Wie Celestini den FCL-Juwel neu erfand
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Der Vorbereiter feiert mit dem Vollstrecker in Sion: Francesco Margiotta (oben) mit Torschütze Ibrahima Ndiaye nach dem 1:0 Anfang Juli im Wallis. (Bild: Martin Meienberger/freshfocus)

Sie befeuern sich gegenseitig Wie Celestini den FCL-Juwel neu erfand

4 min Lesezeit 1 Kommentar 11.07.2020, 05:00 Uhr

Sie scheinen wie füreinander geschaffen zu sein: Fabio Celestini (44) rockt die Liga, wenn Francesco Margiotta (26) sein Mittelstürmer ist. Und Margiotta skort nur in dem Masse für seinen Arbeitgeber, wie Celestini die Mannschaft betreut. Was steckt dahinter?

Die aktuelle Leistungskurve des FC Luzern und der Blick auf die Vorrunde machen klar, was abgeht, wenn Celestini und Margiotta zusammenarbeiten dürfen: Der auf diese Saison hin vom FCL verpflichtete Turiner machte in der Vorrunde unter Celestinis Vorgänger Thomas Häberli 3 Tore und 5 Assists.

Der FCL war nach der Vorrunde mit 18 Punkten in 18 Spielen in akuter Abstiegsnot. Nicht zuletzt deshalb, weil der Ende 2019 gefeuerte Häberli nie verstanden hat, wie er Margiotta zur Entfaltung bringen kann.

Mit dem Anfang Jahr engagierten Fabio Celestini haben sich die Luzerner schnell aller Abstiegssorgen entledigt. Nicht zuletzt deshalb, weil Margiotta in 11 Spielen 7 Tore und 4 Assists gebucht hat. Vor dem Heimspiel am Sonntag gegen Lugano (16.00, Swissporarena) hat Celestinis Team trotz der jüngsten Auswärtsniederlage in Genf (0:2) 23 Punkte eingefahren und kämpft trotz Personalsorgen weiterhin um den zur Europa-League-Qualifikation berechtigenden Platz 4.

Warum passen sie zusammen?

Mit 10 Toren und 9 Vorlagen in 29 Meisterschaftsspielen ist Francesco Margiotta die offensive Lebensversicherung des FCL. Halb so produktiv ist Pascal Schürpf auf Platz 2 der internen Skorerliste mit 6 Toren und 4 Assists.

Aber warum zeigen Margiottas Werte steil nach oben, wenn Celestini sein Trainer ist?

«Fabio Celestini setzt alles daran, dass ich die Leistung erbringen kann, die er von mir verlangt.»

FCL-Mittelstürmer Francesco Margiotta

Im Sommer 2016 erschien Margiotta erstmals auf der Bühne der Super League. Lausannes Aufstiegstrainer Celestini hatte ihn entdeckt und gefördert. Mit 8 Toren und 5 Assists in 18 Spielen sorgte der Offensivspieler in der darauffolgenden Saison erstmals für Furore, bevor er die Rückrunde einer Kreuzband-Operation opfern musste.

Die grosse Differenz zur FCL-Vorrunde

Auch in der darauffolgenden Saison stimmten Margiottas Werte, obwohl Celestini den Einstieg eines potenten Investors mit seiner Entlassung und der Klub Wochen später mit dem Abstieg aus der Super League büssen musste. Sie lauteten auf 8 Tore und 9 Assists in 34 Spielen.

Francesco Margiotta sagt über die Harmonie mit Fabio Celestini: «Er setzt alles daran, dass ich die Leistung erbringen kann, die er von mir verlangt.»

«Für den Fussball, den ich mir vorstelle, hat Francesco Margiotta ein super Profil.»

FCL-Trainer Fabio Celestini

Celestini lässt den Fussball spielen, den Margiotta mag. Der findet am Boden statt und nicht vorwiegend in der Luft. Er ist geprägt von Technik und Taktik. Das sei eine grosse Differenz zur Vorrunde, bekennt Margiotta (zentralplus berichtete).

Margiottas Profil für Celestinis Fussball

Der auf Technik und Offensive ausgerichtete Fussball von Celestini passt dem Künstler. «Francesco Margiotta versteht, wie Fussball funktioniert und er macht seine Mitspieler besser, weil er sie in Position laufen sieht und in Szene setzen kann», sagt Fabio Celestini. Und er gibt zu: «Für den Fussball, den ich mir vorstelle, hat Francesco Margiotta ein super Profil.»

«Ich habe Francesco Margiotta zum Mittelstürmer gemacht.»

Fabio Celestini

Dafür hat er selber gesorgt. Celestini stellt klar: «Bevor Francesco Margiotta nach Lausanne kam, war er ein Spielmacher oder offensiver Spieler auf der Aussenbahn mit einer Produktivität, die nie an jene Werte in der Schweiz herankommen sollte. Ich habe ihn zum Mittelstürmer gemacht.»

Deshalb versteht Celestini nicht, warum ihm die Medienschaffenden nachsagten, er hätte seinen Trainerjob in Lausanne nach gut drei Jahren auch deshalb verloren, weil er Margiotta für den neuverpflichteten Simone Rapp auf der Position des Mittelstürmers opferte und auf die Aussenbahn verbannte.

Gespräch mit Remo Meyer

«Wenn Francesco Margiotta seinen Job mit Demut, Konzentration und harter Arbeit verrichtet, wird er sein aktuelles Level halten», ist sich Celestini sicher.

Der frühere Junior von Juventus Turin, der sich als stolzer Italiener bestimmt auch eine schöne Karriere in der Serie A oder wenigstens in der Serie B vorstellen kann, ist bis Ende Juni 2022 vertraglich an den FCL gebunden. Sucht der Mittelstürmer in diesem Sommer sein neues berufliches Glück, bedeutete dies ein herber Rückschlag für die Luzerner (zentralplus berichtete).

«Wie es danach weitergeht, werde ich mit Sportchef Remo Meyer besprechen.»

Francesco Margiotta

Francesco Margiotta sagt dazu: «Ich konzentriere mich bloss auf die Fortsetzung der schnell aufeinanderfolgenden Meisterschaftsspiele und den Cup. Wie es danach weitergeht, werde ich mit Sportchef Remo Meyer besprechen.»

Aber auf eine hartnäckige Nachfrage von zentralplus bekennt er: «Für mich geschieht natürlich alles viel einfacher beim FCL, solange Fabio Celestini Trainer ist. Er ist als Chef und Mensch noch reifer geworden im Vergleich zu seiner Zeit in Lausanne – und zweifellos einer der besten in der Liga.»

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1 Kommentare
  1. Karl, 11.07.2020, 13:33 Uhr

    Wenn Margiotta ein guter Mittelstürmer wäre hätte er in 29 Spielen 21 Tore geschossen weil genügend Chancen hatte er dazu Bälle kann er auch nicht fest machen bei ihm meinst du immer er spielt pingpong anstatt Fussball und hat viele Fehlpässe in die Spitze und auf die Seite hinaus.

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