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Wie Dan Tangnes den ersten EVZ-Misserfolg analysiert
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Krise als Chance: Dan Tangnes zur ersten Niederlage. (Bild: wia )

Erste Zuger Niederlage: 1:2 gegen Davos zu Hause Wie Dan Tangnes den ersten EVZ-Misserfolg analysiert

3 Min 30.09.2018, 09:36 Uhr

Nach drei Siegen hat der EV Zug am Freitagabend gegen den HC Davos erstmals ein Meisterschaftsspiel verloren. Der neue Headcoach Dan Tangnes zog souverän und ehrlich Bilanz – aber durchaus auch positiv. Und was meinte er zum Verteidiger Livio Stadler?

Das wahre Gesicht von Charakteren scheint sich gemäss einem Bonmot erst bei widrigen Umständen zu offenbaren. Nun mag dies überspitzt sein, doch lässt sich bei Hockey-Coaches aus Statements nach Niederlagen in der Regel mehr herauslesen denn nach Siegen.

Eines vorneweg: Wie bei seinem Vorgänger Harold Kreis passen auch bei Tangnes die Aussagen durchaus zum Spielstil der Mannschaft. Kreis verhielt sich eher defensiv und bediente sich vorwiegend aus einem Repertoire an bekannten Floskeln. Demgegenüber tritt sein norwegischer Nachfolger forscher auf. Entsprechend lebhafter sind die Analysen, welche ohne Kraftausdrücke mit genügend Würze daherkommen.

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 1. Prägnante Spielanalyse

Die Spielanalyse war schnell gemacht. «Wir haben im zweiten Drittel verloren, als wir nicht wie gewünscht aufgetreten sind. Im dritten Drittel sind wir stark zurückgekommen.» Tangnes zeigte sich mit dem Spiel seiner Mannschaft grundsätzlich zufrieden, verwies auf das dominante Schussverhältnis von 42-17. Und betonte, dass es «durch das aktive Auftreten über weite Strecken gelungen sei, Davos vom eigenen Tor fernzuhalten.»

«Aber klar, am Ende geht es im Eishockey immer darum, zu gewinnen.»

Headcoach Dan Tangnes

Dass Tangnes über das genaue Schussverhältnis Bescheid weiss, mag als Indiz dafür dienen, wie stark der neue Coaching Staff ein möglichst genaues – und umfassendes – Datenmaterial für die Analyse des Spiels gewichtet.

 2. Prozess wichtiger als Resultat eines einzelnen Spiels?

Obwohl die Zuger gegen Davos die bessere Leistung darboten als beim Heimerfolg in der Woche zuvor gegen Lugano, standen sie ironischerweise am Ende der Partie ohne Punkte dar. Was bevorzugt der Coach – einen Sieg nach einer mässigen Leistung oder eine gute Leistung ohne Punkte? «Es ist wichtig, dass wir unsere Leistung abrufen und unser Spiel durchziehen. Langfristig sind wir erfolgreicher, wenn wir so wie heute spielen. Aber klar, am Ende geht es im Eishockey immer darum, zu gewinnen», so Tangnes.

Er betont, dass eine Balance zwischen beidem wichtig sei und die beiden Faktoren sich letztlich bedingten. Diese mittelfristige Perspektive unterscheidet ihn von einigen seiner Vorgängern, welche den Sieg in der nächsten Partie über alles stellten und somit in Kauf nahmen, dass die Tanks der Führungsspieler in den Playoffs frühzeitig leer waren.

Die zitierten Aussagen implizieren allerdings nicht, dass den Norweger die Resultate nicht tangieren würden. Entscheidend ist vielmehr seine Überzeugung, dass die Erfolgsausschichten der Zuger in der alles entscheidenden Phase der Meisterschaft am höchsten sind, wenn sich Tangnes auf vier starke Linien und möglichst ausgeruhte Führungsspieler verlassen kann, die dann forciert werden können. Dem Headcoach kommt bei der Umsetzung seiner Philosophie nicht nur seine Haltung, sondern auch die grosse Breite seiner Mannschaft entgegen, welche eine ausgeglichenere Verteilung der Lasten während der Qualifikation erlaubt.

 3. Beurteilung von Einzelspielern

Im Sinne des mittelfristigen Prozesses, nicht nur die Mannschaft als Kollektiv, sondern auch die einzelnen Spieler individuell zu verbessern, spricht Tangnes nach dem Spiel auch über bestimmte Spieler – was einige seiner Berufskollegen teilweise vermeiden. Dass der junge Verteidiger Livio Stadler bis zum Schluss eingesetzt wurde, erklärt er mit dessen Fortschritten und guten Leistungen, weshalb er sich die Eiszeit verdient habe.

Livio Stadler überzeugte: Der Verteidiger kam zu einem langen Einsatz.

Livio Stadler überzeugte: Der Verteidiger kam zu einem langen Einsatz.

(Bild: zvg)

Generell «musst du in junge Spieler investieren, wenn du willst, dass sie ihr Potential ausschöpfen». Dies ein Satz. so klar und überzeugend vorgetragen, als könnte er aus Tangnes’ Bewerbungsdossier oder dem EVZ-Leitbild stammen.

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