1’300 Drecksäcke erleichtern die Arbeit nach der Fasnacht
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Das närrische Treiben in der Stadt Luzern ist zu Ende − zumindest für dieses Jahr. (Bild: cha)

Die «rüüdigen» Tage in Zahlen 1’300 Drecksäcke erleichtern die Arbeit nach der Fasnacht

4 min Lesezeit 18.02.2015, 09:00 Uhr

Seit dem Schmutzigen Donnerstag herrschte in der Stadt Luzern der Ausnahmezustand. Nun ist die Fasnacht 2015 Geschichte. Was davon übrig bleibt, sind vage Erinnerungen − und ein paar nüchterne Zahlen: 4’000 Arbeitsstunden für Reinigungsarbeiten, 102 Tonnen Abfall und dreimal Erbrochenes in den Bussen der VBL.

Die «rüüdigen» Tage sind vorbei − zumindest für die Fasnächtler. Während diese ihre «Grende» und Kostüme im Schrank verstauen, fängt die Arbeit für das Strasseninspektorat der Stadt Luzern erst richtig an. Am Mittwochmorgen um vier Uhr früh haben sie mit der grossen Schlussreinigung begonnen, um die Spuren der diesjährigen Fasnacht zu beseitigen.

Unter dem Abfall befinden sich unter anderem auch die Überreste der mehreren tausend Packungen Konfetti, die dieses Jahr in den Filialen der Genossenschaft Migros Luzern über den Ladentisch gingen. «Wir haben mehr Konfetti verkauft als letztes Jahr», sagt Migros-Sprecherin Rahel Probst. Die genauen Verkaufszahlen will sie jedoch nicht kommunizieren. Auch der Baguette-Sandwich-König von der Twiny Station in der Luzerner Altstadt schweigt darüber, wie viele Schnitzelbrote er in den vergangen Tagen zubereitet hat.

Weniger verschwiegen ist man hingegen bei der Stadt: Insgesamt 250’000 Franken kostet sie die Reinigungsarbeiten während und nach der Fasnacht. Rund 4’000 Arbeitsstunden werden dafür eingesetzt, schätzt Strasseninspektor Bernhard Jurt.

Mehr als die Hälfte landet in gelben Säcken

«Bis jetzt läuft die Reinigung gut», so Jurt. «Anders als letztes Jahr, als es kräftig geschneit hat.» Seit dem Schmudo waren er und seine Kollegen täglich unterwegs. Insgesamt sorgten während der Fasnacht rund 70 Mitarbeiter dafür, dass die Strassen und Plätze jeweils früh morgens gereinigt waren. «Wie viel Abfall wir dieses Jahr einsammeln werden, können wir noch nicht sagen», meint Jurt. «Aber es hat vermutlich nicht weniger Abfall als in den vergangenen Jahren.»

Letztes Jahr seien 102 Tonnen Abfall entsorgt worden. 64 Tonnen davon sei in dem gelben «Dräksäk» gelandet. Mehr als die Hälfte des Abfalls ist somit dank der Drecksäcke nicht auf dem Boden gelandet. Dieses Jahr hat das Strasseninspektorat deshalb rund 1’300 davon an 250 Standorten aufgestellt.

Fundbüro mit Gegenständen überschwemmt

Neben dem Strasseninspektorat hat man auch beim Fundbüro des Kantons Luzern alle Hände voll zu tun. Man werde regelrecht überschwemmt mit Fundgegenständen, wie es auf Anfrage heisst. Rund 200 Gegenstände seien bis Dienstag abgegeben worden. Im Zuge der Schlussreinigung dürften noch 100 weitere dazukommen. Meistens handle es sich dabei um Portemonnaies, Schlüssel und Handys. Bis alle der gefundenen Gegenstände registriert sein werden, dauere es jedoch noch ein bisschen.

Dreimal in Bussen erbrochen

Etwas ruhiger verlief die Fasnacht bei den Verkehrsbetrieben Luzern (VBL). Gemäss VBL-Sprecher Christian Bertschi freut man sich insbesondere über die heuer gänzlich ausgebliebenen Sachbeschädigungen an den Fahrzeugen. «In den vergangenen Jahren war wesentlich mehr los», zieht Bertschi Bilanz und lacht: «Vielleicht haben die Leute an der Fasnacht weniger getrunken oder waren einfach disziplinierter.»

Insgesamt sei in den Bussen nur dreimal erbrochen worden. Viermal wurden während der Fahrt eine grössere Menge an Getränken verschüttet, wobei es sich einmal um Wodka und dreimal um Bier gehandelt habe. 

Eine eher ruhige Fasnacht für den Rettungsdienst

Aufgrund des Alkoholkonsums hatte man auch beim Rettungsdienst des Luzerner Kantonsspitals einiges zu tun. Insgesamt musste dieser aufgrund der Fasnacht  35-mal ausrücken. 25 dieser Einsätze sind auf Alkoholvergiftungen zurückzuführen. Die restlichen zehn gehen auf Stürze oder Verletzungen, die im Rahmen von Auseinandersetzungen passiert waren, zurück. 40 Prozent aller Einsätze erfolgten am Schmudo. Die restlichen Tage seien verhältnismässig ruhig verlaufen, wie es in einer Mitteilung heisst.

An der Fasnacht 2014 rückte der Rettungsdienst 47-mal aus, ebenfalls seien zwei Drittel der Einsätze auf übermässigen Alkoholkonsum zurückzuführen gewesen. «Im Mehrjahresvergleich liegen wir aber im Durchschnitt», relativiert Valerio Contessotto, Standortleiter des Rettungsdienstes LUKS Luzern.

Fasnächtlicher Bankraub für die Polizei 

Für die Luzerner Polizei begann die Fasnacht am Schmudo mit einem aussergewöhnlichen Einsatz. Ein noch unbekannter Mann mit einer roten Fastnachtsmaske überfiel die Kantonalbank Rothenburg. Im Vergleich dazu ist die Fasnacht in der Stadt gemäss den Medienmitteilungen der Luzerner Polizei ruhig verlaufen. Obwohl zivile und uniformierte Patrouillen im fasnächtlichen Treiben präsent waren, kam es zu keinen grösseren Zwischenfällen. Die Mitteilung über die Bilanz der Fasnacht aus polizeilicher Sicht wird auf den Nachmittag erwartet. 

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