Luzerner Schulen planen die Rückkehr ins Klassenzimmer
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Unterricht im Klassenzimmer wäre schnell wieder möglich. (Bild: zvg)

Fernunterricht wohl bis Mitte Mai Luzerner Schulen planen die Rückkehr ins Klassenzimmer

3 min Lesezeit 1 Kommentar 15.04.2020, 05:03 Uhr

Die Schule bleibt bis mindestens am 26. April geschlossen. Der Konsens ist aber jener, dass der Fernunterricht noch länger der Modus Operandi bleibt. Dennoch: Wie kommt die Klasse wieder ins Schulzimmer? Der Kanton Luzern arbeitet mit drei Szenarien.

Die Rückkehr in den «Alltag» soll stufenweise herbeigeführt werden. Wie das im Bereich der Schulen umgesetzt werden soll, bleibt noch offen. Es geistern derzeit diverse Ansätze herum, darunter etwa jener des Schweizerischen Gewerbeverbandes, wonach Schulklassen aufgeteilt werden und im Halbtagesunterricht an der Schule sein würden.

«Ideen für Zwischenlösungen und Alternativen, um den Unterricht schrittweise wieder ins Klassenzimmer zu bringen, gibt es viele», bestätigt Vreni Völkle, Rektorin der Stadtluzerner Schulen. Sie betont jedoch: «Der Kanton wird die weiteren Vorgaben machen und die Gemeinden werden diese loyal umsetzen, auch wenn es immer wieder verlockend wäre, situations- und ortsspezifische Lösungen zu treffen.»

In einer ausserordentlichen Lage seien Solidarität und Kooperation entscheidend, das gebe Sicherheit. «Die Volksschule ist von allgemeinem öffentlichen Interesse und eine Gleichbehandlung aller ist zwingend», sagt Völkle.

Pläne bleiben unter Verschluss

Dennoch hat sich die Stadt auf mehrere Eventualitäten vorbereitet, sagt Völkle, ohne sich tiefer in die Karten blicken zu lassen: «Wir haben natürlich ebenfalls Szenarien entworfen und wären mit Ideen parat, wenn wir als einzelne Gemeinde gefragt sind. Es sind vorerst aber Bund und Kanton, welche die Vorgaben machen und den Zeithorizont stecken.»

«Die Rückkehr zum regulären Schulbetrieb wird relativ schnell funktionieren.»

Vreni Völkle, Rektorin der Stadtluzerner Schulen

Die Rückkehr ins Klassenzimmer sei aus ihrer Sicht auch nicht die grösste Herausforderung: «Die Rückkehr zum regulären Schulbetrieb wird relativ schnell funktionieren. Im schulischen Präsenzunterricht haben wir jahrelange Erfahrung  – im Gegensatz zum aktuellen Fernunterricht.» Als Schulen und Lehrpersonen müsse man sich mental darauf einstellen, dass der aktuelle Zustand noch länger anhält. «Es sind Durchhaltewillen und erneut Kreativität gefordert.»

Volksschule blickt auf drei Szenarien

Für Charles Vincent, Leiter der Dienststelle Volksschulbildung beim Kanton Luzern, liegt der Fokus zunächst bei der Frage, wann der Präsenzunterricht wieder aufgenommen wird: «Wir müssen heute von drei Szenarien ausgehen: Start am 27. April – was zumindest in der Theorie möglich ist. Start Mitte/Ende Mai, was im Moment realistischer erscheint. Oder kein Unterricht in der Schule mehr bis zu den Sommerferien.» Weisungen für alle drei Szenarien liegen bereit. «Bevor die Grundfrage des Startzeitpunktes nicht feststeht, werden wir uns hüten, irgendwelche Weisungen in Umlauf zu bringen.»

Es ist eine aussergewöhnliche Situation, aber man muss danach nicht von vorne beginnen.»

Charles Vincent, Leiter der Dienststelle Volksschulbildung

Es gebe tatsächlich diverse Ansätze für eine stufenweise Rückkehr in den Regelbetrieb der Schule. Die Dienststelle habe von verschiedenen Seiten Anregungen und Ideen erhalten, sagt Vincent. «Aus unserer Sicht bringt es aber nichts, diese im Detail auszuarbeiten, solange der Zeithorizont der Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts noch nicht definiert ist.»

Rückkehr fast wie nach den Sommerferien

Auch Vincent ist überzeugt, dass ein Start praktisch von 0 auf 100 absolut möglich wäre: «Es ist eine aussergewöhnliche Situation, aber man muss danach nicht von vorne beginnen. Angenommen die Schule könnte Mitte Mai wieder starten: Es wären rund sechs Wochen Fernunterricht gewesen. Die Sommerferien dauern auch so lange und danach ist man schnell wieder im Takt.»

Aber wie bei einem Start ins neue Schuljahr müssten natürlich in den ersten ein bis zwei Wochen die Lehrpersonen die Lernenden speziell fördern, damit allfällige Lücken rasch behoben werden können, sagt Vincent. «Dies gilt insbesondere für Kinder mit besonderen Bedürfnissen.»

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1 Kommentare
  1. Silvan Studer, 15.04.2020, 14:53 Uhr

    Ja, macht bitte die Schulen wieder auf.
    Dir Racker in meiner Nachbarschaft drehen langsam durch und bei den Eltern liegen auch die Nerven blank.
    Die Buben ziehen sowieso zu zehnt um die Häuser und machen Blödsinn, da können sie auch gleich ins Schulzimmer miteinander.

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