Stink-Schulhäuser: Sind die heissen Sommer schuld?
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Nun gehört auch die Kanti Willisau zu den Stink-Schulhäusern. (Bild: zvg)

Luzerner Schulen von Naphtalin betroffen Stink-Schulhäuser: Sind die heissen Sommer schuld?

2 min Lesezeit 23.01.2020, 18:14 Uhr

Immer mehr Schulhäuser im Kanton Luzern weisen erhöhte Werte des Schadstoffs Naphtalin auf. Dass es in den letzten Monaten vermehrt zu Beanstandungen kam, könnte auch mit dem sich verändernden Klima zusammenhängen.

Die Fälle von Luzerner Schulhäusern mit einer erhöhten Belastung durch den Schadstoff Naphtalin häufen sich. Allein diese Woche wurde die Liste der Stink-Schulhäuser mit dem «Roggern» in Kriens und der Kantonsschule Willisau um zwei weitere Gebäude ergänzt (zentralplus berichtete). Zuvor kam es in der Stadt Luzern, Emmen, Ebikon und Horw zu ähnlichen Fällen.

Doch weshalb haben sich die Fälle in den vergangenen Monaten gehäuft? War die Belastung bis anhin schlicht nicht so hoch? «Für Raumluftschadstoffe gibt es in der Schweiz keine verbindlichen Grenzwerte oder Messpflichten. Die Behörden werden dann aktiv, wenn Reklamationen vorliegen», sagt Regula Huber, Kommunikationsverantwortliche beim kantonalen Bildungsdepartement auf Anfrage.

Die Messungen in Willisau seien folglich aufgrund von Reklamationen von Lehrpersonen veranlasst worden. «Es muss aber davon ausgegangen werden, dass die Belastung über Jahre hinweg ähnlich war», so Huber.

Luzern ist kein Einzelfall

Ein möglicher Grund für die Zunahme an Meldungen könnten die heissen Sommer der letzten Jahre sein. «Mit jedem Grad Erwärmung steigt der Prozentsatz der Ausdünstung.»

Luzern sei nicht der einzige Kanton, in dem es in jüngster Zeit zu solchen Fällen kam. Huber: «Diese Problematik und Werte in dieser Grössenordnung sind auch in anderen Kantonen bekannt. Es erscheinen aber bei weitem nicht alle Fälle in den Medien.» Die mediale Aufmerksamkeit sei zurzeit einfach sehr hoch.

Aufgrund der Messwerte in Willisau habe man umgehend auch in der Kanti Beromünster entsprechende Messungen durchgeführt, da diese ähnlich gebaut sei. «Die Resultate sind aber noch ausstehend und werden für die nächsten Wochen erwartet», so Huber.

Kosten können noch nicht beziffert werden

In allen betroffenen Schulhäusern werden bauliche Massnahmen getroffen, um die Schadstoffbelastung künftig zu verhindern, war in den bisherigen Verlautbarungen der Gemeinden und des Kantons zu vernehmen. Primarschulhäuser sind Sache der Kommunen, während die Kantonsschulen im Besitz des Kantons sind. Entsprechend sind die Zuständigkeiten für Sanierungen geregelt.

Wie hoch die Kosten für die baulichen Massnahmen für Kanton und Gemeinden sein werden, kann Regula Huber noch nicht beziffern. «Das hängt von den verschiedenen Massnahmen ab, die aktuell geplant sind», sagt sie.

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