«Spezialeinheit» greift Zugerland Verkehrsbetriebe unter die Arme
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Ein Mitglied der ZVB-Fokusgruppe gibt ihre Erfahrungen mit QR-Codes wieder. (Bild: ZVB)

ZVB sammeln Inputs aus der Bevölkerung «Spezialeinheit» greift Zugerland Verkehrsbetriebe unter die Arme

3 min Lesezeit 16.07.2021, 16:31 Uhr

Der Fahrplan, Corona und Goodies: Mithilfe einer Fokusgruppe wollen die Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB) eruieren, was die Zuger von ihrem ÖV wollen. Nun stand die Gruppe erstmals im Einsatz und lieferte bereits erste Erkenntnisse.

Vollgekritzelte Flipcharts, bunte Marker, schwarzer Kaffee und rauchende Köpfe. Die klassischen Spuren eines Workshops waren unlängst im Hauptsitz der Zugerland Verkehrsbetriebe auszumachen. Der Grund: Die ZVB wollen herausfinden, wo bei den eigenen Kunden der Schuh drückt und was die Bevölkerung sich in Zukunft vom Busbetrieb wünscht.

Zu diesem Zweck wurde eine achtköpfige Fokusgruppe aus der Bevölkerung rekrutiert (zentralplus berichtete). Die Fokusgruppe nahm nun erstmals an einem Workshop teil. Die Resultate daraus müssen noch ausgewertet werden, erste Tendenzen und Erkenntnisse lassen sich jedoch bereits deuten.

Bunte Truppe rekrutiert

Die gesetzten Anforderungen an die Fokusgruppe waren relativ hoch. So soll die achtköpfige Gruppe einen möglichst breiten Teil der Zuger Bevölkerung abdecken. «Es ist uns gelungen, einen bunten Mix an Leuten zu finden», sagt Sonya Hausherr, die den Workshop durchführte.

«Wir suchten bewusst Menschen aus unterschiedlichen Altersklassen und mit möglichst unterschiedlichem Mobilitätsverhalten», so Hausherr. Zwar seien praktisch alle Teilnehmer bis zu einem gewissen Grad «ÖV-affin», von der GA-Besitzerin bis zum Gelegenheitsnutzer sei aber alles mit dabei. Auch beim Alter der Teilnehmer liegt die Bandbreite zwischen knapp über 18-jährig bis fast 80-jährig.

Braucht es den gedruckten Fahrplan noch?

Die Fokusgruppe setzte sich vor allem mit drei Themen auseinander. Zum einen ist dies die Fahrplannutzung. «Wie und auf welchen Kanälen sich die Kunden über den ÖV informieren, ist für uns enorm wichtig», erklärt Hausherr. Hier stellt sich nicht zuletzt die Frage, welche technischen Mittel in Zukunft genutzt werden. Ein Beispiel: Soll der gedruckte Taschenfahrplan weiterhin produziert werden? Oder wäre der breite Einsatz eines QR-Codes erwünscht?

Ein weiterer Themenschwerpunkt: Das Mobilitätsverhalten vor, während und nach der Coronakrise. Wie man Kunden, die den ÖV im letzten Jahr mieden, wieder zur Mitfahrt bewegen kann, beschäftigt letztlich die gesamte Branche. «Was sich hier bereits sagen lässt: Hygienebedenken sind nicht der Grund, weshalb die Leute den ÖV mieden», erklärt Hausherr. «Die Einschränkung des Angebots während des ersten Lockdowns, die Meidung sozialer Kontakte und das Homeoffice sind hier viel eher die Treiber dieser Entwicklung.» 2020 transportierten die ZVB insgesamt rund 15 Millionen Passagiere – 28 Prozent weniger als noch im Vorjahr (zentralplus berichtete).

Zusätzliche Angebote und tiefere Preise

Der dritte Punkt dürfte der wohl spannendste sein: die freien Inputs aus der Fokusgruppe. Was wünschen sie sich vom Busverkehr in Zug? Was erwarten sie sich vom Betrieb? Und welche der Ideen wollen die ZVB weiterverfolgen?

Die Resultate müssten zuerst analysiert und ausgewertet werden, sagt Sonya Hausherr. Dies soll noch im Verlaufe des Sommers geschehen. Bis dahin will man sich noch nicht zu tief in die Karten blicken lassen – auch um keine falschen Erwartungen zu schüren. Es zeichne sich jedoch ab, dass bei den Rückmeldungen vor allem die Themen E-Busse, Pünktlichkeit, zusätzliche Angebote, attraktives Preissortiment und Goodies im Zentrum stehen.

Fokusgruppe könnte ab 2022 zum Fixum werden

Nun also wollen die ZVB möglichst schnell auswerten, welche Ideen Potenzial haben, bei den Kunden ein echtes Bedürfnis abzudecken. Es gehe dabei weniger um die Akquirierung von Neukunden als um die künftige Entwicklung der ZVB, um sich den wandelnden Ansprüchen der Kunden anzupassen.

Welche Inputs der Fokusgruppe weiter verfolgt werden, wird sich erst noch weisen müssen. Klar ist jedoch, dass die Fokusgruppe wahrscheinlich nicht das letzte Mal im Einsatz stand. «Wir können uns gut vorstellen, ab 2022 weiter mit der Fokusgruppe zu arbeiten. In einer nächsten Phase könnte man die Praxistauglichkeit gewisser Ideen, die nun eingegangen sind, mittels dieser Gruppe testen.»

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