Gesellschaft
Er muss fast 5000 Franken Sozialhilfe zurückzahlen

Zugerin unterstützte heimlich ihren Ex-Freund – das kommt ihn teuer zu stehen

Die Ex-Freundin wollte den Zuger unterstützen – doch nun hat sich seine Lage noch mehr verschlechtert. (Bild: Adobe Stock)

Über 50-Jährige haben es schwer, einen neuen Job zu finden. So rutschte ein Zuger in die Sozialhilfe. Seine Freundin zahlte ihm auch nach der Trennung einen Teil an die Wohnungsmiete, damit er sein Zuhause nicht verliert. Doch die nette Geste erwies sich als Bärendienst.

Beziehungen enden nicht zwangsläufig damit, dass einer dem anderen die Pest an den Hals wünscht. Bei manchen Menschen behalten die Personen, die man mal geliebt hat, einen besonderen Platz im Herzen – auch wenn es mit der Beziehung nicht mehr klappt.

Eine solche Konstellation könnte hinter einem Fall stecken, über den die Zuger Staatsanwaltschaft kürzlich zu entscheiden hatte. Eine Frau lebte mit einem 55-Jährigen Zuger zusammen, der in die Sozialhilfe gerutscht war. Irgendwann beschlossen die beiden, sich zu trennen. Und damit hatte er ein finanzielles Problem.

Über die Monate läpperten sich 5’000 Franken zusammen

Die Mieten im Kanton Zug sind bekanntlich hoch. Wer Sozialhilfe bezieht, kann daher von den Behörden dazu verpflichtet werden, in eine günstigere Unterkunft zu ziehen. Wer sich weigert, dem können die Beiträge gekürzt werden.

Offenbar wollte die Frau ihren Ex-Freund davor bewahren. Sie unterstützte ihn deshalb weiter, indem sie auch nach der Trennung einen Teil der Miete übernahm. Über fünf Monate läpperte sich dieser Betrag schliesslich auf rund 5’000 Franken zusammen – Einnahmen, die der Mann gegenüber dem Sozialamt hätte angeben müssen.

Hätte er dies getan, so wäre ihm die Sozialhilfe um fast eben jenen Betrag gekürzt worden, den er von seiner Ex-Freundin erhalten hatte: nämlich rund 4’650 Franken. Für den Mann selber wäre das Ganze zum Nullsummenspiel geworden – die Freundin hätte ihn genauso gut nicht unterstützen können.

700 Franken fehlen jetzt für das Lebensnotwendigste

Wohl aus diesem Grund verschwieg der Mann dem Sozialamt, dass er von ihr Geld bekam. Die Behörden jedoch kamen ihm auf die Schliche.

Wie aus dem rechtskräftigen Strafbefehl hervorgeht, hat die Staatsanwaltschaft ihn nun des unrechtmässigen Bezugs von Sozialhilfe schuldig gesprochen. Er wird zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tagessätzen à je 30 Franken verurteilt. Die 900 Franken werden fällig, wenn er sich in den nächsten drei Jahren wieder etwas zuschulden kommen lässt.

Innerhalb eines Monats muss der Mann zusätzlich eine Busse in der Höhe von 300 Franken bezahlen. Zudem muss er gemäss Strafbefehl die Verfahrenskosten von 400 Franken tragen. Absparen müssen wird er dies wohl von dem Geld, das ihm für den monatlichen Grundbedarf – also etwa für Essen, Kleider, Strom – zur Verfügung steht. Dieser liegt in Zug bei 986 Franken pro Monat. Heute wohnt der Mann in einem Gasthaus.

Deine Ideefür das Community-Voting

Die Redaktion sichtet die Ideen regelmässig und erstellt daraus monatliche Votings. Mehr zu unseren Regeln, wenn du dich an unseren Redaktionstisch setzt.

Deine Meinung ist gefragt
Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Bitte beachte unsere Netiquette.