Das hat der neue Chef mit dem Château Gütsch in Luzern vor
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Benno P. Hafner, Verwaltungsratspräsident der Château Gütsch AG (links), Eigentümer Kirill Androsov und Direktor Andreas Gartmann

Schlosshotel wird ab Oktober umgebaut Das hat der neue Chef mit dem Château Gütsch in Luzern vor

5 min Lesezeit 1 Kommentar 14.07.2021, 18:25 Uhr

Ein elegantes Boutique-Hotel mit einer Gastronomie, die für Locals interessant ist. Und ein Gütschbähnli, das garantiert immer in Betrieb ist: Das verspricht der neue Besitzer des Schlosshotel Gütsch, Kirill Androsov und sein Anwalt Benno P. Hafner. Hier ist ihr Plan für den Relaunch des Hotels im kommenden Januar.

«Als Investor sollte man keine Dinge kaufen, die man liebt», sagte Kirill Androsov am Mittwoch an einer Medienkonferenz im Hotel Château Gütsch. «Wenn man es aber doch tut, dann ist es kein Investment mehr, das man gewinnbringend verkauft, sondern eine Vermögensanlage, die man behält», sagte der 49-jährige Russe.

Ähnliche Töne hatte man schon vom Vorbesitzer Alexander Lebedev vernommen, der das Schlosshotel 2007 gekauft und aus dem Dornröschenschlaf geweckt hatte. Der in der Folge aber ungeschickt agierte und verschiedene Grossprojekte wie einen grossen Hotel-Erweiterungsbau oder ein Spa ankündigte und wieder verwarf.

Sechs neue Zimmer

Androsov macht einen nüchterneren Eindruck: «Natürlich ist der Betrieb eines Hotels ein Geschäft», sagt er. Aber er sei sicher, dass man das Hotel Château Gütsch als Boutique-Hotel profitabel betreiben könne. Der Erlös bleibe vor Ort und werde wieder investiert.

Dies geschieht, indem Lösungen für Probleme, die bereits unter Lebedev erkannt wurden, schnell umgesetzt werden. Zum Beispiel die geringe Zimmerzahl: Vor einigen Jahren hatte das Schlosshotel Gütsch 31 Zimmer, jetzt sind es einige mehr. Bald sollen es indes schon vierzig sein, wie Benno P. Hafner, Verwaltungsratspräsident der Hotel Gütsch AG erklärt. «Damit sollte man charmantes, cooles und elegantes Boutique-Hotel gut führen können».

Modernes Boutique-Hotel

Erreicht wird dies durch einen Umbau, für den die Baubewilligung bereits vorliegt. Der Panoramasaal, welcher laut Hafner für Sitzungen «auch in guten Zeiten nur marginal belegt ist», wird in Zimmer umgewandelt. Ebenso die benachbarten Verwaltungsräume. An den schönsten Aussichtslagen sollen neue Suiten realisiert werden. «Natürlich stimmen wir jeden Schritt mit dem Denkmalschutz ab», so Hafner.

Gleichzeitig mit dem Umbau, der von Oktober bis Ende Jahr dauert, werden Renovationsarbeiten am 130-jährigen Haus vorgenommen. Und das Erscheinungsbild wird aufgehübscht und modernisiert. «Wir wollen das Gütsch weiter als Schlosshotel betreiben» sagt Hafner. Es solle jedoch moderner werden, eleganter, heller und leichter. «Entrümpeln» nennt Hafner das Vorhaben, welche auf die dunklen Wehrgänge, ältliche Wandmalereien, Waffen und obskure Devotionalien zielt.

Millionen investieren

Die Empfangshalle wird neu schwarz und weiss gestrichen, so heller erscheinen und durch eine Verlegung der Rezeption auch geräumiger. In der stilvollen Bar, welche zusammen mit der Empfangshalle auch als Lounge dient, werden Möbel ersetzt. Ausserdem soll sie mit den Sitzplätzen auf dem Balkon verbunden werden, was mindestens in der warmen Jahreszeit mehr Sitzgelegenheiten bringt.

Auf eine Investitionssumme will sich Hafner nicht festlegen. «Wir sind noch voll damit beschäftigt Kostenvoranschläge und Offerten einzuholen», sagt er. Es handle sich jedoch «um eine grössere Millionensumme im einstelligen Bereich».

Französische Küche

Das Restaurant wollen die neuen Besitzer nur marginal verändern. «Die hohen Räume gefallen uns», sagt Hafner. Jedoch soll es anders positioniert werden. «Viele Restaurants auf einem ähnlichen Niveau sind in Luzern italienisch angehaucht». Daher will das Gütsch abends auf internationale Küche in französischem Stil setzen.

Daneben will man endlich wieder vermehrt Luzernerinnen und Luzerner ansprechen (zentralplus berichtete). «Sie sollen sich im Château Gütsch wie in ihrem Wohnzimmer fühlen», sagt Androsov. «Es soll möglichst viele Gründe geben hierher zu kommen.» So wird das Restaurant neben Lunches zur Mittagszeit am Nachmittag auf Tee, Kaffee und Kuchen ausgerichtet, was Familien und Erholungssuchende aus dem Gütschwald anlocken soll. Man will Brunches ausrichten und Vereine bewirten.

Gütschbahn wird überholt

Damit die Einheimischen sich wieder vermehrt an das Märchenschloss im Stil von Neuschwanstein erinnern und die atemberaubende Aussicht geniessen, muss eine leidige Geschichte aus dem Weg geräumt werden: Der schlechte Zustand des Gütschbähnchens, welches oft defekt ist oder einer Baustelle gleicht. «Wir wollen garantieren, dass es künftig 24 Stunden am Tag fährt», sagt Hafner. Eine technische Überholung habe er bereits in Auftrag gegeben. Diese soll das grundlegende Problem entschärfen, dass darin besteht, dass der Antrieb in der Talstation statt in der Bergstation installiert wurde.

Die Bergstation wurde bereits aufgeräumt und neu gestrichen. Die Talstation, die – «leider Gottes» so Hafner – verändert wurde, will er mindestens so aufwerten, dass sie wieder zum Blickfang von der Strasse aus wird.

Weg mit den Skulpturen 

Ein weiteres Thema auf dem Gütsch ist Lebedevs Skulpturenpark. «Der Artpark kommt weg», sagt Benno P. Hafner. «Wir möchten das Gelände später wieder selber nutzen.» Wie, sei derzeit noch komplett offen. «Dies wird in einer zweiten Phase entschieden».

Eins jedoch ist klar: Erweiterungsvorhaben, wie einst von Lebedev für 70 Millionen Franken geplant, sind definitiv vom Tisch, wie Hafner sagt. «Wir möchten das Chateau Gütsch als Vier-Stern-plus-Hotel weiterbetreiben, aber mit einem Service auf Fünf-Stern-Niveau». Als Vorbild gilt die Gruppe der Small-Luxury-Hotels.

Androsov traf den Stapi

Direktor bleibt Andreas Gartmann, der vor zweieinhalb Jahren vom Vorzeigehotel Eden Roc in Ascona auf den Gütsch kam. «Wir haben derzeit 38 Mitarbeitende, die weiter beschäftigt werden», sagt er. In Zukunft werde man noch die eine oder andere Person einstellen, um den gehobenen Qualitätsansprüchen besser zu genügen.

Hafner und Androsov hatten sich bereits am Dienstag mit Stadtpräsident Beat Züsli und Vertretern von Lucerne Tourismus getroffen. «Es ist uns dabei noch klarer geworden, welche Erwartungen ans Château Gütsch gestellt werden und wie wir das touristische Angebot in Luzern ergänzen können», sagt Hafner.

Sause zur Wiedereröffnung

Mit dem bisherigen Saisonverlauf ist Andreas Gartmann «zufrieden» und hofft auf guten Sommer. Ende September schliessen Hotel und Restaurant ihre Tore schliessen, bis sie sich Anfang Januar mit einem grossen Eröffnungsfest dem einheimischen und internationalen Publikum neu präsentieren.

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1 Kommentare
  1. Scheidegger, 19.07.2021, 08:16 Uhr

    Macht nen Puff draus und gut ist.

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