Sport
Seine drei zentralen Botschaften zum FC Luzern

FCL-Machthaber Alpstaeg bricht sein Schweigen

Bernhard Alpstaeg polarisiert als Aktionär und Inhaber der «swissporarena». (Bild: Daniela Frutiger/freshfocus)

Zum ersten Mal seit Bekanntwerden des Zerwürfnisses im FCL-Aktionariat Ende Oktober äussert sich Mehrheitsaktionär Bernhard Alpstaeg gegenüber der Öffentlichkeit. Aber er holt nicht den verbalen Prügel aus dem Sack, sondern stimmt Töne an, die man sich aus seinem Mund nicht gewohnt ist.

Die Online-Plattform «nau.ch» hat den als FCL-Verwaltungsrat zurückgetretenen Bernhard Alpstaeg an diesem Mittwoch zum Mittagessen ins Restaurant Uto Kulm eingeladen – und der 74-Jährige stimmte zu. Das Video-Interview wird bis am Freitag in verschiedenen Folgen ausgestrahlt.

Die Frage ist: Warum redet Alpstaeg jetzt plötzlich, nachdem er monatelang zu den Vorwürfen der ihm feindselig gestimmten Aktionärsgruppe um Marco Sieber eisern geschwiegen hat (zentralplus berichtete)?

Sein Mediensprecher Bruno Affentranger erklärt: «Ein Video bringt am besten rüber, wie Alpstaeg spricht, wie er tickt und wie er lebt. Ein gefilmtes Gespräch ist unmittelbar und ehrlich. Ausserdem handelt es sich hier um ein junges Medium mit einer Technik, die interessiert. Deshalb hat Bernhard Alpstaeg diese Anfrage wahrgenommen.»

Alpstaeg verzichtet auf Gegenangriff

Aber was hat der FCL-Machtinhaber überhaupt zu sagen? Eine Retourkutsche an die «Sieberianer» ist ausgeschlossen. Es würde den Grundsatz des runden Tisches, den der FCL im November ins Leben gerufen hat (zentralplus berichtete), torpedieren. Denn die Streithähne haben mit Unterschrift bekräftigt, dass sie zum Wohle des FC Luzern nur noch gemeinsam informieren wollen.

«Vor allem aber entschuldigt sich Bernhard Alpstaeg im Namen aller Aktionäre bei den Klubvertretern, den Fans und allen, denen der Klub am Herzen liegt.»

Mediensprecher Bruno Affentranger

Affentranger, der das Gespräch an einem Nebentisch überwachte, sagt: «Im ersten Teil geht es um die sportliche Situation beim FCL.» Da läuft es ja mit drei Siegen in drei Rückrundenspielen rund. «Der Reporter wollte wissen, ob Sportchef Remo Meyer gehen muss, wenn der Erfolg auch unter Fabio Celestini ausbleiben sollte.» Und was war Alpstaegs Antwort? «Dass das nicht sein Business ist, darüber zu befinden», so Affentranger.

Der zweite Teil des Videointerviews dreht sich um das FCL-Aktionariat und mögliche Lösungen für die Zukunft. Affentranger: «Er sagt nur, was aus seiner Sicht war. Vor allem aber entschuldigt er sich im Namen aller Aktionäre bei den Klubvertretern, den Fans und allen, denen der Klub am Herzen liegt.» Alpstaeg sage, dass es dabei um viel Geld und die Egos gehe, doch nun nur noch um eine gemeinsame Lösung für die Zukunft. Es sind Worte, die Alpstaeg schon im Januar bei seiner Ansprache während des Friendship Dinners des FCL an die geladenen Gäste richtete.

Wenn Alpstaegs Zunge lockerer wird

Alpstaeg ist es auch wichtig zu sagen, dass «alle Aktionäre die Finanzierung des Klubs bis September 2021 per Unterschrift zugesichert und ihren Anteil bereits eingezahlt haben», wie Affentranger betont. Das sei nicht mal beim FC Basel der Fall.

Und darüber hinaus will sich Alpstaeg künftig daran halten, stufengerecht zu kommunizieren. Das heisst: Er will sich nicht mehr mit markigen Worten zum Tagesgeschäft des FC Luzern äussern.

Selbstverständlich wird Alpstaegs Zunge aber auch lockerer während des Videodrehs. «Aber nur, wenn es um Fragen zu seiner Person geht», so Affentranger.

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