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Bahnhofstrasse: Das Warten in Luzern hält an
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Lässt noch auf sich warten: die autofreie Bahnhofstrasse. (Bild: jwy)

Trotz Parlamentsentscheid noch keine Teilsperrung Bahnhofstrasse: Das Warten in Luzern hält an

3 min Lesezeit 05.04.2019, 14:28 Uhr

Wann wird die Luzerner Bahnhofstrasse endlich autofrei? Der Stadtrat hat die Bevölkerung auf 2023 vertröstet. Doch das ging dem Parlament zu lange, es verdonnerte den Stadtrat zu einer Teilsperrung bis Karfreitag. Zwei Wochen vorher bestätigt sich allerdings: Das wird nichts.

Die Luzernerinnen und Luzerner können ihre Osternester auch dieses Jahr an der Bahnhofstrasse hinter einem Auto verstecken. Denn die Fahrzeuge werden nicht so schnell verschwinden. Und das, obwohl diese Forderung von Grünen, SP und GLP im Stadtparlament Ende 2018 durchgeboxt wurde.

Die drei Fraktionen verlangten eine teilweise Sperrung bis Karfreitag. Die Stimmbevölkerung hatte sich bereits 2013 für eine Neugestaltung der Bahnhofstrasse ausgesprochen, wurde aber wegen der Komplexität des Projekts vertröstet – zuletzt auf das Jahr 2023. Unter anderem aus Protest gegen diese schleppende Umsetzung des Volkswillens drückte die sogenannte Öko-Allianz aufs Gaspedal (zentralplus berichtete).

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Stadtrat informiert wohl noch vor Ostern

Der zuständige Stadtrat Adrian Borgula (Grüne) machte allerdings bereits damals klar, dass eine Sperrung bis Ostern nicht realistisch sei (zentralplus berichtete). 

«Wir werden den Auftrag des Parlaments möglichst gut umsetzen, aber es wird länger dauern als Ostern.»

Adrian Borgula, Stadtrat

Und das bestätigt der Mobilitätsdirektor zwei Wochen vor Karfreitag erneut. «Wir werden den Auftrag des Parlaments möglichst gut umsetzen, aber es wird länger dauern als Ostern», so Borgula.

Dem Vernehmen nach strebt die Stadt eine Umsetzung im Monat Mai an. Doch sowohl Fragen zum Zeitplan als auch zu den Details der geplanten Umsetzung bleiben zurzeit unbeantwortet. Denn zuerst werde er diese Punkte mit dem Stadtrat intern diskutieren, sagt Borgula. «Wir werden zeitnah informieren, sobald die Entscheide gefallen sind», verspricht er. Zumindest das dürfte noch vor Ostern geschehen.

LUKB bleibt in Lauerposition

SP-Grossstadtrat Yannick Gauch bringt ein gewisses Verständnis dafür auf, dass eine Umsetzung bis Ostern nicht möglich ist. «Für uns ist zentral, dass die Stadt vorwärts macht», sagt er. «Ob die Bahnhofstrasse letztlich erst ein paar Wochen später gesperrt wird, ist nicht entscheidend. Für uns ist aber klar, dass die Sperrung noch vor dem Sommer geschehen muss.» Seine Partei als Urheberin der Initiative für eine autofreie Bahnhofstrasse hofft, dass der Stadtrat bald aufzeigt, wie es weiter geht.

Die Autos aus dem LUKB-Parkhaus müssen dereinst neu über die Pilatusstrasse (rot) statt wie bisher über die Bahnhofstrasse (gelb). Der blaue Kreis zeigt die Kreuzung, die neu gestaltet werden soll.

Die Autos aus dem LUKB-Parkhaus müssen dereinst neu über die Pilatusstrasse (rot) statt wie bisher über die Bahnhofstrasse (gelb). Der blaue Kreis zeigt die Kreuzung, die neu gestaltet werden soll.

Auf Informationen wartet man auch an der Bahnhofstrasse. Denn dort haben nicht alle das parlamentarische Vorpreschen goutiert. Die Luzerner Kantonalbank kündigte bereits im Januar an, dass sie unter Umständen juristisch gegen die nächsten Schritte vorgehen will (zentralplus berichtete). Dies, falls die Stadt die Sperrung der Bahnhofstrasseohne die flankierenden Massnahmen, die sich aufgrund der Verkehrssimulation als notwendig herausgestellt haben, umsetzen will.

Aus dieser Simulation, die von der Stadt und der LUKB gemeinsam durchgeführt wurde, ging unter anderem hervor, dass die Kreuzung Winkelried-/Pilatusstrasse beim Hotel Astoria baulich umgestaltet und mit einer entsprechenden Ampel ausgerüstet werden muss. So soll sichergestellt werden, dass der Verkehr aus dem LUKB-Parkhaus in Richtung Seebrücke geordnet in die Pilatusstrasse einbiegen kann, weil eine Wegfahrt über die Bahnhofstrasse Richtung Seebrücke nicht mehr möglich ist (siehe Grafik).

«Gegen eine Sperrung ohne flankierende Massnahmen bei der Verkehrsführung werden wir juristisch vorgehen.»

Daniel von Arx Ineichen, Mediensprecher LUKB

Ob das tatsächlich so kommen wird, ist offen. Auch bei der LUKB hat man diesbezüglich noch keine Informationen erhalten. «Wir warten derzeit ab, was die Stadt nun vor hat», sagt Mediensprecher Daniel von Arx. Klar ist für ihn aber: «Unsere Haltung ist unverändert: Gegen eine Sperrung ohne flankierende Massnahmen bei der Verkehrsführung werden wir juristisch vorgehen.»

Velostation kommt an die Urne

Noch offen ist übrigens auch, wie es mit den Velos an der Bahnhofstrasse weitergeht. Der Stadtrat hat letzten Herbst angekündigt, dass ein unterirdisches Parkhaus gebaut werden soll. Doch die SVP hat dagegen das Referendum ergriffen (zentralplus berichtete).

Deshalb muss am 19. Mai die Stimmbevölkerung entscheiden, ob die Stadt die nötigen zwei Millionen Franken für die Planung der Velostation ausgeben darf.

Die Velos an der Bahnhofstrasse sollen dereinst unterirdisch parkiert werden, doch die SVP wehrt sich dagegen.

Die Velos an der Bahnhofstrasse sollen dereinst unterirdisch parkiert werden, doch die SVP wehrt sich dagegen.

(Bild: jal)

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