Auch ein Schulhaus ist geplant

Areal Pavatex Süd: Jetzt können die Chamer mitreden

Blick in die Wohngasse: So könnte es auf dem Areal Pavatex Süd dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung: zvg)

Das Richtprojekt für die Arealentwicklung Pavatex Süd ist erarbeitet und liegt zur öffentlichen Mitwirkung bereit. Nun ist die Bevölkerung gefragt.

Die Einwohnergemeinde Cham und die Grundeigentümerin Cham Group entwickeln derzeit in einem gemeinsamen Planungsprozess und unter Einbezug der Öffentlichkeit das Areal Pavatex Süd. Die Gemeinde plant auf dem nördlichen Teil des Areals eine Primarschule, die Cham Group beabsichtigt im südlichen Teil die Realisierung von Wohn- und Gewerbenutzungen.

Die Arealentwicklung soll die auf dem Papieri-Areal begonnene und bereits weit fortgeschrittene Entwicklung des Gebiets zu einem «neuen Quartier mit hoher Lebensqualität und regionaler Ausstrahlung» vervollständigen, wie die Gemeinde Cham in einer Mitteilung schreibt.

Als planungsrechtliche Grundlage für die Arealentwicklung Pavatex Süd ist ein ordentlicher Bebauungsplan notwendig. Wegleitende Grundlage für diesen ist per Gesetz ein Richtprojekt: Es gibt Aufschluss über den architektonischen, städtebaulichen und freiraum- gestalterischen Charakter einer Überbauung sowie über die räumliche Gliederung, die Grundrisse, die Nutzungsverteilung, die Erschliessung und die Materialisierung. Nun liegt dieses Richtprojekt vor und ist für die öffentliche Mitwirkung bereit. Die Bevölkerung soll also mitreden.

Alles aus einem Guss

Das ausgearbeitete Richtprojekt Pavatex Süd beabsichtigt die Bebauungs- und Freiraumstrukturen des benachbarten Papieri-Areals weiterzuführen. So solle ein neues, zusammenhängendes Quartier entstehen. Das Areal Pavatex Süd werde beispielsweise dem nachhaltigen, CO2-neutralen Energieverbund Papieri angeschlossen, der kürzlich in der Kategorie Erneuerbare Energien mit dem Watt d’Or 2024 ausgezeichnet wurde.

Die Erschliessung werde über ein arealübergreifendes, engmaschiges Velo- und Fusswegnetz sichergestellt und das Angebot des öffentlichen Verkehrs ausgebaut. Thomas Aebischer, CEO der Cham Group, sagt: «Dank der übergeordneten Betrachtung kann ein abgestimmtes Nutzungsangebot realisiert werden, das nebst Wohn- und Gewerbenutzungen auch Schulangebote sowie diverse publikumsorientierte Nutzungen vorsieht, wie z. B. im Bereich Detailhandel oder Gastronomie. Wer auf dem Papieri- oder Pavatex-Areal arbeitet oder lebt, kann sich somit in nächster Nähe für den täglichen Bedarf versorgen.»

Bei den Naherholungsräumen böten verschiedene Plätze und Grünräume sowie ruhigere Oasen, Spiel- und Sportplätze unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen Freiräume in nächster Nähe.

Durchmischte Nutzung und verdichtete Bebauung

Während im südlichen Bereich des Papieri-Areals vor allem gewerbliche Nutzungen im Erdgeschoss stattfinden, wird im nördlichen Bereich vorwiegend bis in das Erdgeschoss gewohnt. An dieser Nutzungsverteilung orientiert sich auch das Areal Pavatex Süd.

Mit der Erarbeitung des Richtprojekts hätten sich die Gemeinde und die Cham Group zudem darauf geeinigt, zugunsten von mehr preisgünstigem Wohnraum im vorliegenden Projektvorschlag entlang der Knonauerstrasse ebenfalls Wohnraum anstelle von Gewerberaum vorzusehen.

Der Anteil des preisgünstigen Wohnraums gemäss dem kantonalen Wohnraumförderungsgesetz erhöht sich somit auf 15 Prozent der anrechenbaren Wohnfläche. Auf zusätzlichen 10 Prozent der Fläche ist altersgerechter Wohnraum geplant. Die entsprechenden Kleinwohnungen sind in der Grösse beschränkt und schwellenlos umzusetzen. «Insgesamt gehen wir im Richtprojekt von 27'000 Quadratmeter Fläche für Wohnnutzungen und somit rund 300 Wohnungen aus. Ein Viertel davon soll als preisgünstiger oder altersgerechter Wohnraum realisiert werden, welcher prioritär Chamerinnen und Chamern zur Verfügung stehen soll», wird Thomas Aebischer zitiert.

Im südlichen Bereich des Areals, angrenzend an den Papieri-Ring, entsteht der Pavatex-Platz. Zusammen mit dem geplanten Hochhaus soll dieser den Auftakt in das neue Quartier bilden. Angrenzend an den Pavatex-Platz sind rund 600 Quadratmeter Gewerbefläche vorgesehen.

Schulhaus als wichtiger Teil der gemeindlichen Schulraumplanung

Das Schulhaus der Einwohnergemeinde Cham für zwei Klassenzüge, mit Räumen für die Modulare Tagesschule sowie einer Dreifachturnhalle solle auf dem nördlichen Arealteil realisiert werden.

Der neue Schulstandort sei ein wichtiger Baustein in der gemeindlichen Schulraumplanung, welche sich an der prognostizierten Bevölkerungsentwicklung von Cham orientiert. Bauvorsteher Georges Helfenstein spricht von einem «grossen Meilenstein in der Umsetzung der Schulraumplanung», welche mit dem neuen Schulstandort auf dem Pavatex-Areal bevorsteht.

Ziel ist der ordentliche Bebauungsplan

Sobald die Mitwirkung ausgewertet und das Richtprojekt dementsprechend überarbeitet ist, beginnt die Übersetzung in das Planungsmittel, den ordentlichen Bebauungsplan. Ein Bebauungsplan legt fest, wie innerhalb eines bestimmten Perimeters gebaut werden kann.

Dabei würden für diesen Perimeter spezielle Bauvorschriften definiert, welche von der Regelbauweise (Zonenplan und Bauordnung) abweichen können. Da mit einem Bebauungsplan mehr gebaut werden kann, als in der Regelbauweise zulässig ist, muss der Bebauungsplan im Gegenzug besondere Vorzüge (z.B. eine besonders gute Eingliederung und Umgebungsgestaltung, eine öffentliche Durchwegung etc.) aufweisen.

Der ordentliche Bebauungsplan bedingt die Zustimmung der Chamer Stimmbevölkerung. Diese wird voraussichtlich Mitte 2026 darüber befinden. Parallel dazu wird im Rahmen der laufenden Ortsplanungsrevision das Areal von der Arbeitszone in eine Wohn- und Arbeitszone umgezont.

Verwendete Quellen
  • Medienmitteilung der Gemeinde Cham
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