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Mit Tipps eines Jugendlichen

Teenagerjahre meistern: Eine Anleitung für Eltern  

(Bild: Pexels)

Die Teenagerjahre sind für Jugendliche als auch Eltern ein Auf und Ab der Gefühle. Wie wir diese turbulente Zeit als Eltern meistern können, verrät dieser Blogbeitrag – inklusive Tipps eines Teenagers.

Die Teenagerzeit. In dieser Phase beginnen Jugendliche, ihre Identität zu formen, sich von ihren Eltern zu lösen und ihre eigenen Interessen und Vorlieben zu entwickeln. Diese Zeit ist geprägt von hormonellen Veränderungen und dem Streben nach Unabhängigkeit. Bewusst verzichte ich in diesem Beitrag auf eine Altersangabe. 

Meine eigene Zeit als Teenagerin ist bereits eine Weile her, und doch denke ich in den vergangenen Wochen häufig darüber nach. Was hatte mich in dieser Phase beschäftigt? Wie lange durfte ich draussen bleiben? Was waren damals die angesagten Trends, oder wie sah mein Liebesleben aus?

Das richtige Gefühl vermitteln

Obwohl sich meine Mutter nie darüber geäussert hat, kann ich mich daran erinnern, dass ich als Teenie für mein Umfeld eine Herausforderung war. Zu Hause provozieren um jeden Preis. In der Schule immer und überall widersprechen. Und dann bei meinen Freunden den sicheren Hafen suchen und mich mit ihnen über die schwierigen Erwachsenen austauschen. 

Was ich häufig in der Gesellschaft höre, ist, dass die Pubertät die Zeit ist, in der die Kinder schwierig werden. Für uns Eltern ist es aber einerseits wichtig, dass unsere Kinder nicht das Gefühl vermittelt bekommen, dass sie für uns nur noch anstrengend und mühsam sind. 

Andererseits: Immer, wenn wir unsere Kinder über ihre Zukunft befragen, etwa, ob sie auch einmal Kinder haben wollen, antworten sie unisono:

«Neeeein, wir wollen sicher keine Kinder, die sind viel zu anstrengend!»

Woher sie diese Antwort wohl haben?

Das könnten Eltern besser machen – sagt ein Teenager

Unsere Jungs interessieren sich ja meistens nicht für den Elternblog, aber bei diesem Thema wollte ich sie unbedingt zu Wort kommen lassen. Der Älteste hatte gerade keinen Bock, und so habe ich unseren mittleren Sohn, Nik, um Rat gebeten. Was Eltern von Teenagern seiner Meinung nach besser machen könnten, habe ich ihn gefragt.

Die allerwichtigste Message: Eltern sollen ihre Kids nicht über allfällige Jungs- oder Mädchenbekanntschaften oder Schwärmereien ausfragen, das ist absolut peinlich. Ein weiteres Thema dürfte wohl viele andere Familien auch betreffen: Nik wünscht sich für seine Social-Media-Apps kein Zeitlimit – schliesslich haben ja alle seine Kollegen unlimitiert Zeit.

Der letzte Punkt hat auch mit Social Media zu tun: Er findet es total unnötig, dass wir regelmässig seine Social-Media-Apps wie Whatsapp, Insta und Co. mit ihm durchsehen. Er weiss, was sich beim Texten gehört – auch mit Mädchen –, und möchte von uns diesbezüglich nicht überwacht werden. 

Klare Meinung würde ich sagen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob wir alle diese Wünsche erfüllen können.

Jugendlichen auf Augenhöhe begegnen

Als Eltern von Teenagern ist man noch immer ein wichtiger Teil im Leben der jungen Erwachsenen. Hier finde ich die gemeinsamen Momente beim Nachtessen oder Sonntagsbrunch als Familie sehr wertvoll. Die Qualitätszeit, bei der man einfach mal zuhören und sich austauschen kann. 

Die Sorgen und Interessen der Jugendlichen unterscheiden sich wesentlich von unseren. Ihre Sorgen, etwa wegen der unbeliebten Lehrer, oder ihre Interessen, zum Beispiel für Youtuber, sollten wir ernst nehmen und ihnen das Gefühl geben, dass wir ihnen hier bei Fragen und Unsicherheiten auf Augenhöhe begegnen.

Selbstfürsorge als Bestandteil der eigenen Resilienz, dies ist für mich persönlich ein absoluter Schlüsselwert. In den vergangenen Monaten war ich jobmässig sehr absorbiert und mit meinen Gedanken oft bei meinen Aufgaben – Energielevel gleich null. Das Resultat: Es gab viel mehr Zusammenstösse.

Offen sein und Verständnis haben

Den jungen Menschen Verantwortung übertragen und loslassen ist wichtig. Etwa beim Wäschewaschen, mit dem Risiko, dass alle Kaugummipapierchen und Taschentücher mitgewaschen werden. Auch bei den Finanzen sind wir ihnen gegenüber sehr offen, sie haben Einblick in unsere Finanzen, sehen, woher wir was einnehmen und was wir alles ausgeben.  

Insgesamt ist es wichtig zu erkennen, dass die Teenagerjahre eine normale und natürliche Phase der Entwicklung sind, die mit Höhen und Tiefen einhergehen. Indem wir unseren Jugendlichen mit Verständnis, Unterstützung und Liebe begegnen, können wir ihnen helfen, diese Zeit erfolgreich zu durchlaufen und zu selbst- und verantwortungsbewussten Erwachsenen zu werden. 

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Kinder: Neun Monate sehnt man sie herbei und dann machen sie einen Haufen Arbeit. Und bestimmen ab sofort Mamis und Papis Leben. Fünf Mütter und ein Vater schreiben über ihren Alltag mit dem Familienzuwachs. Von Herausforderungen, Veränderungen, Ängsten und Freuden.
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