Gütsch-Besitzer liess seinen Online-Auftritt aufhübschen
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Präsentierte im Sommer seine Pläne für den Gütsch: Eigentümer Kirill Androsov (Mitte) mit Verwaltungsratspräsident Benno P. Hafner und Direktor Andreas Gartmann.

Pandora Papers zeigen Gütsch-Besitzer liess seinen Online-Auftritt aufhübschen

2 min Lesezeit 5 Kommentare 10.10.2021, 07:59 Uhr

Um im Internet gut dazustehen, hat Kirill Androsov viel Geld investiert. Der neue Besitzer des Luzerner Chateau Gütsch heuerte eine Firma an, die ihm ein positives Online-Image verschaffte.

Der neue Besitzer des Luzerner Chateau Gütsch hat online einen guten Ruf – und das hat seinen Grund: Der Russe hat eine Schweizer Firma dafür bezahlt, dass sein digitales Profil besonders glänzt. Das berichtet die «Sonntagszeitung» mit Verweis auf Belege aus den Pandora Papers. Unter diesem Namen veröffentlichten verschiedene Medien Anfang Oktober eine Recherche, basierend auf geleakten Daten, über die Geschäfte in Steueroasen von zahlreichen Privatpersonen und Firmen.

Darin taucht auch der Name des russischen Oligarchen Kirill Androsov auf, aber nicht im Zusammenhang mit umstrittene Steuergeschäften. Vielmehr habe er vor wenigen Jahren quasi eine digitale Schönheitsoperation durchgeführt, heisst es im Artikel. Denn damals habe die Google-Suche an prominenter Stelle Beiträge angezeigt, die den Gütsch-Besitzer nicht in einem guten Licht erschienen liessen, zum Beispiel im Kontext mit dem russischen Machthaber Wladimir Putin.

Es geht um mehr als das öffentliche Image

Eine Genfer Firma habe ihm deshalb angeboten, dank mehr positiven Inhalten diese Beiträge zu verdrängen. Zudem sollten Leute engagiert werden, die den Wikipedia-Artikel über Androsov aufhübschten. Die Firma habe ihre Arbeit für insgesamt 219’000 Franken offeriert – am Ende seien über eine Offshore-Firma aber «nur» 153’000 Franken geflossen.

Weder der Russe noch sein Luzerner Verwaltungsrat äusserten sich gegenüber der «Sonntagszeitung» inhaltlich zur Darstellung. Die involvierte Firma begründete die Aktion derweil mit der Kreditwürdigkeit und dem Ansehen von Androsov bei den Banken: «Durch diese Operation werden wir sicherstellen, dass der Klient und seine Vermögenswerte weltweit mehr bankfähig werden», so der Firmenchef. Er betont, dass die Optimierung der digitalen Identität legal und faktenbasiert sei.

Kirill Androsov wurde diesen Sommer als neuer Besitzer des Luzerner Schlosshotels vorgestellt. Derzeit ist das Chateau Gütsch wegen Renovationsarbeiten geschlossen, im Januar ist die Wiedereröffnung geplant. Der Russe will das Lokal unter anderem wieder vermehrt den Einheimischen schmackhaft machen (zentralplus berichtete).

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5 Kommentare
  1. Peter Bitterli, 10.10.2021, 12:03 Uhr

    Eine absolute Nullnachricht. Mitsurfen auf der blöden „Paper“-Welle, die ja nichts und nirgendwo und für niemanden irgendwelche Illegalitäten zutage fördert.

    Gäbe es nicht zahlreiche Privatpersonen und Firmen, die ihr Image aufpolieren wollen, dann gäbe es auch keine Unternehmen in Genf oder anderswo, die diesbezügliche Dienste anbieten. So what?

    Ein „Oligarch“ ist übrigens nicht einfach ein reicher Russe, sondern ein reicher Mensch, der grossen politischen Einfluss hat. Androsov hat keinen. Der Gütsch-Vorbesitzer Lebed, der hierzulande auch immer vor‘s Schienbein getreten wurde, hat übrigens kürzlich den Friedensnobelpreis gewissermassen mit erhalten, ist er doch mit einem Anteil von 24% an der „Novaja gaseta“ gewissermassen der Chef des Preisträgers Muratov.

    Lebed und Androsov haben viel in den Gütsch investiert, im Gegensatz zu den Vor-Vorbesitzern Franz Glanzmann und der Bank, welche ihm den runtergehundeten Kram abnahm. Auch Glanzmann ist übrigens kein Oligarch.

    Neben privaten Oligarchen, zu denen ein Christoph Blocher sicher gehört, gibt es auch oligarchische Strukturen. Nehmen wir die Gewerkschaft „Unia“: Sie ist millionenschwer, besitzt insbesondere zahllose Immobilien in der ganzen Schweiz und geniesst einen riesigen politischen Einfluss.

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    1. Hans Peter Roth, 10.10.2021, 13:37 Uhr

      Was Sie wieder alles «wissen», Herr Bitterli. So kennen Sie offenbar auch die Netzwerke von Putin und Andropov auf intime Weise, womit Sie Herrn Andropov aus dem Kreis der Oligarchen ausschliessen können. Ich hoffe doch sehr, dass der Gütsch-Besitzer sich Ihnen gegenüber erkenntlich zeigen wird, wenn nicht mit Rubel, dann wenigstens mit einem 7-Gang-Diner. Schade finde ich, dass der Gütsch nicht auch der UNIA gehört, denn dann wäre eine weitere Immobilie der Spekulation entzogen. Eine Gewerkschaft wie die UNIA arbeitet nicht gewinnorientiert, sondern im Interesse ihrer Besitzer (GewerkschafterInnen). Welcher Oligarch würde schon für ausfallenden Lohneinkommen von streikenden Büezern einspringen.

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      1. Peter Bitterli, 10.10.2021, 14:44 Uhr

        Guter Tipp, Herr Roth, danke, dann halte ich die Kralle mal auf bei „Andropov“ (sic!). Ihnen gebe ich aber nichts davon ab, denn Sie sind ja wahrlich unbezahlbar.
        Was übrigens das mit dem „“wissen““ (sic!) angeht, so gibt es tatsächlich Leute, die über eine breite Allgemeinbildung und eine vorurteilsfreie Zeitgenossenschaft verfügen. Wieder andere springen lieber auf Totschlagworte und Vorurteilsbestätigung an. Ihre Art zu denken durften Sie jetzt wieder einmal demonstrieren. Klar, dass Sie diese auch andern unterstellen. Ist das die allgemeine Doxa unter den Altlinken?
        Übrigens: Andropov… Ich bin etwas irritiert. War der nicht auch Marxist?

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      2. Peter Bitterli, 10.10.2021, 16:53 Uhr

        Ach ja, und das Hotel Gütsch „der Spekulation entzogen“ und im Besitz der Unia! Wer um Himmels Willen sollte wohl in solchem Mief und Siff logieren wollen? Umwandlung in ein Sanatorium für Werktätige nach Sovjetischem Vorbild? Immerhin könnten die Stellen des Anstaltsleiters und der Chefgouvernante mit verdienten Genossen besetzt und als Sprungbrett in den Nationalrat gebraucht werden.

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      3. Hans Peter Roth, 10.10.2021, 18:51 Uhr

        @Peter Bitterli: Als Dialektiker lasse ich mich gerne mit treffenden Gegenargumenten belehren. Sie haben natürlich recht: Andropov war nie Gütsch-Besitzer, sondern der von mir gemeinte heisst Kirill Androsov (hier hat mir das automatische Korrekturprogramm meines Handys wieder einmal einen Streich gespielt). Ob Yuri Andropov Marxist war, wage ich zu bezweifeln, denn Stalinisten haben zu Marx eine ähnliche Beziehung wie Kolonialisten zum Christentum, somit höchst widersprüchlich. Bezüglich Ihrer Selbstpreisung als „vorurteilsloser Zeitgenosse“ muss ich schmunzeln. Es würde nämlich besser zu Ihrer Selbstdarstellung passen, wenn Sie mit Fakten auf meine Argumente eingehen würden, anstatt zu versuchen, mich mit Etiketten wie „vorurteilsbehafteter, Totschlagwort verwendender Altlinker“ in die Bürgerschreck-Ecke zu stellen. Ich hoffe nun, dass Sie sich zum Unterschied zwischen Vorurteilen und Urteilen Ihre Gedanken machen.

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