Finanzausgleich bereitet Sorgen Zug hat Hausaufgaben gemacht: Leichte Gewinne ab 2017

2 min Lesezeit 02.11.2016, 12:23 Uhr

«Wir sind auf Kurs», sagt Stadtrat Karl Kobelt. Der Vorsteher des Finanzdepartements rechnet in den nächsten Jahren mit schwarzen Zahlen für Zug. Die Stadt habe ihren Finanzhaushalt im Griff – trotzdem gebe es keinen Grund für Euphorie.

Für 2017 rechnet die Stadt Zug mit einem kleinen Überschuss von 2,1 Millionen Franken. Auch für die folgenden Jahre budgetiert die Stadt jeweils ein kleines Plus, und dies ohne Steuererhöhung. «Sämtliche Vorgaben unserer Finanzstrategie werden eingehalten», sagt Stadtrat Karl Kobelt. «Mit einer strikten Ausgabenbremse wollen wir für positive Rechnungsergebnisse sorgen, und dank unserer Schuldenbremse können wir die notwendigen Investitionen selbst finanzieren.»

Möglichen machen die schwarzen Zahlen die 2014 und 2016 gestarteten Programme «Sparen und Verzichten I & II». Für Euphorie sei es aber zu früh, weitere Herausforderungen kommen auf die Stadt Zug zu: insbesondere das Entlastungsprogramm des Kantons Zug, der Zuger Finanzausgleich, die Auswirkungen der Unternehmens- und Steuerreform (USR III) sowie das anhaltende Bevölkerungswachstum und weiter steigende Schülerzahlen.

Düstere Wolken am Horizont

Im November 2015, anlässlich der Präsentation des Budgets 2016, rechnete die Stadt Zug ab 2017 noch mit negativen Abschlüssen. Dies unter anderem aufgrund des Entlastungspakets des Kantons Zug, welches bei der Stadt zu Mehrausgaben von 5,4 Millionen Franken führt. Die Sparprogramme konnten die Mehrausgaben jedoch abfedern.

Nach wie vor würden jedoch mehr als 25 Prozent der städtischen Einnahmen in den NFA und den ZFA fliessen. Für das Jahr 2017 werden dafür 65,7 Millionen Franken aufgewendet, im 2015 waren es noch 58,3 Millionen.

Mit dem kantonalen Entlastungsprogramm kommen in den Jahren 2017–2019 nochmals netto 2,8 Millionen Franken Mehrausgaben jährlich auf die Stadt Zug hinzu. Zusammen ergibt sich daraus ein Mehraufwand von fast 10 Millionen Franken. Aufgrund der Gesamtkonjunktur geht die Stadt Zug für die Jahre 2017–2020 von einem moderaten Wachstum von 2 Prozent bei den Steuereinnahmen aus.

Mehr Schüler und somit höhere Kosten

Nicht nur die Arbeitsplätze nehmen zu, sondern auch die Gesamtbevölkerung und die Schülerzahlen. Die Stadt Zug erwartet von 2015 bis 2020 ein Bevölkerungswachstum von rund 2000 Personen auf mehr als 30’500. Die Beschäftigtenzahl wird ebenfalls um rund 2000 auf fast 43’000 zunehmen.

Bemerkenswert sei, dass die Anzahl der Schulkinder stärker zunimmt als die Gesamtbevölkerung. «Dies zeigt, dass die Stadt Zug nicht ohne Grund von der UNICEF als kinderfreundliche Stadt ausgezeichnet wurde», teilt Zug mit. Die Kehrseite der Medaille: Höhere Schülerzahlen erfordern mehr Schulraum und zusätzliche Lehrpersonen.

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