Wo ist das Feuerhorn?

Zuger Chesslete publiziert Ersatz-Satireblatt «Rauchmelder»

Als Ersatz für das «Feuerhorn» ist an der Zuger Chesslete der «Rauchmelder» verteilt worden. (Bild: bho)

Das «Feuerhorn» erscheint nach Jahrzehnten zum ersten Mal nicht an der Zuger Fasnacht. Freunde der Satire müssen jedoch nicht darben: Die Chesslete springt mit eigenem Fasnachtsblatt «Rauchmelder» in die Bresche.

Ein Raunen geht durch die Zuger Fasnachtsszene, als bekannt wird, dass das «Feuerhorn» in diesem Jahr nicht erscheint. Doch die Zuger Fasnächtler müssen trotzdem nicht auf Satire und Schalk verzichten. Das OK der Zuger Chesslete springt mit eigenem Fasnachtsblatt, dem «Rauchmelder», in die Bresche. Als «erste und letzte Ausgabe», wie auf dem Titelblatt steht. Und im Gegensatz zum «Feuerhorn» gratis.

Auch dieses Satireblatt geizt nicht mit Karikaturen und satirischen Beiträgen zu Geschehnissen, die die Zugerinnen in diesem Jahr beschäftigt haben. So greift das Blatt etwa die Trinkwasser-Panne der WWZ in der Zuger Altstadt auf: «Wo sind wir denn? In einem Drittweltstaat? Oder noch schlimmer: im Kanton Luzern?» Als kleinen Seitenhieb an den Wasserversorger fragen sich die anonymen Autoren, ob die WWZ ihr Kerngeschäft ob der ganzen anderen Angeboten wie Telefon und Internet vergessen hätte.

Weiter klopft die Zeitung dem «ausnahmsweise einmal fleissigen Stadtmitarbeiter» auf die Finger, der versehentlich ein Kunstwerk des Zürcher Sprayers Harald Naegeli entfernt hat (zentralplus berichtete). In gewohnter Manier kriegen auch die Zuger Politikerinnen ihr Fett weg. So scherzt die «Rauchmelder»-Redaktion, dass Laura Dittli nur so viele Stimmen machen konnte, weil die Wähler «ein Puff» wegen der beiden Tabeas bekommen hätten.

Darum gab es kein «Feuerhorn»

Grund für das Ausbleiben des «Feuerhorn» mit gut 130-jähriger Tradition ist eine Umstellung des Satireblatts. In der Vergangenheit sei das Styger Rettungskorps als Herausgeber immer häufiger auf unfreundliche Art konfrontiert worden, wie sie auf ihrer Website schreiben. Auch sei es in der Vergangenheit zu ernsthaften Drohungen und einem Rechtsstreit gekommen. Damit sprechen die Herausgeber einen Rechtsstreit mit Jolanda Spiess-Hegglin an, nachdem sie sie in einer Ausgabe nackt und in Windel karikiert haben (zentralplus berichtete).

In der Folge versuche das Rettungskorps das «Feuerhorn» so umzukrempeln, dass eine «langfristige Zukunft» möglich sei. Dabei geben sich die Herausgeber zuversichtlich: Man sei optimistisch, dass das «Feuerhorn» 2024 wieder startklar sei.

Verwendete Quellen
  • Website «Feuerhorn»
  • Medienarchiv zentralplus
  • Ausgabe «Rauchmelder»
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