Beste Sicht vom Laucherenstock auf Engelberg (Bild: Fabian Duss)
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Beste Sicht vom Laucherenstock auf Engelberg (Bild: Fabian Duss)

Eine Einladung zum Saisonende, die man nicht ausschlagen sollte

3min Lesezeit

Den Kälteeinbrüchen sei Dank, laden die Schattenhänge auf der Bannalp zu den vielleicht letzten Pulverschwüngen der Saison ein – eine Einladung, die man nicht ausschlagen sollte.

Fabian Duss

Die gegenwärtige Rückkehr des Winters mag viele Leute ärgern, doch hartgesottene Skitourengänger freuen sich: Bald ist Mai und noch immer locken die Zentralschweizer Berge mit bestem Pulverschnee. Lange bleibt das gelobte Weiss allerdings selten pulvrig, ist doch die Sonneneinstrahlung deutlich intensiver als noch im Januar. Also ab in die Nordhänge, bevor es zu spät ist.

Schatten lohnt sich

Die Bannalp bei Oberrickenbach eignet sich dazu hervorragend: Im Winter ist sie ein kaltes Schattenloch und auch im Frühling verschmäht die Sonne die angepeilten Hänge lange Zeit. Von der Chrüzhütte, der Bergstation der Luftseilbahn, muss man zu dieser Jahreszeit die zehn Minuten zum Urnerstafel meist zu Fuss zurücklegen. Doch dann geht es los. Es wartet ein schattiger, etwas eintöniger Aufstieg durch den Schwarzgraben an den Fuss der Hasenstöck, der wiederholt Gelegenheit bietet, an der Spitzkehrentechnik zu feilen.

Danach folgt die erste Schlüsselstelle: eine kurze, doch am Schluss etwas abschüssige Querung zur Firlegi. Nun ist der grosse Kessel unterhalb des Laucherenstocks erreicht.

Drei Optionen auf der Firlegi

Während links die ambitionierteren Alpinisten zum Nordsattel des Ruchstocks hochsteigen, queren die Laucherenstock-Aspiranten nach Westen. Mittendrin, im Sattel zwischen Ruch- und Laucherenstock, liegt die dritte Option: der Schlittchuechen. Er ist etwas schneller zu erreichen, aber ebenfalls steil und lohnend. Wer sich den Schlittchuechen vorknöpft, fährt danach auf der Aufstiegsroute durch den Schwarzgraben ab.

Die Querung an den Fuss des Laucherenstocks sowie der Gipfelaufstieg sind stellenweise recht steil und erfordern sichere Verhältnisse. Kurz vor dem Gipfel erreicht man eine kleine Fläche. Davon, dass der Berg nach Süden senkrecht abbricht, ahnt man nichts. Die letzten Meter legt man zuweilen besser zu Fuss zurück. Der Tiefblick nach Engelberg und die Aussicht in die Berner Alpen auf der einen und die Zentralschweiz auf der anderen Seite entschädigen für den grösstenteils schattigen Aufstieg.

Um den Schinberg herum

Die Abfahrtsroute entspricht zunächst dem Aufstieg. Nach wenigen Minuten ist der Fuss des Laucherenstocks erreicht. Die Abfahrt führt nun westlich des Schinbergs und damit fernab der Aufstiegsroute in die Tiefe. Durch manchmal etwas unübersichtliches Karstgelände fährt man in Richtung Bannalpsee. Spätestens auf ca. 1800 Metern sollte man sich allerdings nach rechts (Osten) wenden. Nun geht es nämlich über die Nordwestrippe des Schinbergs zurück zum Ausgangspunkt, dem Urnerstaffel. Im Winter wird das Gasthaus von der Sonne verschmäht, doch nun geniesst man das Belohnungsbierchen an der strahlenden Mittagssonne und schmiedet bereits die nächsten Pläne – denn vor Juni kommen die Tourenskier bestimmt nicht in den Keller.

Toureninfos

Die beschriebene Skitour wird auf der Schwierigkeitsskala des SAC mit ZS+ bewertet. Jene zum Schlittchuechen ist etwas leichter, verlangt aber nicht minder sichere Verhältnisse. Für Schneeschuhläufer ist der Laucherenstock machbar, wobei aufgrund der Querungen etwas unangenehm. Für den Aufstieg sind rund drei Stunden zu veranschlagen.

Kartenmaterial: Skitourenkarte 1:50’000 245S Stans, Landeskarte 1:25’000 1191 Engelberg

Aus dem zentralplus Blog Wander-Blog

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