Politik

Stadtrat rechnet mit 6,5 Millionen Franken Überschuss
Budget 2022 Stadt Zug: Zuversicht, Corona zum Trotz

  • Lesezeit: 4 min
André Wicki ist zuversichtlich. Die Finanzlage für die kommenden Jahre sieht ziemlich gut aus.
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André Wicki ist zuversichtlich. Die Finanzlage für die kommenden Jahre sieht ziemlich gut aus. (Bild: bic)

Nicht schlecht – dafür, dass Corona noch immer grassiert: Die Stadt Zug rechnet für das Jahr 2022 mit einem Überschuss von 6,5 Millionen Franken. Zwar habe die Pandemie einen Einfluss gehabt auf die städtischen Finanzen, doch werde sie sich in den Steuereinnahmen deutlich weniger stark bemerkbar machen als erwartet. Was die Stadt in den nächsten Jahren eher beschäftigen wird: eine Menge Investitionen.

«Zug geht’s gut, Zug wird’s weiterhin gut gehen, und Zug wird künftig stark investieren», mit diesen Worten beginnt der Zuger Finanzchef André Wicki seine Ausführungen zum Budget 2022 der Stadt.

Die Zahlen, die Wicki vorweist, stimmen tatsächlich froh. So geht die Stadt Zug für 2022 von einem rund 8,4 Millionen Franken höheren Steuerertrag aus als im Budget 2021. Dies, obwohl die Stimmbevölkerung im Frühjahr 2021 Massnahmen beschlossen hat, um den negativen Einfluss von Corona auf die Finanzen von natürlichen Personen zu lindern. Die Stadt rechnet darum mit Steuereinbussen von 7 bis 8 Millionen Franken.

Wicki sagt jedoch: «Wir sind zuversichtlich, dass wir durch das prognostizierte Wachstum diese Mindereinnahmen kompensieren werden.» Dies bei einem gleichbleibenden Steuersatz von 54 Prozent.

Die Steuereinnahmen bei natürlichen Personen dürften sich gegenüber dem Vorjahresbudget um 2,7 Millionen Franken auf 136 Millionen erhöhen, jene bei juristischen Personen um 2,7 Millionen Franken auf knapp 83 Millionen Franken. Budgetiert ist ein Fiskalertrag von 230 Millionen Franken. Ausserdem seien fürs kommende Jahr Nettoinvestitionen von fast 50 Millionen Franken geplant, so der Finanzchef.

Neu- und Umbau von Schulen ist ein grosses Thema

Den budgetierten Erträgen von rund 314 Millionen Franken stehen Aufwände von rund 307 Millionen Franken gegenüber. Ein grosser Teil davon soll in Investitionen fliessen, so der Stadtrat. Die Nettoinvestitionen betragen 48 Millionen Franken, das entspricht einem Plus von 9,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresbudget.

Ein Grossteil, nämlich 23,5 Millionen Franken, werden für Liegenschaften verwendet, etwa für den Bau des Ökihofs, der Notzimmer sowie für die Sanierung der Stadtentwässerung. 8,6 Millionen Franken davon fliessen allein in Schulbauten. So wird beispielsweise die Oberstufe Loreto erweitert (zentralplus berichtete).

Der Ausbau der Schulinfrastruktur ist bekanntlich bitternötig, steigt die Zahl der Schülerinnen doch stetig stark an. Dies unter anderem wiederum führt bei der Stadt zu einem Anstieg beim Personal. 20,8 Pensen sind fürs kommende Jahr budgetiert, davon fallen alleine 16 auf die Bildung.

Finanzausgleich tendenziell gleichbleibend

An den innerkantonalen Finanzausgleich (Zuger Finanzausgleich ZFA) zahlt die Stadt im kommenden Jahr knapp 60 Millionen Franken, an den nationalen knapp 20 Millionen Franken. Das ist knapp weniger als im letzten Jahr. «Tendenz gleichbleibend», so der Stadtrat.

Corona hatte zwar in den vergangenen 1,5 Jahren einen Einfluss auf die Finanzen der Stadt Zug. «Das Bruttoinlandprodukt erholt sich jedoch wieder, ebenfalls scheint die Inflation vorübergehend zu sein. Wir sind daher zuversichtlich für die Schweiz und für die Stadt Zug», sagt Wicki.

Neben den Ausführungen zum Budget erklärten die Stadträte an der Medienkonferenz vom Dienstag, wo ihre «Highlights» des kommenden Jahres liegen.

Stadtpräsident Karl Kobelt dazu: «Wir erarbeiten derzeit eine übergeordnete, nachhaltige Entwicklungsstrategie und sind diesbezüglich auf gutem Wege.» Weiter sei ein grosser Posten die Digitalisierung aller Geschäftsunterlagen.

Im kommenden Jahr will der Stadtrat ausserdem stärker auf die Wirtschaftsförderung setzen. Beim Swiss Economic Forum in Interlaken möchte man den Standort Zug präsentieren und stärker netzwerken. Auch das Stadtmarketing sei ein Thema, dies insbesondere, da der Geschäftstourismus rückläufig sei. Ein Posten, der zusammen mit Zug Tourismus unter die Lupe genommen wird.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen: Die anstehenden Gesamterneuerungswahlen 2022, die eine Menge Vorarbeit verlangen.

Die Sportmeile wird überarbeitet

Für Finanzchef André Wicki sind es mitunter die Investitionen der «Sportmeile», die ihn auf Trab halten werden. Die Sporthalle neben der Bossard Arena wird saniert, auch versieht man die Sportplätze nach und nach mit LED-Lampen. Dazu kommen etwa die Vorbereitungen der Sanierung des Fussballstadions.

Deneben wird das Elternportal der eZug-App vorangetrieben. «Wir haben gemerkt, dass dies ein grosses Bedürfnis der Eltern ist, schulische Belange via App zu regeln», so Wicki.

Bauen und Bilden: Das sind die kommenden Projekte

Vroni Straub, die städtische Bildungsschefin, befasst sich im kommenden Jahr intensiv mit der schulergänzenden Betreuung sowie mit der freiwilligen modularen Tagesschule, welche eingeführt wurde. Ebenfalls soll ein Nutzungskonzept für das «Haus des Lernens» verabschiedet werden.

Bauchefin Eliane Birchmeier befasst sich mit der Ortsplanungsrevision. Derzeit liege der Entwurf für die Richt- und Nutzungsplanung vor, ebenfalls stehen verschiedene Bebauungspläne an.

Anstehende Projekte: Das Gebiet Herti Süd, das Geviert GIBZ, die Baarerstrasse West beim Bahnhof, die Sanierung des Metalli sowie das Metalli. Diese Projekte sollen kommendes Jahr dem GGR unterbreitet werden.

Ökihof: Hoffentlich gibt’s keine Lieferverzögerungen

«Mit dem Ökihof sind wir auf Kurs», erklärt Birchmeier. «Holz alänge», heisse es jedoch, damit man bei diesem Projekt künftig nicht von Lieferengpässen betroffen sein werde. Auch die Erweiterung des Loretos wird die Bauchefin naturgemäss im kommenden Jahr beschäftigen.

Urs Raschle, Chef der Abteilung Sicherheit und Soziales, befasst sich verstärkt mit dem Thema Smart City. So sollen Bewilligungsprozesse erleichtert werden, indem sie vermehrt online abgewickelt werden sollen. Medienbrüche sollen vermieden werden. Dasselbe soll auch im Bereich Sozialhilfe möglich werden.

Bezüglich der Videoüberwachung am Seeufer sei man derzeit daran, eine «sinnvolle, machbare Strategie» zu erarbeiten. Dies gemeinsam mit Polizei und Datenschutzstelle.

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