Wirtschaft
Amag ist auf Monate hinaus mit Schäden beschäftigt

Hagel hinterlässt 180 zerbeulte Karossen bei Zuger Autohändler

Hagelkörner haben in Zug zahlreiche Autoscheiben zerstört. (Bild: Zuger Polizei)

Vor dem Regen war der Hagel: Die Schäden aus dem Katastrophensommer halten die Amag Zug auf Trab, wo tennisgrosse Eisbälle viele Autos zerschlagen haben. Auch die Gebäudeversicherung des Kantons Zug kommt kaum nach mit der Arbeit – und musste ein halbes Dutzend zusätzlicher Leute temporär anstellen.

Murgänge, überflutete Keller, überlaufende Seen: Die starken Niederschläge der letzten Tage haben die heftigen Hagelzüge in den Hintergrund treten lassen, welche den Kanton Zug und Teile des Kantons Luzern vor wenigen Wochen heimgesucht haben (zentralplus berichtete).

Doch die Behebung der Schäden gibt immer noch viel zu tun. Zum Beispiel beim Automobilunternehmen Amag, das in Cham nicht nur den Hauptsitz unterhält, sondern seit Jahrzehnten auch eine grosse Niederlassung. Der Rekordhagel mit Eiskugeln in Tennisballgrösse beschädigte am 28. Juni bei der Garage rund 120 Neufahrzeuge und 60 Kundenwagen beträchtlich.

Ein ziemliches Schlachtfeld und dazu noch ein teures, wenn man an all die Audis im gehobenen Marktsegment denkt, die Amag Zug verkauft.

Selbstbehalt für Fahrzeuge ohne Nummer

«Wir gehen bei den eigenen betroffenen Fahrzeugen von einer Schadenhöhe von etwas mehr als einer Million Franken aus», sagt Emanuel Steinbeck, Sprecher der Amag-Gruppe. Die eingelösten Wagen seien gegen Elementarschäden versichert, bei nicht eingelösten Fahrzeugen decke eine Sachversicherung den Hagelschaden ab. Jedoch gebe es Selbstbehalte. Die Schäden der betroffenen Kundenfahrzeuge von Amag Zug würden in der Regel über die jeweilige Teilkasko-Versicherung abgewickelt.

«Die durchschlagenen Front- und Heckscheiben sind bereits zum allergrössten Teil ersetzt.»

Emanuel Steinbeck, Amag-Gruppe

Steinbeck sagt, durchschlagene Autoscheiben seien bei der aussergewöhnlichen Grösse der Hagelkörner «durchaus nicht unüblich». Bei der Reparatur hätten die kaputten Front- und Heckscheiben der Kundenfahrzeuge Priorität gehabt. «Diese sind inzwischen zum allergrössten Teil bereits ersetzt, sodass die Fahrzeuge wieder genutzt werden können und die Kunden mobil sind.»

Anders siehts aus mit den Beulen im Blech. «Die Abarbeitung der Hagelschäden an den Karosserien wird voraussichtlich einige Monate in Anspruch nehmen», sagt Steinbeck. Er gibt zu bedenken, dass dies – abgesehen von der Optik – jedoch kein Problem darstelle, da die Fahrzeuge bis zum Reparaturtermin uneingeschränkt genutzt werden könnten.

Bitte um Geduld und Schadensmeldung

Um die Schadenssumme in ein Verhältnis zu stellen: Die Gebäudeversicherung des Kantons Zug bezifferte vor Wochenfrist die Schadenssumme der beiden Hagelzüge vom 21. und 28. Juni provisorisch auf über 40 Millionen Franken, was auf 4'500 Schadensmeldungen zurückgeht. Bei der Gebäudeversicherung sind nun Mitarbeitende aus allen Abteilungen dabei, ihre Kollegen aus der Versicherungsabteilung zu unterstützen. «Zudem konnten kurzfristig temporär sechs Personen zur Schadensbearbeitung engagiert werden», sagt Direktor Richard Schärer.

Dennoch sieht man sich bei der Gebäudeversicherung gezwungen, um Geduld zu bitten. Und da immer noch neue Schäden angezeigt werden, ergeht der Appell, die alten Schäden möglichst schnell nachzumelden und fotografisch festzuhalten.

Es sollten Notabdeckungen und Notabdichtungen angebracht werden, aber abgesehen von Sofortmassnahmen auf die Schadensbeurteilung gewartet werden. Funktionale Mängel kann man natürlich trotzdem beheben und die Gebäudeversicherung ermuntert die Leute, Trocknungsarbeiten in geschlossenen Räumen durchzuführen. Was in vielen gefluteten Liegenschaften im Kanton Zug seit Wochen geschieht.

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