Die schmerzhafte Transformation des FC Luzern
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Über den feinen linken Fuss von Louis Schaub (links) liefen ein paar schöne FCL-Aktionen – hier wird er von Lausannes Elton Monteiro gestoppt. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Trotz eines guten Regisseurs Louis Schaub Die schmerzhafte Transformation des FC Luzern

3 min Lesezeit 1 Kommentar 27.09.2020, 21:30 Uhr

Die spielerische Leichtigkeit des Fussballs ist nicht hinterlegt in der DNA des FCL. Stattdessen solides Handwerk. Doch genau davon will sich die sportliche Führung nun entfernen. Der Weg zum Ziel erfordert Geduld – und ein paar schmerzhafte Punktverluste. Wie beim 2:2 gegen Lausanne.

FCL-Trainer Fabio Celestini redete hinterher von «Enttäuschung». Stefan Knezevic bewahrte sein Team im ersten Heimspiel mit dem 2:2 in der 81. Spielminute vor der zweiten Saisonniederlage.

Celestini redete aber auch von «zu vielen Fehlern im Umgang mit dem Ball». Von «fehlender Qualität». Sein Team verpasste es, den Vorteil von gut 70 Minuten mit einem Mann mehr gewinnbringend zu nutzen (zentralplus berichtete).

Ob die numerische Überlegenheit für den FCL wirklich ein Segen war, bezweifelte Celestini. Auch in Lugano genoss sein Team diesen Vorteil während gut 20 Minuten, trabte aber als Verlierer vom Platz. Celestini: «Wenn der Gegner nur noch verteidigt, wird es schwierig für uns.»

Celestini lobt neuen FCL-Regisseur

Dazu muss man wissen: Von den drei Verstärkungen des FCL im Hinblick auf diese Spielzeit kam in der Person von Louis Schaub nur einer von Beginn weg zum Einsatz. Und ohne ihn wäre der Gastgeber womöglich auf verlorenem Posten gestanden: Der 25-jährige Österreicher war mit seiner Technik und Kreativität der offensive Gefahrenherd der Luzerner.

«Als wir mit einem Mann mehr agieren durften, fehlte mir Tempo, Persönlichkeit und etwas Qualität.»

FCL-Trainer Fabio Celestini

Das 1:0 vor Ablauf der ersten Spielminute bereitete Schaub sehenswert vor. «Er hat seine Qualität gleich mit seiner ersten Aktion zum Ausdruck gebracht. Ich bin sehr zufrieden mit seinem ersten Auftritt in der Startformation», lobte Celestini.

Von den weiteren FCL-Neuzugängen kam Stürmer Yvan Alounga in der 60. Minute zu seiner Premiere. Ihm sollte nicht viel gelingen. Und Samuel Alabi befindet sich nach seinem Transfer aus Israel nach wie vor in Isolation.

Was dem FCL-Trainer fehlte

Das grösste Problem des FCL war wahrscheinlich die abermalige Abwesenheit von Francesco Margiotta. Die offensive Lebensversicherung der letzten Saison beschäftigt sich nach wie vor mit einem Wechsel zum FC Burnley in die Premier League (zentralplus berichtete). Deshalb übernahm Schaub Margiottas Job als Mittelstürmer, obwohl er als hängende Spitze mit seiner Qualität wohl besser zur Geltung käme.

«Wir werden eine super Meisterschaft spielen.»

«Als wir mit einem Mann mehr agieren durften, fehlte mir Tempo, Persönlichkeit und etwas Qualität», befand Celestini. «Wir versuchten zu wenig, zum Beispiel mal ein Dribbling auf den Flügeln und einer anschliessenden Flanke. Fehler darf man bei mir immer machen. Das ist immer besser, als nichts zu probieren.»

Fehler machte der FCL nicht zu knapp, vor allem in der Abwehrarbeit und im Passspiel. Lausannes viel zu frühe Antwort auf den ersten Verlusttreffer und die erstmalige Führung zum 2:1 entsprangen vermeidbaren Fehlern der Luzerner. «Mir fehlte die Solidität, im Spiel nach vorne und in der Defensive», sagte Celestini.

Der zweite Saisonstart

Die Transformation des FCL zu einem kultivierten Fussball-Team ist nicht bloss eine Frage von ein paar spannenden Transfers für den Offensivbereich. Mit dem 23-jährigen Alex Carbonell, einem weiteren zentralen Offensivspieler aus der Nachwuchsschule Barcelonas, steht die nächste Verstärkung der Luzerner vor der Tür.

Vielmehr benötigt der FCL eine neue Spielidee, ein durchschlagendes Konzept im Vorwärts- und Rückwärtsgang, das den Charakteren der tonangebenden Spieler entspricht. Und nicht zuletzt Automatismen, die greifen und Vertrauen schaffen.

Kein Wunder, sagt Celestini: «Wir brauchen Geduld, aber die Richtung stimmt. Jeder Spieler arbeitet mit Lust und Leidenschaft. Diese Grundlage stimmt mich erst recht positiv.»

In seiner Überzeugung geht er sogar noch einen Schritt weiter: «Wir werden eine super Meisterschaft spielen.»

Am nächsten Sonntag muss Celestini mit seinen Mannen in Basel ran. Dann geht es wegen der Nationalmannschaftspause fast zwei Wochen bis zum nächsten FCL-Heimspiel gegen St. Gallen. Das hat den Charakter eines zweiten Saisonstarts. Celestini wird sich darüber kaum beklagen.

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1 Kommentare
  1. Karl Ottiger, 28.09.2020, 17:59 Uhr

    Keine Emotionen keine Rushs nur belangloses Ballgeschiebe es wird nur Füsschen aufs andere Füsschen gespielt es werden nur Pässe gespielt wo du sofort ins 1-1 gehen musst Bälle in den Raum wo du den Gegner überlaufen kannst selten bis gar nicht und das ganze in einem Tempo wo eher auf die Altherren als auf junge Leute zugeschnitten ist

Die zentralplus Redaktion wünscht Dir einen schönen Tag!

Wir möchten einfach kurz Danke sagen. Danke, dass du zentralplus liest.