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Irritierender Medienauftritt eines Luzerner Richters an der Street Parade
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Andreas Galli (im Hintergrund in schwarz) beim Feiern an der Street Parade. (Bild: Ausriss 20 Minuten)

Missverständliches Zitat in nationalem Medium Irritierender Medienauftritt eines Luzerner Richters an der Street Parade

2 min Lesezeit 2 Kommentare 12.08.2019, 15:28 Uhr

Als Boxer verkleidet hat sich Andreas Galli, Präsident des Kantonsgerichts Luzern, an der Street Parade unters Volk gemischt. Ein Reporter, der ihn zufällig ansprach, zitierte ihn mit der Aussage, dass er gerne «was nehmen würde». Waren damit Drogen gemeint? Nein, stellt er auf Nachfrage klar.

Wie immer war die Street Parade am letzten Wochenende farbenfroh und die Feiernden waren freizügig. Der Newsticker des Online-Portals «20 Minuten» lieferte Live-Bilder des Megaevents. Auf einem der Fotos streckt eine junge Frau keck ihr Hinterteil in die Kamera. Und im Hintergrund ist jemand zu sehen, den die Luzernerinnen und Luzerner bestens kennen – allerdings aus einem ganz anderen Kontext.

Es handelt sich um Andreas Galli, den Präsidenten des Kantonsgerichts Luzern, der sich da unter die fröhlich Feiernden gemischt hat. In der dazugehörigen Tickermeldung heisst es: «Profiboxer Andreas aus Luzern ist mit seiner Crew am Start. Er sagt: ‹Ich darf nichts trinken, weil ich Medikamente nehme.› Es mache aber trotzdem Spass. Dann fügt er noch an: ‹Eigentlich würde ich doch gerne etwas nehmen.›»

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Es ist ein «seltsames Zitat»

Ein Richter, der mitfeiert und volksverbunden ist, dagegen ist nichts einzuwenden. Nur: Was hat Galli gemeint mit «etwas nehmen»? Es sei ein seltsames Zitat und missverständlich formuliert, sagt Andreas Galli auf Anfrage von zentralplus. Das klinge ja so, als wolle er Drogen nehmen. Dabei habe er dem Reporter nur gesagt, er würde eigentlich gerne ein Bier trinken. Dies konnte er nicht, weil er – wie gesagt – derzeit Medikamente nehmen muss.

Dass er als Privatmann vor dem Opernhaus von einem Reporter an der Street Parade abgelichtet wurde, hält Galli für unproblematisch. «Aus meiner Sicht müssen Richter ihr Privatleben nicht verstecken und dürfen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Die Street Parade ist schliesslich wie Fasnacht im Sommer.»

Er habe sich als Boxer verkleidet und sich damit bewusst für ein Kostüm entschieden, das nicht ganz so freizügig ist, wie diejenigen der restlichen «Crew». «Das hingegen wäre mit meiner Funktion nicht vereinbar gewesen», findet Galli.

Vielfältigkeit ist eine Stärke unseres Rechtssystems

Andreas Galli (43, CVP) ist seit Anfang Juni 2019 Präsident des Kantonsgerichts Luzern. Zu seinem Amtsantritt gab er zentralplus ein Interview, in dem er bereits darüber gesprochen hat, dass er nicht ins klassische Bild eines strengen Richters passt.

«Jeder Kandidat bringt jeweils seinen Lebenshintergrund mit, der auch in die Arbeit als Richter einfliesst», sagte er damals (zentralplus berichtete). Dies sei ein Pluspunkt: «Die Vielfältigkeit in den Richtergremien ist die Stärke unseres Systems.»

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2 Kommentare
  1. Gäliwälli, 12.08.2019, 19:56 Uhr

    Auch ein Richter hat ein Anrecht auf sein Privatleben. Aber die Medien sind halt nun mal auf Sensation raus. Ich frage mich, ob die Leute keine anderen Probleme haben. Leben und leben lassen und nicht den anderen die Wörter im Mund umdrehen.

  2. Joseph de Mol, 12.08.2019, 15:58 Uhr

    Da hat er ja den passenden Namen, der Herr Gerichtspräsident. Halligalli im Gerichtspräsidium!

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