Spitalpersonal steckte sich vor allem im privaten Umfeld an
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Das Hauptgebäude des Luzerner Kantonsspitals. (Bild: Archivbild)

Schutzkonzept gegen Corona half Spitalpersonal steckte sich vor allem im privaten Umfeld an

3 min Lesezeit 15.06.2020, 08:18 Uhr

Wer keinen Notfall hat, solle die Spitäler meiden, hiess es während des Lockdowns. Viele Patienten getrauten sich aus Angst vor einer Ansteckung deshalb nicht mehr ins Spital. In den Zentralschweizer Spitälern haben sich aber nur wenige Angestellte mit dem Coronavirus infiziert, selten durch Patienten.

Kaum war das Coronavirus in der Schweiz angekommen, rüsteten die Spitäler auf. Auch in der Zentralschweiz wurden Schutzmassnahmen getroffen, Patienten, die keinen Notfall hatten, wurden gebeten, das Spital zu meiden. So sollte die Verbreitung des Virus eingedämmt werden.

Die Massnahmen haben gewirkt, wie eine Auswertung der Infektionen beim Spitalpersonal zeigt. So wurden von der Klinik St. Anna beispielsweise 0,5 Prozent der 1321 Mitarbeitenden, also sechs Personen, positiv getestet, wie die «Luzerner Zeitung» schreibt. Infiziert hätten sie sich aber nicht im Spital, genauso wenig wie die Patienten, betont Lukas Hadorn, Leiter der Klinikkommunikation.

Auch beim Luzerner Kantonsspital (Luks) liegt die Rate bei unter einem Prozent. Wie viele Fälle es konkret sind, verrät Sprecher Markus von Rotz der Zeitung nicht. Die Mehrheit des infizierten Personals habe sich jedoch wahrscheinlich im privaten Umfeld angesteckt.

Umgang mit Viren gehört zum Alltag

Dass die Spitäler nicht zu Virusschleudern geworden sind, sei auch auf die schnelle Reaktion der Spezialisten zurückzuführen, sagt Lukas Hadorn vom St. Anna. «Sie hatten bereits früh ein detailliertes Schutzkonzept ausgearbeitet und deren konsequente Anwendung sichergestellt.» Auch Patienten und Besucher hätten sich an die Massnahmen gehalten.

Der Umgang mit ansteckenden Erregern gehöre zudem zum Spitalalltag. Das versuche man den Menschen auch aufzuzeigen, sagt Hadorn. «Gleichzeitig ist es wichtig, der Bevölkerung klar zu machen, dass es gravierende Folgen haben kann, einen Arzt- oder Spitalbesuch hinauszuzögern.»

Kommunikation hält man auch beim Luks für einen wesentlichen Faktor im Kampf gegen das Virus. Sprecher Markus von Rotz: «Die transparente Information über die Schutzmassnahmen hat aufgezeigt, dass ein Spital ein sehr sicherer Ort ist. Diese würde bei einer allfälligen zweiten Welle fortgesetzt und falls nötig unter Einbezug der neusten Zahlen intensiviert.»

Angst vor Ansteckungsgefahr war unbegründet

Eine weitere Rolle habe aber auch das Schutzmaterial gespielt, das zwar vorhanden, teils aber zwischenzeitlich rationiert werden musste. Das Schutzkonzept und die Trennung zwischen Covid- und Nicht-Covid-Patienten hätten sich bewährt.

Dennoch haben viele Menschen das Spital während der ersten Coronawelle gemieden, manchmal sogar trotz eines vorliegenden Notfalls. Denn zuvor hatte es einen Appell an die Bevölkerung gegeben, die Spitäler nicht unnötig zu überlasten.

Mit der Ansteckungsgefahr hatte das aber nichts zu tun, wie der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri der Zeitung sagt: «Die Behandlungen wurden während der vergangenen Welle eingeschränkt, um genügend Kapazitäten für schwer Coronakranke zu schaffen, und nicht, weil eine Ansteckungsgefahr für andere Patientinnen und Patienten bestand. Man darf der Bevölkerung mit gutem Gewissen raten, angezeigte Behandlungen im Spital zeitgerecht und ohne Angst vornehmen zu lassen.»

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