Eklat: FCL trennt sich per sofort von Margiotta
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Francesco Margiotta im FCL-Training – das Bild entstand drei Tagen nach seinem Fehlen beim Saisonstart in Lugano. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Rechtliche Schritte eingeleitet Eklat: FCL trennt sich per sofort von Margiotta

3 min Lesezeit 2 Kommentare 02.10.2020, 12:59 Uhr

Zwei Tage vor dem dritten Saisonspiel löst der FC Luzern ein Problem in der Garderobe: Stürmer Francesco Margiotta verlangte mehr Lohn von seinem Arbeitgeber und blieb seit Dienstag dem Training fern. Nun klagt ihn der FCL vor Arbeitsgericht wegen Vertragsbruchs ein.

Der Konflikt der Luzerner mit ihrem besten Offensivspieler hat in einem Knall geendet. Spätestens seit dem Saisonstart von vor zwei Wochen in Lugano (1:2) herrschte dicke Luft in der FCL-Garderobe. Die Nichtberücksichtigung von Francesco Margiotta im Tessin begründete Cheftrainer Fabio Celestini damit, dass der Spieler den Kopf nicht bei der Sache habe (zentralplus berichtete).

Der 27-jährige Turiner, der letzte Saison aus Lausanne zum FCL stiess und mit einem Vertrag bis 2022 ausgestattet wurde, gebärdete sich fortan als Miesepeter. Im Training der Luzerner leistete sich Francesco Margiotta nicht bloss eine unschöne Szenen. So geriet er sich mit Innenverteidiger Stefan Knezevic heftig in die Haare.

Eigenes Ego übers Team gestellt

Nachdem er auch im zweiten Saisonspiel gegen Lausanne (2:2) nicht im Aufgebot stand, legte Margiotta am Dienstag den Grund für seine aktuelle Unzufriedenheit in einem Interview mit der «Luzerner Zeitung» offen. Der Mittelstürmer, der in der vergangenen Spielzeit 11 Tore und 9 Assists in 35 Meisterschaftsspielen buchte, strebte nicht einen Auslandtransfer an – er verlangte mehr Lohn von FCL-Sportchef Remo Meyer.

«Vielleicht werden wir am Ende dieser Transferzeit nicht sechs, sondern wegen Margiotta sieben Neuverpflichtungen im Kader haben.»

FCL-Trainer Fabio Celestini

Margiotta, der laut Darstellung des Vereins seinem Status und seiner Bedeutung für die Mannschaft entlöhnt wurde, stellte sein Ego über das sportliche Wohl der Mannschaft.

Nun hat der Klub die Reissleine gezogen und teilt am Freitagmittag mit: «Seit Dienstag ist Francesco Margiotta dem Training viermal ferngeblieben. Wir haben rechtliche Schritte gegen den Spieler eingeleitet und gehen ab sofort getrennte Wege. Bis die Angelegenheit geklärt ist, werden wir uns zu diesem laufenden Verfahren nicht mehr äussern.»

Fall gemahnt an Eleke

Margiottas Fall gemahnt stark an jenen von Blessing Eleke, der sich mit einem lustlosen Auftritt im Cup-Viertelfinal gegen YB (1:2 n.V.) im August beim FCL unmöglich gemacht hat (zentralplus berichtete). Das Problem löste sich mit dem Transfer des Nigerianers zu Beerschot in Luft auf.

Dass sich FCL-Sportchef Remo Meyer durch Margiottas Forderung nach mehr Lohn nicht erpressen lässt, signalisierte er mit dem Transfer von Dejan Sorgic am Freitagabend (zentralplus berichtete). Ob der 31-Mittelstürmer am Sonntag in Basel erstmals eingesetzt werden kann, ist wegen der noch nicht vorliegenden Spielberechtigung und nur einem Training mit seinen neuen FCL-Teamkollegen fraglich.

Nach Blessing Eleke, Darian Males, Idriz Voca, David Mistrafovic, Otar Kakabadze und Shkelqim Demhasaj ist Francesco Margiotta bereits der siebte Abgang bei den Luzernern im Vergleich zum Kader der letzten Saison.

FCL im Sturm schmal aufgestellt

Es sieht danach aus, als ob der FCL nach dem unrühmlichen Abgang nochmals auf dem Transfermarkt aktiv wird. Im Sturm sind die Luzerner schmal aufgestellt. Nur Dejan Sorgic wird voraussichtlich höheren Ansprüchen genügen. Yvan Alounga ist mit seinen 18 Jahren ein Perspektivspieler und Eigengewächs Mark Marleku wird es nicht leicht haben, sich auf dem Niveau der Super League durchsetzen zu können.

Jedenfalls stellte FCL-Trainer Fabio Celestini in Aussicht: «Vielleicht werden wir am Ende dieser Transferzeit nicht sechs, sondern wegen Margiotta sieben Neuverpflichtungen im Kader haben.» Das Schweizer Transferfenster schliesst am 12. Oktober.

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2 Kommentare
  1. CScherrer, 02.10.2020, 14:18 Uhr

    Einmal macht der FC Luzern tatsächlich mal etwas richtig. Solche Schritte sind zwar unschön, aber in diesem Fall notwendig gewesen. Margiotta hat sich mit seinen Aussagen und letztlich auch mit seinem Verhalten selbst ins Offside gestellt. Mit Dejan Sorgic hat der FC Luzern einen sehr guten Ersatz gefunden. Vermutlich ist Dejan Sorgic sogar besser einzustufen, als Margiotta. So gesehen darf sich Herr Margiotta wohl auf die Serie B freuen.

  2. Karl Ottiger, 02.10.2020, 13:49 Uhr

    Ich glaube Sorgic wird Margiotta 2:1 ersetzen für mich war Margiotta eher ein Tischtennisspieler von 100 Bällen in der Vorwärtsbewegung sind bei ihm 98 zurück gekommen weil er sie nicht fest machen konnte solche Spieler darfst du nicht im Zentrum haben höchstens auf der Seite aber dort ist auch Laufen gefordert. Wenn sein Salär nicht reicht fahr ich ihn gratis zum neuen Verein.

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