Die Lozärner Fasnacht ist noch nicht tot
  • Regionales Leben
Ob es im nächsten Jahr solche Bilder geben wird ist aktuell alles andere als klar. Dennoch besteht die Hoffnung, dass es irgendwie fasnächtlich zu und her geht. (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Die Guuggenmusigen lassen hoffen Die Lozärner Fasnacht ist noch nicht tot

2 min Lesezeit 5 Kommentare 16.09.2020, 19:31 Uhr

Die grossen Umzüge sind zwar abgesagt. Ein fasnächtliches Treiben könnte es in der Stadt Luzern aber trotzdem geben. Denn zumindest die Dachorganisation der Guuggenmusigen hat noch nicht entschieden, wie es weitergeht.

Was man erwarten durfte, wurde am Mittwoch Tatsache. Die grossen Fasnachtsumzüge werden in der Stadt Luzern nächstes Jahr nicht stattfinden. Das Luzerner Fasnachtskomitee (LFK) hat diese und weitere Grossevents abgesagt (zentralplus berichtete).

Doch damit ist noch nicht besiegelt, dass das närrische Treiben ganz ausfallen muss, denn das LFK ist bei weitem nicht die einzige wichtige Organisation der Fasnacht. Zumindest die «Vereinigte», die Dachorganisation der Guuggenmusige, hat noch nicht entschieden, ob sie ihre Veranstaltungen ebenfalls absagen wird.

Guuggen organisieren ebenfalls wichtige Events

Das «Chendermonster» und das «Monstercorso» vom Güdisdienstag werden von den «Vereinigten» auf die Beine gestellt. Ebenfalls sind sie für die Guuggen-Bühnen auf dem Mühlen- und Jesuitenplatz sowie das Aufstellen des Guuggerbaums auf dem Kornmarkt verantwortlich.

Auch nicht in die Kompetenz des Fasnachtskomitees fallen die Tagwachen am Schmudo und Güdismontag. Diese werden von der Safran- beziehungsweise der Wey-Zunft organisiert. Sprich: Absagen kann das LFK die Fasnacht nicht.

«Am Wochenende trifft sich der Vorstand zu einer Klausur», sagt Vereinigte-Präsident Robert Marty. Dort werde man eine Auslegeordnung vornehmen und ausloten, was in welchem Rahmen möglich sein könnte. Ob eine Entscheidung gefällt wird, sei aber nicht klar. Zudem müsse das weitere Vorgehen mit den Behörden diskutiert werden.

Noch kein Zeitdruck

«Das Schöne ist, dass wir relativ flexibel sind. Der Zeitdruck ist bei uns nicht so hoch», hält der höchste Luzerner Guugger fest. «Das Monstercorso können wir auch am Nachmittag des Güdisdienstag noch absagen.» Eine Fasnacht werde es also auf jeden Fall geben. Die Frage sei nur wie.

Von den mehr als 80 angeschlossenen Guuggenmusigen habe bislang jedenfalls erst eine die «rüüdigen Tage» definitiv aus dem Kalender gestrichen. «Die meisten Musigen werden unabhängig von den weiteren Entwicklungen mit dem Proben beginnen. Denn Fasnacht hin oder her – es gehe zu einem grossen Teil auch um das Vereinsleben, so Marty der bei den «Näbelhüüler» aus Ebikon guugt.

Man darf also gespannt sein, was die Luzernerinnen am 11. Februar 2021 erwartet. Vielleicht wird die Fasnacht ja gerade deshalb «rüüdig verreckt», weil sie in einem anderen, ungewohnten Rahmen stattfinden wird.

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5 Kommentare
  1. CScherrer, 17.09.2020, 08:52 Uhr

    Unglaubliche Aussage des Präsidenten der Vereinigten u.a. auf Facebook. Zitat: «Bleib zuhause….und lasse denen die Freude die es machen wollen!» Diese Aussage ist vollkommen daneben! Auch die Vereinigten haben eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Etwas Solidarität wäre wohl eher angebracht, als solche egoistischen Aussagen zu machen.
    Gewisse Exponenten schwafeln von Schutzkonzepten, merken dabei nicht, wie lächerlich sie sich selbst machen. Fasnacht ist nicht zu steuern und findet nicht nur Draussen statt. Guuggenmusigen und Kleinformationen spielen in den überfüllten Beizen auf. Es ist blauäugig zu meinen, dass an der Fasnacht irgendetwas gesteuert werden kann. Und warum soll nun plötzlich in den Quartieren eine Fasnacht stattfinden? Nur weil ein paar Egoisten ein wenig «guuggen» wollen?
    Und die Herren von den Zünften, welche zugleich noch Arbeitgeber sind? Da zählt die Verantwortung der Arbeitnehmenden plötzlich nicht mehr?
    Auf einmal soll Fasnacht – in einer ungewissen Zeit einer Pandemie – einfach so gehen. Jahrelang haben Fasnächtler ihre Erkältung, den Schnupfen nach der Fasnacht mit an den Arbeitsplatz gebracht. Man kann durchaus Fasnacht machen! Dann aber sollen die Fasnächtler ebenfalls in Quarantäne nach der Fasnacht. Nimmt mich dann wunder, ob die Fasnacht dann noch so wichtig ist.
    Ich selbst bin aktiver Fasnächtler, seit vielen Jahren in einer Guuggenmusigen. Ich verzichte aus Solidarität gegenüber der Gesellschaft auf diesen Sauglattismus im 2021! Nichts ist unwichtiger als die Fasnacht.

    1. Tadeus, 17.09.2020, 18:27 Uhr

      Treffend beschrieben, danke.

  2. Ruedi Schmelzer, 16.09.2020, 19:48 Uhr

    Zwängeler – wäääähäää – Fasnacht einmal komplett absagen und gut ist. Es geht sicher ein Jahr ohne Fasnacht ???

    1. Daniel Steiner, 17.09.2020, 06:41 Uhr

      Nur weil sie kein Fasnächtler sind muss nicht gleich alles abgesagt werden.

    2. CScherrer, 17.09.2020, 10:03 Uhr

      @Daniel Steiner: Doch! Genau das ist es von gewissen Fasnächtler. Eine Zwängerei!

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