monat keiner will sich heute mit Zusatztrainings mehr verbessern es gibt ja gleich viel Lohn ob ich super oder scheisse gespielt habe

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