Wegen Corona-Ausfällen: Zusätzliche Millionen für Luzerner Kultur
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Durch die Verlängerung ist nun auch das Lucerne Festival anspruchberechtigt. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Nun erhalten auch Blue Balls und Lucerne Festival Geld Wegen Corona-Ausfällen: Zusätzliche Millionen für Luzerner Kultur

3 min Lesezeit 07.07.2020, 12:15 Uhr

Der Bund erhöht die Unterstützung für Kulturschaffende und Kulturbetriebe wegen coronabedingter Ausfälle – unter der Bedingung, dass die Kantone nachziehen. Der Luzerner Regierungsrat hat nun zusätzliche 2,7 Millionen Franken bewilligt. Bis das Geld fliesst, dauert es aber.

Festivals, Konzerte, Ausstellungen: Das kulturelle Leben erlitt durch die Corona-Pandemie einen Stillstand. Langsam kehrt es zurück, doch die Einschränkungen haben viele Kulturschaffende und Institutionen hart getroffen.

Für die unverschuldete Arbeitslosigkeit werden sie finanziell entschädigt. Der Bundesrat hat die entsprechende Verordnung bis zum 20. September verlängert. Neu gilt: Für Absagen oder Verschiebungen von Veranstaltungen, die bis zum 31. Oktober 2020 stattgefunden hätten, können Ausfallentschädigungen angefordert werden.

Dazu braucht es mehr Geld: Mitte Juni hat der Bund deshalb die Mittel für Ausfallentschädigungen um 50 Millionen erhöht. Davon wurden dem Kanton Luzern 2,7 Millionen zur Verfügung gestellt, wenn er diesen Betrag verdopple (zentralplus berichtete). Das hat der Regierungsrat nun beschlossen, wie er am Dienstag mitteilt.

Acht Monate Unterstützung statt nur vier

Kulturdirektor Marcel Schwerzmann rechnet vor: «Es müssen nicht mehr nur finanzielle Verluste für vier Monate, sondern neu für acht Monate gedeckt werden. Die grossen und national bedeutenden Festivals wie Blue Balls Lucerne und Lucerne Festival, welche abgesagt wurden, sind im Kanton Luzern nun ebenfalls anspruchsberechtigt.»

Die beiden Festivals haben laut Schwerzmann bereits ihre Gesuche eingereicht – wie hoch sie ihre Ausfälle beziffern, dazu könne er aber keine Auskunft geben. Insgesamt hat die kantonale Kulturförderung bis zum 22. Juni 280 Gesuche von Kulturschaffenden und vor allem Kulturunternehmen erfasst. Sie machen Ausfälle von gesamthaft 25 Millionen Franken geltend.

«Das Prozedere ist in der Tat sehr aufwändig.»

Marcel Schwerzmann, Luzerner Kulturdirektor

Das übersteigt die 17 Millionen Franken, die in Luzern – dank der Zusatzspritze von Bund und Kanton – nun zur Verfügung stehen. Dennoch geht der Kanton davon aus, dass das Geld reichen wird. Denn wenn Kulturschaffende oder Veranstalter Corona-Hilfen von der Ausgleichskasse oder Suisseculture Sociale erhalten haben, werden diese Beträge abgezogen. Zudem schreibt der Bund vor, dass maximal 80 Prozent der Ausfälle gedeckt werden. Der Luzerner Regierungsrat geht deshalb davon aus, dass sich «die angefragten Beträge um sicher einen Drittel reduzieren lassen, so dass die gesamthaft von Bund und Kanton Luzern zur Verfügung gestellten Mittel wohl ausreichen sollten».

Allerdings ist diese Aussage mit Vorsicht zu geniessen. Denn nur schon die bis am 22. Juni eingereichten Gesuche betragen, wenn man sie um den genannten Drittel kürzt, rund 17 Millionen Franken. Marcel Schwerzmann hält denn auch fest: «Die Berechnung, dass die Mittel wohl ausreichen werden, entspricht einer Hochrechnung und ist in dem Sinne nicht abschliessend, je nachdem wie sich die Bedingungen und Voraussetzungen für Veranstaltende und Kulturschaffende verändern.»

Auszahlung braucht viel Zeit

Die IG Kultur Luzern zeigt sich in einer ersten Reaktion erfreut über den Entscheid der Regierung, die Mittel um 2,7 Millionen Franken aufzustocken. Noch offen sei indes, wann die ersten Zahlungen ausgelöst würden.

Der kantonale Kulturbeauftragte Stefan Sägesser sagte Ende Juni gegenüber zentralplus, dass bereits Gelder an Kulturschaffende und Kulturunternehmen geflossen seien. Er hielt aber gleichzeitig fest, dass der Kanton jeweils berücksichtigen müsse, ob die Betroffenen bereits andere Unterstützungsgelder erhalten haben. «Das macht die Bearbeitung komplizierter und verzögert den Entscheid», so Sägesser.

Im Kanton Zürich machte die zuständige Regierungsrätin kürzlich auf diese «Bürokratie» aufmerksam. Auch der Luzerner Kulturdirektor Marcel Schwerzmann streitet das nicht ab: «Das Prozedere ist in der Tat sehr aufwändig.» Das sei nicht ideal, doch immerhin habe man Verbesserungen bei den Abläufen erreicht.

Bis Mitte Juli will der Kanton Luzern alle Gesuche für die Periode bis Ende Mai 2020 abgerechnet und Teilauszahlungen überwiesen haben. Marcel Schwerzmann versichert: «Wir arbeiten mit Hochdruck an den Dossiers.»

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