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Herbstwanderung für Selbstversorger am Riedmattstöckli
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Gab es hier mal eine Seilbahn? Verirrte Gondel bei der Miesenegg. (Bild: hch)

Unterwegs zwischen Entlebuch und Giswil Herbstwanderung für Selbstversorger am Riedmattstöckli

4 min Lesezeit 09.10.2019, 11:02 Uhr

Es hätte eine gemütliche dreistündige Herbstwanderung auf das 1747 Meter über Meer gelegene Riedmattstöckli werden sollen. Doch das Glück war uns an diesem Herbsttag zwischen Giswil OW und dem Entlebuch in anderer Art und Weise hold.

Womit wir auf dieser Wanderung nicht gerechnet hatten, war die Sammelleidenschaft. Meine, genauer gesagt. Schon auf dem Parkplatz Zwirchi, dem Ausgangspunkt auf 1400 Metern Höhe, liessen die Körbe anderer Besucher erahnen, dass sich viele nicht nur des schönen Wetters wegen aufmachten. Eine zweite Überraschung erwartete uns dann, als wir uns hangwärts aufmachten: Ein nasser vom Alpabtrieb Ende September ausgetretener Weg, der uns die knapp zehn Kilometer begleiten sollte. Und der uns durch die vielen Balanceakte unerwartet viel Energie kosten sollte.

Bis zum etwas höher gelegenen Wald kamen wir über die Alpweiden gut voran. Dann jedoch mischte sich unter den Tannenduft zunehmend ein intensiver Pilzgeruch, was immer wieder zu Ausflügen abseits des Pfades führte – der Znacht war gerettet. Und nicht nur der: Heidelbeeren fast so gross wie aus dem Supermarkt sorgten für das Dessert.

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Verpasster Gipfelweg

Vor der Schwandegg führt der Wanderweg über eine gekieste Bergstrasse. Hier hätte bald ein inoffizieller Weg, den wir aber verpassten, direkt auf den Gipfel geführt. Stattdessen folgten wir der Route durch einen schönen Wald bis zur Riedmatt. Überrascht waren wir von der Weite, die sich auf dieser Alp zeigt – und noch mehr von den Herbstfarben. Danach stieg der Weg steil an, immer wieder suchten wir die Markierungen, während der Weg zunehmend steiler und rutschiger wurde. Kaum zu glauben, dass hier erst gerade Kuhherden abgestiegen sind.

Auf der Guberegg fehlten dann nur noch 90 Höhenmeter bis zum Riedmattstöckli, dem höchsten Punkt der Wanderung. Angesichts der fortgeschrittenen Stunde und des aufkommendes Winds schenkten wir uns den Aussichtspunkt, zumal Auf- und Abstieg auf demselben Weg hätten begangen werden müssten.

Die grossen Berner im Blick

Der Weg führte über die Wiese und einen anstrengenden Trampelpfad zur Alp Miesen, wo wir bei knallblauem Himmel an der wärmenden Herbstsonne eine Rast genossen. Man wusste gar nicht so recht, wo hinschauen: zu den Älplern, die die Gebäude winterfest machten, oder doch eher zur nahen Schrattenfluh und dann bis zum mächtigen Eiger und zur Jungfrau hinüber.

Danach kamen wir nun wieder besser voran, was jedoch nicht an den fehlenden Pilzen, sondern am gut ausgebauten Kiesweg lag. Immer wieder kamen uns Wanderer und dann sogar noch ein paar Kühe entgegen, die wohl den Alpabzug verpasst hatten. Kurz vor dem Sattelpass, der den Übergang zum Entlebuch markiert, steht das Alpbeizli Sattel, wo man während der Alpzeit einkehren kann. An diesem letzten Sonntag im September war die Aufbruchstimmung schon deutlich zu spüren, sodass die Chässchnitte ein andermal probiert werden muss.

Beliebter Brätelplatz

Talwärts ging es auf der Passstrasse, die während des Zweiten Weltkriegs durch internierte Polen, Italiener und Russen gebaut worden war. An diesem Ausflugstag musste sie nun mit rasanten Bikern geteilt werden. Oder man hätte den Wanderweg Richtung Loo und anschliessend das Herrenwegli hinunter nehmen können – auch das verpassten wir an diesem Sonntag.

Dafür waren auch schon die meisten Besucher der Chlus auf der Alp Dörsmatt verschwunden. An schönen Wochenenden soll an diesen beiden Brätelplätzen mit Grill, Hütten und bereitgestelltem Feuerholz fast durchgehend «Chilbi» herrschen. Wir indessen konnten zu fortgeschrittener Stunde von heisser Kohle profitieren und dem Bach beim fröhlichen Plätschern zuhören. Frisch gestärkt nahmen wir die Strasse unter die Füsse und erreichten nach etwa einer Viertelstunde leicht abwärts wieder den Parkplatz.

Länge: 10 km
Wanderzeit: 2,5 bis 3 Stunden reine Gehzeit
Auf-/Abstieg: 379 m (470 m mit Riedmattstöckli)
Route: Parkplatz Zwirchi (1415 m)–Schwandegg (1497 m)– Riedmattschwand (1499 m)–Guberegg (1665 m)–(Riedmattstöckli 1756 m)– Guberegg– Miesen (1696 m) – Sattelpass (1584 m) – Dörsmatt (1422 m) – Zwirchi.
Anfahrt: Mit ÖV nicht möglich. Mit dem Auto ab Giswil bis zum Parkplatz Zwirchi.  

Die Karte zur Wanderung rund um das Riedmattstöckli (Screenshot: map.wanderland.ch)

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