Nun ist’s definitiv: Keine Fasnachtsumzüge in der Stadt Luzern
  • Regionales Leben
  • Fasnacht
Paukenschlag am Mittwochmorgen: Nächstes Jahr gibt's definitiv keine Fasnachtsumzüge. (Bild: sah)

Paukenschlag wegen Corona Nun ist’s definitiv: Keine Fasnachtsumzüge in der Stadt Luzern

3 min Lesezeit 4 Kommentare 16.09.2020, 10:03 Uhr

Nun ist’s klar: Im kommenden Jahr wird es in der Stadt Luzern keine Fasnachtsumzüge geben. Das Luzerner Fasnachtskomitee gab den Entscheid am Mittwochmorgen bekannt.

In knapp 150 Tagen würde am 11. Februar 2021 um Punkt 5 Uhr morgens mit dem Urknall die Fasnacht 2021 eröffnet. Doch im nächsten Jahr wird bezüglich der «rüüdigen Tage» nichts so sein, wie man es sich gewohnt ist.

Nun ist auch definitv klar, dass die beliebten Fasnachtsumzüge am SchmuDo und Güdismäntig definitiv abgesagt sind. Dies teilte das Luzerner Fasnachtskomitee (LFK) am Mittwochmorgen mit. «Sind der Publikumsmagnet der Luzerner Fasnacht schlechthin. Auch wenn viele Fasnächtlerinnen und Fasnächtler einem Umzugsbesuch im nächsten Jahr möglicherweise fernbleiben würden: es ist nicht zu vermeiden, dass sich entlang der Umzugsroute mehrere Zehntausend Besucher tummeln», führen die Organisatoren aus.

Vorgaben sind kaum einzuhalten

Abstand halten, «Contact tracing» bis hin zur Masken-Tragepflicht für die Umzugsbesucher seien nicht nur schwierig durchzusetzen, sondern in der Summe als Veranstalter mit heutigem Wissensstand schlicht nicht zu verantworten.

zentralplus fragt
Aktuelle Meinungsumfrage
Luzerner Fasnacht ohne Umzüge – macht das noch Spass?
Danke für Deine Stimme. Du hast bereits teilgenommen.

«Dieser Entscheid schmerzt unserem Fasnächtler-Herz enorm. Aber: wir sind es nicht nur, wie erwähnt, den Zuschauern und Fasnächtlern schuldig, sondern auch unseren Umzugs-Teilnehmenden, den Guuggemusigen und Wagenbau-Gruppen», schreibt das LFK. Viele Vereine hätten mit der Vorbereitung für die ungewisse Fasnacht 2021 bereits begonnen, aber sie benötigten in diesem Sinne nun auch etwas Planungssicherheit für die Umzüge.

Ebenfalls nicht stattfinden werden die so genannte «Usgüüglete», die jeweils am Dienstag vor der Fasnacht über die Bühne geht sowie der «Fasnachtsmärt» vom «rüüdige Samstig» Unter der Egg.

Wie geht es weiter?

Die Fasnacht an sich ist nach dem Entscheid des LFK noch nicht abgesagt, auch wenn eine «normale» Fasnacht utopisch ist. Kleinere Events könnten aber dennoch stattfinden, um zumindest ein bisschen fasnächtliches Treiben in die Stadt zu bringen.

So seien in der Findungsphase für die genannten Absage-Entscheide seien auch verschiedene kreative Ideen entstanden. «Das LFK hat in den letzten Wochen mit Zurückhaltung kommuniziert, dass 2021 maximal eine Fasnacht, aber eben nicht die Fasnacht, wie wir es gewohnt sind, möglich wäre. Massen in der Altstadt Luzerns, nach einem Umzug beispielsweise, sind aus heutiger Sicht nicht verantwortbar und würden seitens Behörden wohl kaum bewilligt werden», begründet das LFK.

Aktuell seien konkrete Ideen und gar Projekte in der Pipeline, die einerseits die aktuellen BAG-Gesundheitsrichtlinien erfüllten, andererseits den aktiven Fasnächtlern aber eine Präsentationsplattform bieten würden. «Mit medialem Support könnten diese bequem von zu Hause genossen werden. Natürlich sind neue Ideen und Formen der Lozärner Fasnacht ungewohnt, in der Art und Weise aber fasnächtlich und kreativ», so das LFK.

Komitee lanciert Fasnachtsheftli

Mit der Tatsache, dass 2021 keine Fasnachtsumzüge in Luzern stattfinden werden, sei auch der wichtigste Inhaltsteil des Umzugs-Booklets «flöten gegangen», schreibt das Komitee weiter. Dieser Umstand sehe man jedoch als Chance, mit einem Fasnachts-Magazin die Fasnacht 2021 auf eine andere Art aufleben zu lassen. Inhaltlich würden verschiedenste fasnächtliche Themen aufgegriffen.

Historisches in Sachen Fasnacht (zum Beispiel die Fasnacht vor hundert Jahren während der spanischen Grippe oder der Kriegsjahre) oder die Entstehung und Entwicklung der Fasnachts-Organisationen (zum Beispiel 70 Jahre LFK, fast 50 Jahre «De rüüdig Fasnachtsfüerer», 40 Jahre Guuggerbaum und so weiter) seine nur ein paar Ideen.

«Möglich sind auch verschiedene Plattformen mit Interviews von Fasnachtsprotagonisten und –Persönlichkeiten und auch Vorstellungen von Wagenbau- Gruppen, Guuggemusigen, Kult-Ur-Fasnächtler bis hin zu Einzel- oder Fasnachts- Theatergruppen.» Ziel sei, dass das Fasnachts-Magazin zusammen mit der LFK- Plakette 2021 erworben werden kann.

War dieser Artikel nützlich für Dich?

Ja

Nein

Dieser Artikel hat uns über Paukenschlag am Mittwochmorgen: Nächstes Jahr gibt's definitiv keine Fasnachtsumzüge. Franken gekostet. Löse ein freiwilliges Abo und hilf uns, Artikel wie diesen auch in Zukunft anzubieten.

CHF

Deine Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, musst Du auf zentralplus eingeloggt sein. Bitte logge dich ein oder registriere dich jetzt und profitiere von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Deine Meinung ist gefragt!

4 Kommentare
  1. Martin von Rotz, 16.09.2020, 16:59 Uhr

    Wieso sollen die Guggen und Wagenbauer überhaupt etwas machen und vorbereiten wenn sie es dann nicht präsentieren können. Logischerweise ist das „Hobby“ Fasnacht/Guggenmusig etwas das fast das ganze Jahr über Arbeit gibt und ein Zusammenkommen in der Gruppe ermöglicht, also ein wichtiger sozialer Kontakt ist. Aber der Höhepunkt ist doch die Präsentation der neuen Kostüme und der neu gelernten Musikstücke an Anlässen und auf der Strasse. Wenn das meiste wegfällt, dann könnte man auch einfach ein paar Youtube Videos machen, was viele Guggen eh schon tun. Die Frage ist ob sich für die Involvierten da der Aufwand noch lohnt.
    Für mich sieht es so aus als ob das Fasnachtskomitee, respektive die Stadt (noch) nicht genügend Mut haben um den ganzen Anlass abzusagen. Es wäre hart, aber wir hatten wenigstens die Fasnacht 2020.

  2. Joseph de Mol, 16.09.2020, 14:30 Uhr

    An der Fasnacht tragen ja ohnehin alle eine Maske!

  3. Evelyne Ineichen, 16.09.2020, 13:25 Uhr

    Eine sehr traurige Sache, wie weit sind wir gekommen? Wohin führt das alles noch?

    1. der fansachtsverderber, 16.09.2020, 15:04 Uhr

      chills…..gesundheit geht vor.

Wie viel ist Dir unabhängiger Journalismus wert?

Schön besuchst Du zentralplus. Für Dich gehen wir vor Ort, sind mitten drin und nahe dran. Doch ganz gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Um die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben, benötigen wir Deine Unterstützung. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

Schön besuchst Du zentralplus. Du verwendest einen Adblocker. Werbung ist für eine wichtige Einnahmequelle, die uns hilft, die unabhängige Stimme zu den Grossverlagen in der Zentralschweiz zu bleiben. Denn gratis geht Qualitätsjournalismus nicht. Zeig uns mit Deinem freiwilligen Abo oder einem einmaligen Beitrag, was wir Dir wert sind.

CHF