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Was ist der Plan von FCL-Machthaber Bernhard Alpstaeg?
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Was führt Bernhard Alpstaeg als Merheitsaktionär des FCL und der Swissporarena im Schild? (Bild: Daniela Frutiger/freshfocus)

Krach in der Holding eskaliert Was ist der Plan von FCL-Machthaber Bernhard Alpstaeg?

4 min Lesezeit 2 Kommentare 24.10.2019, 17:48 Uhr

Es ist ein vortreffliches Schauspiel über Machtpolitik, das Mehrheitsaktionär Bernhard Alpstaeg dieser Tage im FCL vollführt. Er zeigt der gegnerischen Investoren-Gruppe um Marco Sieber ihre Unwichtigkeit auf. Die Frage ist: Was führt der FCL-Machthaber im Schilde?

Es ist eine unternehmerische Machtdemonstration, die Alpstaeg seinen Widersachern nach Jahren der Unverträglichkeit spüren lässt. Erst hat er sich gegen den Willen von Marco Sieber, Hans Schmid und Samih Sawiris durchgesetzt, das lange brachliegende Aktienpaket von 25 Prozent des früheren FCL-Präsidenten Walter Stierli zu übernehmen, um sich zum Mehrheitsaktionär (52 Prozent) der FCL Holding AG aufzuschwingen (zentralplus berichtete).

Um gleich zum nächsten Schlag auszuholen. Vom Stadionbauer Eberli hat er 60 Prozent der Aktien an der Swissporarena übernommen – zum abermaligen Missfallen der Sieber-Gruppe. Sie fühlen sich übergangen. Die FCL-Holding hält die restlichen 40 Prozent.

Sieber-Gruppe im Schmollwinkel

Die im Machtkampf unterlegene Sieber-Gruppe hat sich am Donnerstag in den Schmollwinkel verzogen und kündigte in der «Luzerner Zeitung» ihren Rücktritt aus dem Verwaltungsrat (VR) der Holding an. Sie tat dies im Bestreben, Alpstaeg als Urheber aller FCL-Unruhen in der Öffentlichkeit darzustellen.

«Die Holding-Statuten sehen ein Kollektiv zu zweien vor.»

Philipp Studhalter, VR-Präsident des FC Luzern

Laut Auskunft von FCL-Präsident Philipp Studhalter hat Alpstaeg seinen eigenen Rücktritt aus dem VR bereits auf den 15. Oktober vollzogen. In den Tagen und Wochen davor liess er die Sieber-Gruppe mit einem Kauf-Angebot für seine Aktienanteile ins Leere laufen.

Aktionäre bleiben die Streithähne aber alle weiterhin. Doch sie können nun persönlich keinen Einfluss mehr nehmen auf die strategische Ausrichtung des Super-Ligisten.

Holding bleibt handlungsfähig

Im VR der Holding bleiben von nun an Josef Bieri als 10-Prozent-Eigner und Philipp Studhalter als mandatierter Präsident ohne eigenen Aktienanteil. Studhalter versichert, dass die strategische Ebene des FC Luzern trotz der vier Rücktritte handlungsfähig bleibt: «Die Holding-Statuten sehen ein Kollektiv zu zweien vor.» Und er fügt an: «Auch mit nur einer Person im Verwaltungsrat wäre die Handlungsfähigkeit der Holding gegeben.»

In genau zwei Wochen, am 7. November, wird die Generalversammlung (GV) der für die sportlichen Belange zuständigen FC Luzern-Innerschweiz AG über die Bühne gehen. Diese ist zu 97 Prozent im Besitz der Holding, die restlichen 3 Prozent sind Publikumsaktien. Durch das Theater in der Holding könnte der GV aus verschiedenen Perspektiven ein gesteigerter Unterhaltungswert zukommen.

Wert seines Aktienpakets massiv gesteigert

Alpstaeg hat die Macht im FC Luzern auf eine schlaue Art und Weise an sich gerissen. Die bis anhin entscheidende, aber noch nicht beantwortete Frage ist: Was ist der Masterplan hinter seinem Wirken? Darüber wird erst die Fortsetzung seiner Machtdemonstration Aufschluss geben können.

«Ich bedaure, dass der Zwist in der Holding durch eine Indiskretion an die Öffentlichkeit gelangt ist und der FC Luzern dadurch in ein schiefes Licht.»

Mit der Übernahme der Aktienmehrheit an der Swissporarena hat Alpstaeg signalisiert, dass er im Fussballgeschäft nicht nur Millionen-Löcher stopfen, sondern Geld verdienen will. Ob lang- oder kurzfristig: Im professionellen Mannschaftssport generiert Einnahmen, wer das Stadion gastronomisch bewirtschaften kann. Davon können der SC Bern und in kleinerem Rahmen auch der EV Zug ein Liedchen singen.

Die Aktienmehrheit an der Swissporarena hat Alpstaegs Aktienmehrheit an der Holding um einiges attraktiver gemacht. Sie hat selbstredend seine Wichtigkeit im Verein verstärkt und den Wert seines Aktienpakets deutlich erhöht – wann auch immer Alpstaeg sich dazu entschliesst, einen Abnehmer zu finden.

Eine Anfrage von zentralplus zu den Plänen Alpstaegs liess sein Mediensprecher Bruno Affentranger unbeantwortet.

Will Sawiris verkaufen?

Nur eines brachte Alpstaeg bisher nie fertig: In der Holding konnte er Kurs und Strategie des FC Luzern trotz seiner Aktienmehrheit nicht alleine bestimmen. Wer 10 Prozent der Aktien besitzt, hat ein Stimmrecht. So entzündete sich der Konflikt zwischen Alpstaeg und seinen Widersachern Sieber, Schmid und Sawiris.

Dass Franz Egle als Statthalter von Samih Sawiris zur Sieber-Gruppe gezählt wird, mag als Zeichen dafür gewertet werden, dass sich der Ägypter mittlerweile in der Zentralschweizer Gesellschaft etabliert fühlt und seine Anteile am FCL abstossen will.

Alpstaegs Statthalter kontrolliert den Laden

Zur Machtdemonstration von Alpstaeg, der jüngst das Namensrecht am Stadion auf der Allmend mit seiner Firma um fünf Jahre verlängerte und auf diese Saison den früheren FCB-Präsidenten Bernhard Heusler zu seinem strategischen Berater machte, gehört jüngst auch die Bestellung von Studhalter zum FCL-Geschäftsführer. So kontrolliert sein Statthalter auch die operative Ebene (zentralplus berichtete).

«Ich bedaure, dass der Zwist in der Holding durch eine Indiskretion an die Öffentlichkeit gelangt ist und der FC Luzern dadurch in ein schiefes Licht», sagt Studhalter. Er hofft nun auf eine «nachhaltige Lösung zum Wohle des FC Luzern – und zwar möglichst schnell.»

Fortsetzung folgt bestimmt.

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2 Kommentare
  1. Nichtfussballer, 25.10.2019, 07:31 Uhr

    Aus sicherer Quelle weiss ichvon Leuten die sich intern gegen bestimmte Forderungen von Alpsteg gestellt hatten und darauf aus irgendwelchen herbeigezogenen Gründen gefeuert wurden. Das scheint also schon lange ein gröberes Problem zu sein.

    1. IsmirÜbel, 25.10.2019, 13:42 Uhr

      “vom ghöre Säge legt mer lüge”