Wieso Emmer Jugendliche ins Hallenbad dürfen – und ihre Stadtluzerner Kollegen nicht
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Für Luzerner bleibt der Badespass im Hallenbad Allmend weiterhin aus. (Bild: PD)

Mooshüsli hat offen – alle anderen bleiben zu Wieso Emmer Jugendliche ins Hallenbad dürfen – und ihre Stadtluzerner Kollegen nicht

3 min Lesezeit 16.04.2021, 12:01 Uhr

In Emmen dürfen Jugendliche seit Ende März im Hallenbad Mooshüsli planschen und schwimmen. In der Stadt Luzern hingegen bleibt den Jungen der Badeplausch im Hallenbad Allmend weiter verwehrt. Die Verantwortlichen begründen trotz ähnlicher Ausgangslage ihre Entscheidungen unterschiedlich.

Nur wenige Glückliche dürfen während der Coronapandemie nach wie vor freizeitlich und kulturelle Veranstaltungen und Einrichtungen besuchen. Noch weniger können im Schwimmbad ihre Runden drehen: Die Eröffnung des Hallenbads Mooshüsli im März war daher ein Lichtblick am Ende des Tunnels der Langeweile für die bis zu 16-Jährigen Jugendlichen der Gemeinde Emmen (zentralplus berichtete). Im Mooshüsli dürfen nämlich Kinder und Jugendliche, die keine Aufsicht brauchen, dem Badeplausch nachgehen. Es ist das einzige Schwimmbad im Kanton, in dem das möglich ist. Auch die jüngsten Lockerungen des Bundesrats sehen vorerst keine Öffnung der Hallenbäder vor (zentralplus berichtete).

Die Gemeinde Emmen will mit der Mooshüsli-Öffnung dem Bewegungsdrang von Kindern und Jugendlichen zusätzlichen Raum geben. Man sei sich bewusst, dass die aktuelle Situation als «dauerhafte Belastungsprobe» noch eine Weile bestehen bleibt, heisst es seitens der Gemeinde. Das Sport- und Bewegungsangebot sei für das Wohlbefinden der jungen Erwachsenen und Kinder von grösster Bedeutung. «Die Gemeinde Emmen ist sehr bemüht, dass Sport- und Bewegungsaktivitäten für Kinder und Jugendliche stattfinden können. Natürlich mit Schutzkonzept und den vorgegebenen Massnahmen», ergänzt Igor Trninic ein, der Leiter des Sportbereichs der Gemeinde Emmen.

«Für den Gemeinderat Emmen ist es in dieser nicht einfachen Zeit ein wichtiges Anliegen, dass Kinder und Jugendliche in der Gemeinde Emmen ein möglichst ‹normales› Leben führen können», führt er weiter aus. Dieses Ziel verfolge die Gemeinde bereits seit Anfang der Coronapandemie habe damit gute Erfahrungen gesammelt haben.

Stadtrat hält an der Schliessung des Hallenbads Allmend fest

Das Privileg auf ein abwechslungsreiches Freizeitangebot wird jedoch nicht allen ermöglicht. Wie die Freizeitmöglichkeiten insbesondere für junge Erwachsene und Kinder gefördert werden können, wurde zwar auch in der Stadt Luzern im März in der Sitzung des Grossen Stadtrates eingehend diskutiert (zentralplus berichtete). Das Hallenbad Allmend in Luzern bleibt aber weiterhin geschlossen.

«Die Entscheidung, das Hallenbad in der Stadt Luzern vorerst geschlossen zu lassen, kann ich nachvollziehen.»

Igor Trninic, Gemeinde Emmen

Nach der ausführlichen Debatte im Kantonsratssaal über das Postulat «Förderung der Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche bis 16 Jahre», suchte der Stadtrat das Gespräch mit der «Hallenbad AG». Daraufhin sei gemeinsam entschieden worden, dass die Öffnung des Hallenbads ökonomisch weiterhin nicht verhältnismässig sei.

«Das sich abzeichnende Defizit von täglich 3500 bis 4500 Fr könnte nicht aus bestehenden Stiftungs- oder Fondsgelder geleistet werden», nennt Stadtpräsident Beat Züsli (SP) den wirtschaftlichen Grund, auf eine Öffnung zu verzichten.

Die Gemeinde Emmen versteht das Zögern anderer Hallenbäder

Reto Mattmann, Geschäftsführer der Hallenbad AG, führt noch einen weiteren Grund ins Feld: «Wir haben nicht nur eine Verantwortung gegenüber den jungen Erwachsenen und den Kindern, sondern auch eine ökologische Verantwortung.» Für den Hallenbadbetrieb benötige es viel Wasser, Energie und Chemie, um eine kleine Personengruppe zufriedenzustellen. Aber auch wenn man sich dazu entschieden habe, das Wasser im Hallenbad weiterhin nicht fliessen zu lassen, soll dies die Belastung der Kinder und Jugendlichen während der Coronapandemie nicht absprechen, äussert Mattmann.  

Der Kostenaufwand und die ökologischen Folgen wurden auch in Emmen abgewogen. «Betriebswirtschaftlich gesehen macht eine Öffnung des Hallenbads nur für Jugendliche und junge Erwachsen keinen Sinn», bestätigt Trninic. Dennoch entschied sich die Gemeinde Emmen zu einer Öffnung zugunsten der Jugendlichen. Dass es der Gemeinde aber nicht alle anderen gleichtun, will Trninic nicht werten: «Die Entscheidung, das Hallenbad in der Stadt Luzern vorerst geschlossen zu lassen, kann ich nachvollziehen», sagt er. So bleibt das Mooshüsli vorerst schweizweit eine der wenigen Hallenbäder, in denen Jugendlichen planschen dürfen.

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