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Sika distanziert sich von Trump-Mauer
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Letzten Freitag hat Sika-Chef Jan Jenisch mit einer Aussage für medialen Zündstoff gesorgt.   (Bild: zentralplus/ Montage wia )

Baarer Unternehmen dementiert erstmals Pläne Sika distanziert sich von Trump-Mauer

3 min Lesezeit 03.03.2017, 13:24 Uhr

Der Baarer Bauchemie-Konzern Sika will an der Trump-Mauer zwischen den USA und Mexiko mitverdienen. Diese Absicht verurteilten nicht nur zahlreiche Medien, sondern auch Zuger Parteien. Nun distanziert sich das Unternehmen gegenüber zentralplus von den Plänen des US-Präsidenten. Allerdings fällt das Dementi nur lauwarm aus.

Anstoss für die Kritik am Zuger Konzern war eine Meldung der Nachrichtenagentur SDA vom letzten Freitag, die den Sika-Chef Jan Jenisch am Rande der Bilanzmedienkonferenz wie folgt zitierte: «Wenn Trump die Mauer tatsächlich baut – in welcher Form auch immer, dann sind wir auch beteiligt.» Die markante Aussage blieb nicht ohne Folge. Diverse Medien und auch Parteien griffen das Thema auf, nicht selten ist der Unterton vorwurfsvoll. Nur: In keinem der Berichte kommentiert die Sika ihre Aussage vom letzten Freitag.

zentralplus hat deshalb beim Konzern nachgefragt. Sprecher Dominik Slappnig scheint jedes seiner Worte auf die Goldwaage zu legen. Zur Frage, wie denn die Aussage Jenischs vom Freitag zu verstehen sei, antwortet Slappnig in PR-Manier: «An der Pressekonferenz wurde nicht die Mauer thematisiert, sondern die Liste der 50 Infrastrukturprojekte in der Höhe von 138 Milliarden US-Dollar, welche die neue Administration in den USA in Aussicht gestellt hat.»

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Sika habe mit mittlerweile 25 Fabriken eine traditionell starke Marktstellung in den USA. «Daraus leitet sich ab, dass wir in der Lage sind, mit unseren Produkten und unserem Know-how einen substantiellen Beitrag zur geplanten Erneuerung der Infrastruktur in den Vereinigten Staaten zu leisten.»

«Sika ist nicht für den Bau dieser Mauer, und Sika ist am Bau dieser Mauer nicht beteiligt.»

Sika-Sprecher Dominik Slappnig

Tatsächlich hat Sika ihren Umsatz in den USA letztes Jahr um 9,9 Prozent auf 922,6 Millionen Franken gesteigert. Die Tendenz dürfte sich mit Trumps Bauplänen noch verstärken. Weiter betont Slappnig auf Anfrage von zentralplus: «Sika ist nicht für den Bau dieser Mauer, und Sika ist am Bau dieser Mauer nicht beteiligt.»

Medien und Politik auf den Plan gerufen

Die Aussage des Sika-Sprechers widerspricht damit den meisten Schlagzeilen und Vorwürfen der letzten Woche. Der «Blick» griff das saftige Thema etwa gleich am Tag nach dem brisanten Statement Jenischs auf: «Sika will von Trump-Mauer profitieren», lässt er verlauten. Ebenfalls am Samstag folgte auch die Politik, genauer gesagt die Juso, die vor dem Gebäude des Baarer Bauchemie- und Klebstoffkonzerns eine Mikro-Demonstration veranstaltete (zentralplus berichtete). Bald darauf gelangte die Zuger Alternative-die Grünen mit einer Mitteilung an die Medien. Die Partei fände es «absolut schändlich, wenn ein in Zug ansässiger Konzern an dieser Mauer mitverdienen würde». Die Fraktion hat darum eine dringliche Interpellation beim Regierungsrat eingereicht, der das Gespräch mit den Verantwortlichen der Sika suchen solle.

Am Samstag demonstrierten Mitglieder der Zuger Juso vor dem Konzernsitz.

Am Samstag demonstrierten Mitglieder der Zuger Juso vor dem Konzernsitz.

(Bild: zVg)

Es folgten mit Berichterstattungen die «Luzerner Zeitung». Diese titelte: «Sika-Aussage zu US-Mauer ruft Parteien auf den Plan.» Und die «Handelszeitung» wird deutlicher: «Sika will von Trumps Mauer gegen Mexiko profitieren.»

Auch der «Tages-Anzeiger» berichtet über die Angelegenheit und veröffentlicht einen Kommentar mit dem Titel «Zuger Gschäftlimacherei». «SRF online» schreibt davon, dass Sika bei einem Mauerbau wahrscheinlich auch dabei wäre.

Bereits im November Aussagen zur Trump-Mauer

Liest man nun jedoch das Statement der Sika, scheint es, als hätten die Medien viel Lärm um nichts gemacht. Doch so ganz grundlos scheint der Tumult nicht. Denn bereits im letzten November hat Sika gegenüber «SRF» über Trumps Mauer-Pläne gesprochen. Und auch wenn im Zitat nicht davon die Rede ist, dass Sika für eine solche Trump-Mauer ist, scheint der Konzern der Arbeit an einem solchen Projekt nicht gänzlich abgeneigt zu sein:

Der Schweizer Bauzulieferer Sika, der auf dem US-Markt schon jetzt stark vertreten ist, erhofft sich viel mit diesen Plänen: «Trump hat grosse Investitionen angekündigt und er will diese Mauer zu Mexiko bauen», sagt Konzernsprecher Dominik Slappnig auf Anfrage von SRF News. Ausserdem wolle er schnelle Erfolge sehen. Da er von Haus aus «ein Baulöwe» sei, rechnet man bei Sika damit, dass der künftige US-Präsident seine Pläne auch zügig umsetzt.

Dass es für das Image der Sika in dieser Angelegenheit womöglich besser wäre, aktiv Stellung zu beziehen, glaubt die Firma nicht. Der Mediensprecher äussert sich uns gegenüber zwar ausführlich und pointiert, möchte jedoch nicht zitiert werden.

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