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Ein Pirat, ein Jugendarbeiter und ein Förster wollen Steinhausen regieren
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Wer ersetzt Andreas Hürlimann und Barbara Hofstetter im Gemeinderat? In Steinhausen dürften die Wahlen interessant werden. (Bild: Montage wia )

Wahlen: Kommt wieder eine Gemeindepräsidentin? Ein Pirat, ein Jugendarbeiter und ein Förster wollen Steinhausen regieren

4 min Lesezeit 26.09.2018, 04:33 Uhr

Gleich ein ganzes Set an Fragen stellt sich bei den Gemeinderatswahlen in Steinhausen. Wer ersetzt die abtretende Gemeinderatspräsidentin? Bleiben die Grünen in der Exekutive oder werden sie von der SVP verdrängt? Oder kommt gar ein Pirat angesegelt? Eins ist klar: In dieser Gemeinde ändert sich viel.

Das dürfte spannend werden. Am 7. Oktober wählt die Gemeinde Steinhausen nicht nur zwei neue Gemeinderäte, sondern auch einen neuen Thronfolger oder eine Thronfolgerin für die abtretende Gemeindepräsidentin Barbara Hofstetter. Die CVP-Frau ist seit 20 Jahren in der Steinhauser Exekutive tätig und befand schon vor Längerem, dass ihre fünfte Legislaturperiode die letzte sein werde.

Den Sprung von der kommunalen in die kantonale Exekutive schaffen möchte der grüne Gemeinderat Andreas Hürlimann. Deshalb kandidiert auch er nicht mehr für die kommende Amtszeit (zentralplus berichtete).

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Die drei bisherigen Räte Carina Brüngger (FDP), Hans Staub (CVP) sowie Esther Rüttimann (FDP) wollen in ihren Ämtern bleiben. Bleibt die Frage, wer die beiden abtretenden Gemeinderäte ersetzen wird. Zur Auswahl stehen vier neue Politiker, drei von ihnen werden als vielversprechende Anwärter gesehen.

Ein «Ureinwohner» mit guten Chancen

Markus Amhof (CVP)

Markus Amhof (CVP)

(Bild: zVg)

Als Ersatz für die abtretende CVP-Rätin Barbara Hofstetter hat die Partei Markus Amhof nominiert. Amhof gilt als «Ureinwohner» Steinhausens und ist bestens vernetzt in der Gemeinde. Der gelernte Förster hat sein eigenes Unternehmen und fungierte während über zehn Jahren als Feuerwehrkommandant.

Der CVP-Mann will sich für die Stärkung der Berufslehre einsetzen, für die Weiterentwicklung des Berufsbildungssystems sowie das lokale Gewerbe. In einschlägigen Kreisen gilt Amhof als Neukandidat mit den besten Chancen.

Die Grün-Alternativen wollen ihren Sitz verteidigen

Christoph Zumbühl (Grüne)

Christoph Zumbühl (Grüne)

(Bild: zVg)

Die Alternative – die Grünen wollen ihren Sitz, den sie sich vor vier Jahren mit Andreas Hürlimann erkämpft haben, nicht wieder abgeben. Als dessen Nachfolger haben sie Christoph Zumbühl nominiert. Der 42-Jährige ist gelernter Treuhänder und hat unter anderem in Mexiko und Spanien gearbeitet. Nun ist der Steinhauser bereits seit sechs Jahren Jugendarbeiter bei der katholischen Kirchgemeinde.

Für ihn stehe der Mensch im Zentrum seiner Arbeit. Das gelte sowohl für seinen Job als Jugendarbeiter als auch für den Fall, dass er in den Gemeinderat gewählt werde. Fun Fact: Zumbühl kennt man unter anderem auch als Speaker beim Waldstock Festival.

Engagiert beim Fussballclub und an der Fasnacht

Nach sechs Jahren Absenz will Bruno Beck die SVP wieder in die Steinhauser Exekutive bringen. 2012 trat SVP-Gemeinderat Heinz Sennrich aus der Partei aus. Die FDP holte sich in den darauffolgenden Wahlen einen zweiten Sitz – auf Kosten der SVP.

Bruno Beck (SVP)

Bruno Beck (SVP)

(Bild: zVg)

Gut möglich, dass Beck und Zumbühl am 7. Oktober um den letzten verbleibenden Sitz kämpfen werden. Und dass dieser Wahlkampf ein knapper wird. Denn wie der Jugendarbeiter ist auch Bruno Beck gut bekannt im Dorf. Der Geschäftsführer sitzt im OK des lokalen Fussballvereins und ist zudem in der Fasnachtsgesellschaft Steinhausen.

Was sich Beck politisch auf die Fahne geschrieben hat? Ein sicheres Steinhausen für Eltern und Kind. Arbeitsvergaben für ortsansässige KMU. Massvolle Steuern und eine zweckmässige Mittagsbetreuung.

Eine wenig überraschende Piratenkandidatur

Last but not least ist auch der Pirat Stefan Thöni an Bord des Kandidatendampfers. Es handelt sich um einen alten Bekannten in der Gemeinde, nicht zuletzt deshalb, weil er dem Gemeinderat bezüglich Öffentlichkeitsgesetz kürzlich ziemlich Beine gemacht hat (zentralplus berichtete). Thöni ist Informatiker und studiert Jus im Fernstudium.

Stefan Thöni (Pirat)

Stefan Thöni (Pirat)

(Bild: zVg)

Thöni ist vor allem als politisch Aktiver bekannt, ist er doch Präsident der Piratenpartei Zentralschweiz und des Piratengerichts, ausserdem ist Thöni vorsitzender Richter am Bundesschiedsgericht der Piratenpartei Deutschland. Seine politischen Schwerpunkte: Transparenz, intakter Datenschutz, unabhängige Richter und die Einhaltung von Menschenrechten.

Für Thöni ist es nicht die erste politische Kandidatur für ein Zuger Amt. So trat er etwa bereits 2014 für den Regierungs- und Kantonsrat an, ein Jahr später für den Stände- und Nationalrat und kürzlich bei der Wahl als Verwaltungsrichter (zentralplus berichtete). Bisher blieben seine Kandidaturen immer chancenlos. Entsprechend wenig Hoffnungen kann sich der Informatiker auch bei der Gemeinderatswahl machen.

Wer wird neuer Dorfkönig?

Stefan Thöni ist übrigens nicht nur an einem Amt als Gemeinderat interessiert. Er will auch gleich Gemeindepräsident werden. Um diesen Posten kämpfen ausserdem zwei bisherige Gemeinderäte.

Der CVP-Gemeinderat Hans Staub möchte das Zepter seiner Parteikollegin übernehmen, ausserdem will FDP-Gemeinderätin Esther Rüttimann das Amt von Barbara Hofstetter erben. Das Resultat dürfte knapp werden. Hans Staub war zwar vor vier Jahren der Gemeinderat mit den meisten Stimmen, doch hat Rüttimann in dieser ersten Legislaturperiode als Vorsteherin für Soziales und Gesundheit ziemlich an Bekanntheit gewonnen.

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