Konkursamt Zug eröffnet Verfahren

Umstrittene Ukraine-Stiftung macht Konkurs

Die Stiftung sammelte Geld, wohin das floss, war aber nie ganz klar. (Bild: Symbolbild: Unsplash/@kattyukawa)

Über die SOS Gerasjuta Stiftung mit Sitz in Baar wurde ein Konkursverfahren eröffnet. Die Stiftung, die kranke Menschen in der Ukraine unterstützten wollte, geriet wegen seines Geschäftsführers mehrmals in die Negativ-Schlagzeilen.

Gewerbsmässiger Betrug, ungetreue Geschäftsbesorgung, Geldwäscherei – dies waren die Anschuldigungen, wegen derer der Geschäftsführer der Baarer Stiftung, Sergej Gerasjuta, 2021 mit der Zürcher Justiz in Konflikt geriet.

Seine Stiftung hatte es eigentlich gut gemeint. Sie wollte kranke Menschen unterstützten, hauptsächlich in der Ukraine. Die Organisation machte allerdings immer wieder wegen der intransparenten Geldflüsse Schlagzeilen.

Geschäftsführer zahlt sich selbst 100'000 Franken aus

So schrieb der «Beobachter» bereits 2010, «Vorsicht vor SOS Gerasjuta». Die Organisation gehen mit handgeschriebenen Bettelbriefe auf Spendenfang. Dabei sei keinesfalls klar, dass das Geld auch tatsächlich bei Bedürftigen ankommt. 2015 berichtete der «Kassensturz» über die zweifelhaften Werbemaschen der Stiftung. Mit emotionalen Briefen würden potenzielle Spender angelockt. Ein Grossteil des Geldes versickere aber in der Stiftung selbst.

2021 schrieb dann die «Aargauer Zeitung», dass der Geschäftsführer Sergej Gerasjuta wegen der eingangs erwähnten Anschuldigungen vorübergehend gar in U-Haft sass. Gut eine Million Franken sammelte die Stiftung jährlich. Gerade einmal 15 Prozent des Geldes floss in Hilfsprojekte, schrieb die Zeitung. Der Geschäftsführer soll sich selbst aber einen Lohn von jährlich 100'000 Franken ausgezahlt haben. Die eidgenössische Stiftungsaufsicht schaltete sich schliesslich ein und regte eine Strafanzeige an.

Stiftungschef sieht sich Opfer einer Verschwörung

Gerasjuta selber beschrieb sich früher als Opfer einer Verschwörung. Er sei im Schweizer Spendenmarkt als Ausländer schlicht nicht willkommen. Er beteuerte jeweils, dass alles mit rechten Dingen zu und hergehe in seiner Stiftung.

Nun scheint dieser das Geld ausgegangen zu sein. Wie einem Eintrag im Zuger Amtsblatt vom 2. Mai zu entnehmen ist, wurde eine vorläufige Konkursanzeige eröffnet. Gemäss Handelsregister war sie auch nach den Anschuldigungen und den Verfahren 2021 noch bis heute aktiv. Nun könnte damit Schluss sein.

Verwendete Quellen
0 Kommentare
Apple Store IconGoogle Play Store Icon