Gesundheit ist nichts Selbstverständliches: Ariella Kaeslin in ihrer Küche. (Bild: hae)
Gesellschaft Gesundheit

Gesundheit ist nichts Selbstverständliches: Ariella Kaeslin in ihrer Küche. (Bild: hae)

Nach Operation: Wie Ariella Kaeslin mit Schreckgespenst Krebs umgeht

3min Lesezeit

Wie ist es, in jungen Jahren eine Krebs-Diagnose zu haben? Die Luzerner Ex-Kunstturnerin Ariella Kaeslin musste sich eine Vorstufe eines Gebärmuttertumors entfernen lassen. «Vorsorge ist alles», sagt sie. Und rät zu einem gesunden Leben ohne Panik, obwohl sie seither ihren Arzt häufiger aufsucht.

Mathias Haehl

Seit die junge Ariella Kaeslin vor einem Jahr eine einstündige Gebärmutter-Operation in Luzern hatte, geht sie regelmässig zum Frauenarzt. «Aber nicht nur einmal im Jahr, sondern alle drei Monate», erklärt sie. Die Kunstturn-Europameisterin von 2009 geht ihren Problemen nicht aus dem Weg, wie sie auch schon mit einer Abrechnung in der Sportszene gezeigt hat (zentralplus berichtete).

«Man muss darüber sprechen. Denn es kann jeden und jede treffen.»

Ariella Kaeslin, Kunstturn-Europameisterin von 2009

«Das Reden über Krebs fällt den meisten Menschen deshalb so schwer, weil jeder, der davon betroffen ist, ihn eigentlich lieber vergessen möchte», sagt die 30-jährige Luzernerin. «Aber gerade weil es so eine schlimme Krankheit ist, muss man darüber sprechen. Denn es kann jeden und jede treffen.»

Grossmutter hatte Brustkrebs

So auch ihre Grossmutter vor rund 20 Jahren: «Sie hatte Brustkrebs, konnte ihn aber besiegen. Sie litt stark unter der Chemotherapie – aber auch wir hatten eine schwere Zeit: Die Ungewissheit ist hart.»

«Ständig in Angst zu leben bringt es nicht.»

Doch Ariella Kaeslin will nicht auf Panik machen: «Ständig in Angst zu leben bringt es nicht, denn viele Frauen haben irgendwann einen Tumor im Unterleib.» Und es gäbe ja viel schlimmeren Krebs: den in der Brust oder im Hirn, woran viele sterben. «Ich kenne zum Glück niemanden, der darunter leidet.»

Ihre grossen Lieben: Reisen, Surfen und ihr Chihuahua Clowie.
Ihre grossen Lieben: Reisen, Surfen und ihr Chihuahua Clowie. (Bild: hae)

Vielmehr rät die dreimalige Sportlerin des Jahres, sich gesund zu ernähren, Sport zu treiben, wenig Alkohol zu trinken und nicht zu rauchen. «So, wie ich es mache. Und das Leben jeden Tag zu geniessen.» Sie kam soeben aus Bali zurück, wo sie bereits zum sechsten Male in Surfferien weilte.

Ariellas Einsatz gegen den Krebs

Ariella Kaeslin nimmt am 9. September in Bern am Benefiz-Velomarathon «Race for Life» teil. Der gesamte Erlös des Marathons, bei dem Kaeslin Botschafterin ist, geht an verschiedene Krebs-Organisationen und an die Krebsforschung.

Gesundheit ist nichts Selbstverständliches

Was ein solcher Vorfall für ihre Zukunft bewirkte? Da blickt sie ernst drein: «Es hat mir wieder einmal vor Augen geführt, dass Gesundheit nichts Selbstverständliches ist. Man muss sich Sorge tragen. Darüber reden. Und einfach regelmässig zum Arzt gehen.»

Augen zu und den Kopf in den Sand stecken, das ist nicht Ariella Kaeslins Rezept.

x
Ist Ihnen unabhängiger Journalismus etwas wert? Mit Ihrer Unterstützung helfen Sie zentral+, Beiträge wie diesen zu realisieren.

Ihre Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, müssen Sie auf zentralplus eingeloggt sein.
Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich jetzt und profitieren Sie
von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

Mehr Gesellschaft