Mit diesen Sextoys haben sich Luzernerinnen und Zuger eingedeckt
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Viele Paare und Singles haben zu Krisenzeiten auf Sextoys zurückgegriffen. (Bild: Womanizer Wow Tech/Unsplash)

Verkaufszahlen explodierten während Krise Mit diesen Sextoys haben sich Luzernerinnen und Zuger eingedeckt

3 min Lesezeit 2 Kommentare 10.08.2020, 20:00 Uhr

Weltweit verzeichnen Online-Erotikhändler boomende Verkaufszahlen. Auch in Luzern und Zug werden zu Coronazeiten fleissig Sextoys bestellt. Bei den Männern war eine Blowjobmaschine hoch im Kurs. Analplugs hingegen weniger.

Corona – ein Lustkiller? Mitnichten. Egal, wen man fragt – die Zahlen sprechen für sich. Der Verkauf von Sextoys: boomt. Klicks auf Pornoseiten: massiv angestiegen. Zugriffe auf Dating-Plattformen: steigend.

Laut Expertinnen haben jetzt viele das Bedürfnis nach dem sogenannten «Weltuntergangssex»: In Zeiten, die von Ängsten und Unsicherheiten geprägt sind, soll das Bedürfnis nach körperlicher Nähe steigen.

Auch der Sexspielzeug-Händler Amorana verzeichnet einen gigantischen Anstieg der Bestellzahlen. «Regelrecht explodiert» seien sie, sagt Amorana-Mitgründer Alan Frei. Die ersten zwei Wochen nach dem Lockdown waren noch ruhig, das Geschäft lief regulär weiter. Ende März sei man dann mit Bestellungen völlig überrannt worden. «Wir machten in dieser Zeit dreimal so viel Umsatz wie im Jahr zuvor», sagt Frei.

Er erklärt sich das so: Erst deckte man sich mit Notwendigkeiten wie WC-Papier, Pasta und Wein ein. «Nachdem sie dann zwei Wochen mitten in ihren Toilettenpapier-Türmen sassen, wurde es ihnen wohl langweilig.» Die Zeit musste sinnvoll verbracht werden, die Libido meldete sich zurück.

Und der Effekt hält an: Die Menschen kaufen bei Amorana doppelt so viel ein als noch im Jahr zuvor. In Luzern liegt das Wachstum bei 96 Prozent, im prüden Zug gar bei 115 Prozent.

Blowjob-Maschine ist bei den Männern der Renner

Mit welchen Gadgets haben sich die Luzerner und Zugerinnen denn nun ihr Schlafzimmer geteilt? Zum absoluten Renner gehört der «Womanizer Duo» – auf den es gar eine Orgasmusgarantie gibt. «Wer damit nicht zum Orgasmus kommt, kriegt sein Geld zurück», sagt Alan Frei. Auch wenn er die Erfolgsquote natürlich nicht direkt kennt – die Zahlen sollen für sich sprechen: Die Retouren liegen bei nicht einmal zwei Prozent.

Ebenfalls beliebt in der Region war ein Vibro-Ei, das man per App steuern kann. Viele Männer aus Luzern und Zug griffen zudem auf eine Blowjob-Maschine zurück.

Hingegen verkaufte der Onlinehändler weniger Analplugs. «Ich nehme an, wegen der Hygiene», so Frei. Auch Schwangerschaftstracker wurden weniger verkauft als in den Jahren zuvor. «Eventuell hat das eine oder ander Paar die Kinderplanung etwas nach hinten geschoben.»

Ü65 wurde in der Krise Sextoy-kauffreudiger

Aus der Sexualforschung weiss man: Unsicherheiten und Ängste gelten als Libidokiller. Der Verkaufsboom von Sextoys zeigt jedoch, dass sich diese These nicht immer erhärtet. Laut Frei haben die Menschen die Zeit genutzt, um Zeit und Geld in sich selbst zu investieren und zu Hause für Abwechslung und Unterhaltung zu sorgen. «Zudem hat die Krise vielen gezeigt, dass der Onlinehandel bequem ist und funktioniert.»

«Sextoys sind krisenresistent.»

Auch interessant: Gerade die Älteren über 65 Jahren haben die Krise zum Anlass genommen, den Inhalt ihrer Nachttischschublade aufzufrischen: Letztes Jahr lag der prozentuale Anteil dieser Käufer bei 8 Prozent, in diesem Jahr bei über 15 Prozent. «Sie haben die Aufforderung, zuhause zu bleiben, wohl ernstgenommen», meint Frei und lacht.

«Sextoys sind krisenresistent», fährt er fort. Diese Aussage habe er vor sieben Jahren, als er gerade seinen Online-Shop aufgezogen hatte, an einer Messe gehört. Damals noch verwundert über diese Aussage, habe sich das nun bestätigt.

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2 Kommentare
  1. Michi Weber, 13.08.2020, 21:35 Uhr

    Prüdes Zug? Worauf stützt sich diese Aussage denn?

  2. Fäger Stäger, 10.08.2020, 20:47 Uhr

    Wer braucht schon Sex-Shops? Mein Sextoy wohnt in der Nachbarschaft und hatte während dem Lockdown Home Office und somit vermehrt Tagesfreizeit. Wachstum gegenüber Vorjahr ebenfalls beachtlich.

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