Chance für das Neubad: Kleinmatt soll kein zweites Himmelrich werden
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Die Grünen fordern eine etappierte Realisation des geplanten Quartiers, wo heute die Zwischennutzung Neubad steht. (Bild: zvg)

Grüne fordern günstigen Wohnraum Chance für das Neubad: Kleinmatt soll kein zweites Himmelrich werden

2 min Lesezeit 2 Kommentare 05.02.2021, 16:00 Uhr

Die städtischen Grünen wollen, dass von der geplanten Überbauung an der Biregg- und der Kleinmattstrasse Menschen profitieren, die es schwer haben, eine Wohnung zu finden. Dafür wünscht die Partei eine etappierte Vorgehensweise. Netter Nebeneffekt: eine weitere Schonfrist fürs Neubad.

Auf dem Areal an der Biregg- und der Kleinmattstrasse soll in wenigen Jahren ein neues Quartier entstehen. Auf 6’300 Quadratmetern ist gemeinnütziger Wohnraum geplant.

Die neue Siedlung soll möglichst bald nach dem Wegzug der Feuerwehr auf das benachbarte EWL-Areal realisiert werden.

Die städtische Fraktion der Grünen und Jungen Grünen fordert nun in einer Motion, dass zusätzlicher bezahlbarer Wohnraum entsteht.

Warum reichen der Partei die aktuell geplanten günstigen Wohnungen nicht? «Die akuellen Vorgaben gehen uns zu wenig weit. Der gemeinnützige Wohnraum, der bis jetzt im Vordergrund steht, ist nicht unbedingt günstiger Wohnraum. Das sehen wir am Beispiel Himmelrich gut», erklärt Grossstadtrat Marco Müller auf Anfrage.

Grüne wünschen sich 100 Kleinwohnungen

«Dasselbe wollen wir in der Kleinmatt nicht erneut. Wir wollen viel eher den Schwerpunkt auf Leute setzen, die knapp bei Kasse sind.» Die Grünen verlangen, dass mindestens 100 Kleinwohnungen gebaut werden, die für ältere Leute ausgestattet sind. «Es gibt viele Ältere, die in zu grossen Wohnungen leben. Oft, weil sie es sich nicht leisten können, in eine kleinere Wohnung zu ziehen, die teurer ist als die bisherige.»

Weiter fordert die Partei, dass die Realisierung des Quartiers etappiert erfolgt. «Wenn man auf einem Grundstück alles herunterwalzt, dann schafft man eine künstliche Identität. Damit sich wirklich etwas entwickeln kann, macht es Sinn, sich Zeit zu lassen», so Müller.

Ein netter Nebeneffekt: So könnte etwa die Zwischennutzung Neubad länger bestehen bleiben. «Das Neubad erfüllt heute schon viel davon, was wir uns bezüglich der Ausrichtung des Quartiers wünschen würden, und schafft eine willkommene Belebung. Da könnte man sich überlegen, ob man es noch etwas länger offen lässt.» Dies selbst nach dem Abriss des danebenstehenden Feuerwehrgebäudes.

Womöglich bleibt das Neubad sowieso länger offen

Aktuell läuft der Gebrauchsleihvertrag der Zwischennutzung Ende 2023 aus. Es ist jedoch davon auszugehen, dass sich auch diese Frist nach hinten verschieben könnte.

Der Grund: Der Umzug der Feuerwehr in die neue Überbauung auf dem benachbarten EWL-Gelände verzögert sich (zentralplus berichtete). Denn eigentlich hätte die erste Etappe schon 2024 bezugsbereit sein sollen. Aus diesem Grund ist es gemäss der Stadt Luzern möglich, dass die Neubad-Zwischennutzung bis 2026 geöffnet bleibt.

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2 Kommentare
  1. Hanswurst, 06.02.2021, 08:52 Uhr

    Die biederen Luzerner sind bekannt für die Zerstörung wertvoller Bauten – vede Altstadt. Will man mit dem Abriss dieser Ikone des Brutalismus diesem Pfad wirklich folgen und darüber hinaus ein kulturelles Leuchtturm-Projekt begraben? Banausen!

  2. lucommenter, 05.02.2021, 18:01 Uhr

    Falls es die günstigen Wohnungen braucht, sollen diese unverzüglich gebaut werden. Die vorgeschlagene Etappierung verzögert die Problemlösung für die Betroffenen und erhöht die Kosten. Einmal mehr scheint es den Grünen hier eher um Politmarketing, statt ernsthafter Problemlösung zu gehen.

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