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Polemik gegen den Bauchef: Was tut der eigentlich?
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(Bild: Oberägeri / E.T. Studhalter)

Wahlen in Oberägeri: CVP und SVP im Clinch Polemik gegen den Bauchef: Was tut der eigentlich?

3 min Lesezeit 24.09.2018, 10:11 Uhr

Bei den Gemeinderatswahlen in Oberägeri gehts darum, einen Nachfolger für CVP-Mann Peter Staub zu küren. Im Fokus des Wahlkampfs steht aber mit Bauchef Andreas Meier (SVP) ein ganz anderer. Und gefährdet ist mit Sozialvorstand Paul Iten (Forum) wieder ein anderer.

Bereits seit drei Amtszeiten ist Andreas Meier (SVP) Bauchef der Gemeinde Oberägeri. Der 55-jährige Energieingenieur ist auch Stellvertreter von Gemeindepräsident Pius Meier (FDP). Doch der Respekt wird ihm verweigert: Jüngst ist er in den Leserbriefspalten der «Zuger Zeitung» brüsk angegriffen worden. Dort wurde ihm vom früheren CVP-Kantonsrat Thiemo Hächler Untätigkeit vorgeworfen.

Er entwickle das Gewerbegebiet nicht weiter. Alle wichtigen Bauprojekte der Gemeinde würden nicht von ihm, sondern von Gemeindeangestellten abgewickelt, polemisierte der Oberägerer Architekt, der vor einigen Jahren mit seinen Angriffen gegen den kantonalen Denkmalschutz bekannt geworden ist.

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CVP greift mit zwei bekannten Leuten an

Auch das Ägeribad sei von Gemeindepräsident Pius Meier zur Chefsache erklärt worden, hiess es von Seiten Hächlers weiter. Wäre es da nicht sinnvoller, einen anderen, engagierten Bauchef zu wählen, wo doch im kommenden Jahr die wichtige Richtplanrevision bevorstünde, fragte der streitbare Christdemokrat.

Möglicherweise will Hächler durch die Angriffe seinen Parteifreunden einfach den Weg in den Gemeinderat ein bisschen einebnen – denn die CVP tritt am 7. Oktober mit zwei Kandidaten zur Wahl an. Neben Evelyn Rust (40), die bereits 2014 gewählt worden war, aber als Überzählige ausschied, möchte auch Beat Wyss (48) in den Gemeinderat – um den Sitz des nicht mehr antretenden Peter Staub (CVP) zu erben oder aber auf Kosten eines Bisherigen.

Meier weist Vorwürfe zurück

Wyss war wie auch Hächler früher CVP-Kantonsrat für Oberägeri – und er interessiert sich wie Meier für Energiethemen, war einer der Initianten von Energie Ägerital.

Trotz den Vorwürfen wird Andreas Meier kaum zittern müssen. Dafür hat er bei den bisherigen Wahlen jeweils zu gut abgeschnitten. Gegenüber zentralplus gab er sich tiefenentspannt: Er glaube nicht, dass die CVP hinter der Attacke gegen ihn stehe. Das sei ein persönlicher Angriff. «Abgesehen davon stimmen die Vorwürfe nicht», sagt er.

Auch die SVP möchte hinzugewinnen

Er habe sehr wohl auch persönlich beim Schulbau und in Morgarten gemeindliche Projekte selber geleitet und das Ägeribad werde nicht von der Gemeinde, sondern von einer Aktiengesellschaft realisiert. Für Oberägeri sei eben Gemeindepräsident Pius Meier im Verwaltungsrat vertreten, deswegen dessen Engagement in der Sache. 

Andreas Meier seinerseits führt das Fähnlein der SVP an. Die hofft mit einem zweiten Kandidaten – dem 47-jährigen Thomas Müller – den frei werdenden CVP-Sitz zu schnappen (zentralplus berichtete). Oder eben einen anderen.

Andreas Meier, SVP-Gemeinderat und Ressortleiter Bau / Infrastruktur in Oberägeri.

Andreas Meier, SVP-Gemeinderat und Ressortleiter Bau / Infrastruktur in Oberägeri.

(Bild: Oberägeri / E.T. Studhalter)

FDP ist klar die stärkste Kraft

Die Fehde hat in Oberägeri Tradition, seit die CVP im Jahr 2006 ihren zweiten Sitz verlor und die SVP mit Andreas Meier erstmals den Sprung in den Gemeinderat schaffte.

Nun hat nur noch die FDP zwei Sitze in der Gemeinderegierung. Und die scheinen derzeit gegen Angriffe sicher – auch wenn die zweistärkste Oberägerer Partei, die CVP, mit zwei gut eingeführten Kandidaten antritt.

Der starke Mann von Alosen

Gemeindepräsident Pius Meier (61) ist schon so lange im Amt wie Josef Ribary in der Nachbargemeinde Unterägeri – seit 2003 Jahren Gemeinderat, seit 2008 Präsident. Der Landwirt aus Alosen ist der starke Mann am Raten und sein Parteikollege und Schulvorstand Marcel Güntert (49) ist gemessen an den Stimmen bei der letzten Wahl auch auf der sicheren Seite.

Am knappsten könnte es für Paul Iten (64) werden. Der Sekundarlehrer vertritt das Forum Oberägeri und ist seit zwei Legislaturen Sozialvorstand der Gemeinde. Er hatte es jedoch schon 2014 geschafft, sein Mandat zu verteidigen.

Investition in die Zukunft

Wahrscheinlich wird es also nach einem angeregten Wahlkampf parteipolitisch beim Status quo bleiben. Und für die beiden Kandidaten, welche keinen Sitz mehr in der Gemeinderegierung ergattern können, hat das Schaulaufen vielleicht doch Wirkung.

In Oberägeri werden nämlich bei Wahlen gerne neue Kandidaten aufgebaut. Auch Schulvorstand Güntert war beim ersten Mal noch gescheitert – und sitzt nun sicher im Sattel.

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